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Palästina · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 102

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Ein Blick auf die gegenwärtige Lage der Kolonien in Palästina
Date
1902-03-01
Page
Seite 102 (sequence 8)
Language
German
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— 102 — welche anderwärts kaum zu finden sein wird, die Verpflichtungen des ersten Inhabers auf sich nimmt. 5. Vergrösserung der ungenügenden Ländereien erprobter Kolonisten oder solcher Ländereien, deren Qualität und Lage günstig sind, aber welche ohne eine solche Vergrösserung von Zeit zu Zeit notwendigerweise irgend einer Kolonisationsgesellschaft zur Last fallen müssten. In Fällen, wo ein Besitztum aus dem einen oder anderen Grunde keine Chancen des Erfolges bietet, soll man sich vollständigschadlos zu halten suchen, indem man versucht, seine Umgestaltung, oder seinen Uebergang in andere Hände zu erleichtern. 6. Organisation der Exekutive. Wir.haben genügend hervorgehoben, inwieweit die gegenwärtige Lage in dieser Beziehung abnormal und schädlich ist. Ohne in die Einzelheiten der Verwaltungs¬ und Abrechnungs-Organ:'sation einzugeben, können wir doch die Notwendigkeit folgender Reformen betonen. Für die Ica: a) Abschaffung des „excentrischen Centrums", fern vom Felde der Thätigkeit, b) Einsetzung von Distriktscentren, eventuell mit einer thatsächlichen Centrale (Kaiffa), aber immer wieder mit einer gewissen, innerhalb bestimmter Grenzen gehaltenen Aktionsfreiheit für die verantwortlichen Distriktsbeamten, c) Vereinfachung des Verkehrs mit Paris in dringenden und wichtigen Angelegenheiten, d) Organisation eines einheitlichen Systems zum allgemeinen Schutze der Kolonisten gegen Missbrauch der Autoritäten und andere Eventualitäten juristischer Art. Für die ChowTewe-Zion. Einsetzung einer angesehenen und mit allen Vollmachten ausgestatteten lokalen Körperschaft. Dieselbe müsste gewisse Fonds zu ihrer Verfügung haben, welche zu Anfang eines jeden Etatsjahres von dem Odessaer Komitee in einem Jahresbudget festzulegen wären, das unter Hinzuziehung einer die Interessen der palästinensischen Kolonisten und Arbeiter vertretenden Kommission bestimmt werden müsste. Für ein sehr wichtiges Detail halte ich die Verlegung des Sitzes der Zentrale. Zunächst würde dies ein wenig mehr neues Leben zur Folge haben, die Reformen würden sich leichter durchführen lassen, und schliesslich würde es thatsächlich richtiger sein, wenn die Wirksamkeit dieses Komitees sich nicht, wie bisher, auf Judäa allein beschränken würde. Schliesslich ist Jaffa als eine Stadt der Intriguen und kleinlicher Zänkereien schon derartig moralisch heruntergekommen, dass die reguläre Thätigkeit eines belebenden, aber schwachen Organ3 hier sehr schwer ist. ' 7. Die Organisation systematischer Studien bezüglich alles dessen, was die Kolonisation Palästinas betrifft, und deren Centrum durch das agrotechnische Bureau in Kaiffa eigentlich schon gegeben ist, sollte eine ernste Pflicht der Chowewe-Zion und der Ica sein. Diese Massregel, welche übrigens keine grossen Opfer erfordert, würde die günstigsten und unbestreitbarsten Resultate haben. Man braucht in der That endlich etwas Wissenschaftliches an Stelle der tendenziösen, oberflächlichen und häufig falschen Zeitungsartikel, welche sich zuweilen ein wissenschaftliches Mäntelchen umhängen, aber, trotz ihrer lateinischen Bezeichnungen und exakt aussehenden Ziffern, von jeder ernsthaften Kenntnis und wissenschaftlichen Vorarbeit weit entfernt sind.

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