Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Ein Blick auf die gegenwärtige Lage der Kolonien in Palästina
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 99 (sequence 5)
- Language
- German
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_ 99 — in Vorschlag gebrachten palästinensischen Projekte berichten soll, glauben wir, die wir in Palästina leben, dass gewisse Punkte nicht entfernt so kompliziert sind, und ich bin sicher, dass in vielen Fragen die grosse Majorität kompetenter, unabhängiger und unparteiischer Personen sich in absoluter Uebereinstimmung befinden wird. Und wenn selbst diese Uebereinstimmung nicht besteht und auch nicht zu erzielen ist, so würde diese Diskussion, zur Kenntnis der Institution gebracht, wohl eine bessere Aufklärung geben als der Meinungsaustausch in Odessa, in Paris oder Berlin. Nur muss man das Programm, die Rechte, die Zusammensetzung dieser Konferenz gut fixieren. Vor allem halte ich dafür, dass es der Konferenz obliegen soll, die wichtigsten und aktuellsten Fragen der jetzigen Kolonisation zu klären, ihre Wünsche und Meinungen zu äussern und auch die Ansicht der Minorität mit all ihren Beweggründen (die immer etwas Wahres gegen die allgemeine Ansicht enthalten werden) zur Diskussion zu stellen. Es handelt sich nicht darum, obligatorische Beschlüsse zu votieren; wir wissen übrigens, von welchem /Wert solche moralische Verpflichtungen sind. Die Konferenz wird, wenn sie auf der Höhe ist, ihren Willen kraft seiner Vernünftigkeit durchsetzen, anstatt die Einwilligung der verschiedenen interessierten Parteien im vorhinein zu eskamotieren. Zweitens würde die Konferenz, wenn sie wirklich das Ziel erreichen soll, welches wir ihr stecken, zwei Sessionen haben müssen. Selbst wenn eine gute und gewissenhafte Organisation der Konferenz, eine gute Vorbereitung der Berichte gegeben ist, wodurch der Erfolg im Wesentlichen bedingt ist, werden immer noch sehr bedeutende Lücken bleiben. Es werden im Verlaut der Diskussion verschiedene ergänzende Enqueten sich notwendig zeigen. Kommissionen anvertraut, die von der Konferenz selbst zu erwählen wären, und unter der Leitung eines permanenten Bureaus, können die Enqueten die sichersten Unterlagen liefern, und die zweite Session hätte sich dann ohne grossen Zeitverlust mit den kontrollierten Thatsachen und mit indiskutablen Ziffern zu beschäftigen. Sie würde möglichst viel Anregungen zu geben, Wünsche und gut begründete Ansichten zu äussern haben. Man sieht aus dem Gesagten, welche Bedeutung wir schon der Organisation der Konferenz beimessen. Und das Komitee der Initative muss thätig, energisch und kompetent sein, es muss das Arbeitsprogramm der Konferenz festlegen und sich die Mitarbeit massgebender Personen sichern, die mit den verschiedenen Berichten zu betrauen wären. Es müsste aus Personen bestehen, die sich neben den aufgezählten Eigenschaften auch eines gewissen Prestige vor der öffentlichen Meinung, den verschiedenen Kolonisations-Institutionen und der palästinensischen Bevölkerung erfreuen. Das Komitee dürfte indessen nicht zu umfangreich sein, um nicht die Vorbereitungsarbeiten unnötig zu erschweren und zu verlangsamen. Zum Schluss der Frage sei bemerkt, dass der Repräsentant der Choveve Zion, einige Repräsentanten der Ica (wenn sie sich nicht überhaupt ablehnend verhält), das agrotecbnische Bureau von Kaiffa, die Urheber dieses Projekts, zusammen mit den Vertretern