Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1902)
- Article
- Die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse von Jaffa und Jerusalem
- Date
- 1902-02-01
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
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— 84 — selbe in der "Weise, dass die Detaillisten nach Beirut oder Konstantinopel reisen und dort vom Lager der Grossisten nur sich ihre Waren aussuchen und die Assortiments zusammensteilen. Dem Handelsverkehr nach dem Hafen von Jaffa dienen im ganzen zehn Dampferlinien, und zwar drei englische, zwei französische und je eine deutsche, österreichische, italienische, russische und türkische Linie. Im Einzelnen sind es folgende: 1. Die englischen Linien: Knotts Prince Line ä(im Winter monatlich zwei- bis dreimalige, im Sommer ein- bis zweimalige Fahrt von London und Liverpool über Syrien und Alexandrien und umgekehrt), Khedivial Mail Line (wöchentliche Fahrt von Konstantinopel über Syrien nach Alexandrien und umgekehrt), Beils Asiar, Minor, Co. (unregelmässige und ziemlich freie Fahrt an der Klein-asiatischen Küste). 2. Die französischen Linien: Messageries Maritimes (monatlich zweimalige Fahrt zwischen Marseille, Aegypten, Syrien und umgekehrt), Compagnie frangaise de navigation Cyp. Fabre (meist alle drei Wochen Fahrt zwischen Marseille, Aegypten und Syrien). 3. Die deutsche Levante-Linie (Fahrt alle drei Wochen von Hamburg und monatlich einmal von Antwerpen nach Aegypten und Syrien und umgekehrt). 4. Der österreichische Lloyd (im Winter wöchentliche, im Sommer vierzehntägige Fahrt zwischen Triest, Aegypten, Syrien und umgekehrt). 5. Florio Rubattino (monatliche einmalige Fahrt von Neapel nach Alexandrien, Syrien und zurück). 6. Compagnie russe de navigation ä vapeur de commerce (monatlich fünfmalige Fahrt von Odessa über Alexandrien, Syrien nach Konstantinopel und zurück). 7. Kompagnie Massusse (unregelmässige, monatlich drei- bis viermalige Fahrt zwischen Konstantinopel, Karaman, Syrien nach dem Roten Meer). Die dem Verkehr nach dem Innern dienende 87 km lange, in französischen Händen befindliche Jaffa—Jerusalem-Bahn hat sich bis jetzt wenig rentiert. Der Hauptgrund hierfür liegt — neben dem schon erwähnten Mangel jeglicher Hafeneinrichtung in Jaffa — vor allem in den höchst mangelhaften Bebauungs- und Verkehrsverhältnissen des Hinterlandes von Jaffa und Jerusalem. Das neuerlich erfolgte Verbot weiterer Einwanderung von Juden nach Palästina hat die missliche Lage der Bahn verschärft und in den Monaten Januar bis Dezember 1900 schon ein beträchtliches Defizit gegenüber der gleichen Zeit im Vorjahr verursacht. Zu besserer Entwicklung des nördlich vom Judäerland gelegenen Palästina würde der Ausbau der Haiffa—Damaskus-Bahn wesentlich beitragen. Für bessere Aufschliessung des Judäerlandes aber wäre vor allem ein Ausbau des Hafens von Jaffa nötig, wodurch wenigstens die schlimmsten Gefahren für Passagiere und Warengüter beseitigt würden. Sodann müsste die Jaffa—Jerusalem-Bahn über Jerusalem hinaus ans Tote Meer und von diesem bis Horak (Kormak), der alten Hauptstadt des Moabiterlandes, verlängert werden, um die Jericho-Aue, die Jordan-