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Palästina · 1902-02-01 · Heft 2 (Februar 1902) · p. Seite 73

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 2 (Februar 1902)
Article
Die wirtschaftliche und kulturelle Wirksamkeit der Juden in Palästina un den Nachbarländern
Date
1902-02-01
Page
Seite 73 (sequence 23)
Language
German
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— 73 — teils durch den moralischen Einfluss, den es auf die Repräsentanten anderer Institutionen ausübte, so manche Krise aufzuschieben, so manchen gegen die Kolonisation gerichteten Hieb zu parieren. Der allgemeinen Vorliebe für schlecht verstandene demokratische Grundsätze nachgebend, hat es ebenso wie sein ausübendes Organ, allen Nimbus verloren, während der Repräsentant der Gesellschaft in Palästina, gänzlich unfähig einzugreifen, zum Gegenstand von Beleidigungen und Anmassungen unbefriedigter Bettler wurde. Vor fast einem Jahre gefasste Vorsätze, wie Erwerbung von Grundstücken zur Gründung neuer Kolonien, einige zu errichtende Industrien u. s. w, blieben unausgeführt, trotzdem die Verhältnisse heute viel günstiger liegen als damals .... Und die J. C. A., die sich triumphierend als diejenige ankündigte, die Ordnung, vernünftige Arbeit, Unabhängigkeit des Kolonisten und Sparsamkeit einführen würde, was hat sie geleistet in den vier Jahren, seitdem sie auf den Schauplatz getreten ist? Anfänglich hat diese Gesellschaft ernsten und unabhängigen Leuten das grösste Vertrauen eingeflösst. Die Sorgfalt, mit welcher der Vertreter dieser Gesellschaft jedesmal, wo es sich darum handelte, einen wichtigenEntschluss zu fassen, zu Werke ging, die Art Fragen zu behandeln, indem er sie an Ort und Stelle zusammen mit den beteiligten und den unbeteiligten und kompetenten Personen studierte, die unendlichen, aber doch so notwendigen Vorsichtsmassregeln beim Ankauf von Grundstücken, die energischen Bemühungen, das rasche Eingreifen in dringenden Fällen, wo ein Aufschub durch übertriebene Formalitäten sicherlich alles zerstören musste (z. B. die Konstruktion eines kleinen, aus Baracken am Meeresstrande zusammengesetzten Dorfes u. s. w.) — alles das schien den Anbruch einer neuen Aera der philanthropischen Kolonisation anzukündigen. Leider hat dieses System nicht lange angehalten. Ganz besonders seit der Uebernahme der ehemaligen Rothschild'schen Kolonien in die Verwaltung der J. C. A., sehen wir höchst traurige und unbegreifliche Zustände platzgreifen. Nach der plötzlichen Entfernung des Mannes, der über die Angelegenheiten und Verbindungen des Landes so sehr am Laufenden ist und bereits Beweise von segenbringender Vorsicht bei Einkäufen von Grundstücken gegenüber unsicheren Verkäufern geliefert, nach Annulierung einiger unter sehr günstigen d. h. klaren und unzweideutigen Bedingungen eingefädelter Geschäfte, hat die J. C. A. eine neue Wendung vollführt, und mit Personen Kontrakte abgeschlossen, die sich niemals ihres Vertrauens erfreut und die in die Geschichte des Verschwindens der Grundstücke des Hauran, im Werte von 600 000 Frs. mitverwickelt waren. Bald darauf verlegt sie den Mittelpunkt ihrer Wirksamkeit auf sehr exzentrische Weise — nach Beyrut. Wer das Land und seine Verbindung ein wenig kennt, der weiss, dass — besonders im Winter, der Zeit der wichtigsten Arbeiten — Paris von den Kolonien nicht viel weiter entfernt ist als Beyrut. Uebrigens hat der Chef der ganzen lokalen Wirksamkeit der J. C. A. während eines ganzen Dienst-Jahres (seines ersten!) bloss einen einzigen kurzen Besuch den meisten Kolonien und je zwei, nicht weniger kurze, einigen unter ihnen abgestattet. Und während die lokalen Beamten sich bei dem Unglück der letzten Weinlese von Rischon abquälten, während

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