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Palästina · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 98

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Ein Blick auf die gegenwärtige Lage der Kolonien in Palästina
Date
1902-03-01
Page
Seite 98 (sequence 4)
Language
German
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— 98 — eventl. Mehrkosten schon im Kontrakte Grenzen festzusetzen. Aber die Hauptsache muss sein, dass der zu Unterstützende seinen Plan ausgearbeitet habe, dass dieser Plan entweder zu verwerfen oder zu acceptieren sei, je nach der Entscheidung kompetenter Fachleute, und dass Kostenanschlag und Arbeitsplan von vornherein in Einklang gebracht worden sind. Eine weitere Form der materiellen Unterstützung und der Ermutigung einer Privatinitiative für landwirtschaftliche Betriebe ist die folgende: (sie ist besonders anwendbar für Leute, die eine gewisse Zeit im Lande leben, gute Arbeiter und guten Mutes sind, die aber sehr wenig Mittel haben.) Jemand, der als guter Arbeiter bewährt ist, macht einen Kontrakt auf Halb und Halb-Beteiligung mit einer Kolonisations-Gesellschaft, welche Landstrecken besitzt, die noch nicht eingeteilt, oder an Kolonisten vergeben sind. Gleichzeitig kauft er von der Gesellschaft gegen bar ein kleines Stück Land und einen Bauplatz für das Haus. Er baut sein Haus auf eigene Rechnung, ohne die Unterstützung der Gesellschaft, oder höchstens mit einer teilweisen Unterstützung. D£r Kontrakt auf Halbpart muss natürlich so gemacht sein, dass er der Gesellschaft keinen Schaden bringt, aber ohne jede Absicht auf einen Gewinn: ausserdem muss er auf eine längere Reihe von Jahren geschlossen sein. Auch ist schliesslich eine Klausel vorzusehen, wonach der Pächter das Recht hat, sein Eigentum allmählich zu vergrössern, sobald seine Ersparnisse ihm die Mittel dazu an die Hand geben. Ich verlasse dieses Thema, indem ich noch daraufhinweise, dass die Kolonisationsvereine und die Palästinafreunde das Entstehen von gesunden Gesellschaften ermutigen sollten, welche bezwecken, Ländereien in Palästina zu erwerben und zu sanieren, anstatt vorzugsweise mit Personen und Syndikaten zweifelhaften Charakters zu verhandeln, welche im Trüben fischen wollen. II. Die Konferenz. Diese Idee ist nicht neu. Schon im Jahre 1895 hat eine Gruppe von palästinensischen Choveve Zion den Plan einer solchen Konferenz vorbereitet, und der verstorbene L. Bienstock, der damalige Repräsentant des Odessaer Komitees, ergriff sogar die Initiative zu derselben. Trotz der systematischen Opposition der Oberleitung der Rothschildschen Kolonien, trotz des Mangels an jedem ausgearbeiteten Material, trotz der Leichtigkeit, mit der zahlreiche Redner mehr oder weniger phantastische Behauptungen vorbrachten, war die Konferenz doch interessant genug. Es hat dort doch in jedem Fall der erste Ideenaustausch stattgefunden, ein gewisser Widerstreit der Meinungen, ein erster Schritt zum systematischen Studium der Situation. Das hat leider nicht lange angedauert, aber ganz fruchtlos ist es doch trotz alledem nicht geblieben; denn nach meiner Meinung ist die Konferenz jetzt von ziemlicher Bedeutung. Während unsere Choveve Zion freimütig erklären, dass sie aus der jetzigen Lage in Palästina nicht klug werden können, während die Ica sich Berichte über Berichte über die verschiedenen Fragen der Kolonisation kommen lässt, während das Odessaer Komitee, unbefriedigt von den widersprechenden Resultaten der Enquete seiner ersten beiden Abgesandten, noch einen Dritten mit der Untersuchung betraut und noch ein Speziai-Komitee eingerichtet hat, das über die

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