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Palästina · 1902-02-01 · Heft 2 (Februar 1902) · p. Seite 83

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 2 (Februar 1902)
Article
Die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse von Jaffa und Jerusalem
Date
1902-02-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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— 83 — werk, hat aber nur lokale Bedeutung. Erwähnenswert ist in Jaffa nur die sehr beträchtliche Seifenfabrikation, die stark exportiert, ferner die im grossen Massstab betriebene. Herstellung von Orangenkisten, für die auch das Holz, jährlich etwa 400 cbm, eingeführt werden muss, und die Verarbeitung von Orangenholz zu allerlei Schmucksachen und Hausgegenständen. In Jerusalem haben sich im Zusammenhang mit dem Fremden- und Pilgerverkehr einzelne kleine Fremdenindustrien entwickelt, so die Herstellung von Schmuckkästen, Photographie- und Blumen-Albums, Uhrenständern, Tischen,. Kassetten, Rosenkränzen. Kreuzen u. s. w. aus Olivenholz, desgleichen von Schmuck- : und Gebrauchsgegenständen aus dem sogenanntenMosesstein, dem schwarzen, bituminösen Kalk des Nebi-Musa. Ferner gehört hierher die Perlmutterindustrie von Bethlehem?, welche aus Perlmutterschalen vom Persischen und Indischen Golf Kreuze, biblische Szenen, Büderrahmen, Schalen u. s. w. meisselt, sowie schliesslich Herstellung und Verkauf von Blechflaschen mit abgekochtem Jordanwasser, Dornengeflechten, Rosen von Jericho u. s. w. Das Handelsgebiet Jaffas. Das Handelsgebiet von Jaffa erstreckt sich im Norden und teilweise im Osten in das Vilajet Beirut hinein und umfasst hier den südlichen Teil der Provinz Samaria mit der Hauptstadt Nablus. Doch wird Samaria teilweise auch von Beirut versorgt. Im Südosten umfasst es das alte Judäa mit der Hauptstadt Jerusalem, die ihrerseits wieder in, wenn auch geringem Handelsverkehr mit dem Ost-Jordanland steht, bis nach Hebron hin. Im Süden ist die Saron-Ebene, das Philisterland, der Südost- und Südabhang des Judäagebirges mit den östlichen Ausläufern, dem Moabiter und Edomiter Lande sowie der Nordabhang der sinaitischen Halbinsel bis hinauf nach Kades Hinterland von Jaffa und Gaza. Der Handelsverkehr. Der Handelsverkehr vollzieht sich für die Einfuhr ausschliesslich über Jaffa; Jerusalem hat kein eigenes Zollamt. Auch die Ausfuhr geschieht fast ganz,über Jaffa. Die Gerste und der Weizen der südkanaanitischen Ebene wird direkt von Gaza ausgeführt. Dieser Getreideexport von Gaza drängt sich auf die Monate Juli und August zusammen, auch wohl aus dem Grunde, weil das Meer zu dieser Zeit am ruhigsten ist. Gaza hat nämlich keinen eigentlichen Hafen, sondern nur eine offene Reede, auf welcher auch bei geringem Seegange die Einladungsoperationen unmöglich werden. Zudem fehlt der Stadt, die etwa 5 km östlich von der Küste liegt, ein Fahrweg zum Meer, weshalb der Transport der Gerste an die Küste durch Kamele oder Esel erfolgt. Auch ein Steg oder eine Landungsbrücke sind nicht vorhanden. Daher treten in den Landungsoperationen oft Störungen und Verzögerungen ein. Auch der Haupthafen Jaffa ist eigentlich eine offene Reede, die jeglichen Schutzes entbehrt, und die See ist an der Küste voller Klippen und Untiefen, so dass bei bewegter See das Landen oft unmöglich ist und Reisende, Waren und Post nach dem nächsten Hafenplatz weitergeführt werden müssen. Uebrigens ist der Import nur teilweise ein direkter. Zum grossen Teil geschieht der-

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