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Palästina · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 103

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Ein Blick auf die gegenwärtige Lage der Kolonien in Palästina
Date
1902-03-01
Page
Seite 103 (sequence 9)
Language
German
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— 103 - 8. Regelung der Arbeiterfrage. Eine mit dem Studium dieser Frage betraute Kommission ist eben im Begriff, ihre vorbereitenden Arbeiten zu beendigen. Diese Kommission wurde von einer Generalversammlung der Tagelöhner gewählt und mit diesen Arbeiten beauftragt. Ihre Ansichten sollen dem Odessaer Komitee unterbreitet werden, welches im Besitze der Spezialfonds für die Arbeiter ist, ebenso dem Verwaltungsrat der Ica. Die beiden Institutionen werden zusammen zu einer mehr oder weniger praktischen Lösung gelangen. Es wird noch davon die Rede sein. Ein nächster Artikel wird die weniger dringenden Massregeln besprechen, welche mit den Verbesserungsarbeiten zusammenhängen, und wird ausserdem notwendige Neuschöpfungen in Vorschlag bringen. 10. Die Schulfrage. Es ist überflüssig, hier auf die technischen Einzelheiten dieser wichtigen Frage einzugehen. Alle Zionisten und Chowewe Zion sind sich darüber einig, dass der Schulunterricht in den Kolonien den grössten Einfluss auf die gegenwärtige junge Generation ebenso wie auf die spätere ausüben muss. Und es ist auch klar, dass dieser Unterricht ein einheitliches Programm haben muss, allenfalls mit geringen Abweichungen, wie die besonderen lokalen Verhältnisse sie notwendig machen. Ich würde vorschlagen, dass der Unterricht nicht Sache der Kolonisten sein sollte; denn das ist eine Sache, deren Kosten nicht nach Massgabe der geringen Einkünfte unserer jungen Kolonien bemessen sein sollten. Dann aber sollte der Unterricht so einfach und so praktisch sein als möglich. Viele körperliche Uebungen, viel Umgang mit der Mutter Natur, Kenntnisse in der Religion der allgemeinen Geschichte und im Hebräischen, Kenntnisse von den Naturkräften und von den alltäglichen Naturerscheinungen (als Waffen im Kampfe gegen den Aberglauben). Eine einzige Sprache — das Hebräische — und allenfalls von einer europäischen Sprache das Alphabet und Lesen ohne Uebersetzung. Sogar das Arabische sollte vom Unterrichtsplan ausgeschlossen sein, weil das Schrift-Arabische wenig gemeinsam hat mit der Sprache, wie sie im Lande gesprochen wird, und die Kenntnis dieser Sprache (so nützlich sie manchmal sein kann) kann keineswegs in einer Primärschule erworben werden. In einer etwas besseren Schule (Jaffa) sollte der arabischen Sprache mehr Gewicht beigelegt werden und ausserdem eine europäische Sprache (vorzugsweise Deutsch) in den Lehrplan aufgenommen werden.

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