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Palästina · 1902-02-01 · Heft 2 (Februar 1902) · p. Seite 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 2 (Februar 1902)
Article
Die wirtschaftliche und kulturelle Wirksamkeit der Juden in Palästina un den Nachbarländern
Date
1902-02-01
Page
Seite 69 (sequence 19)
Language
German
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- 69 — mit ihren eigenen beschränkten Mitteln dort zu bleiben; schliesslich wurde auch Kefkend fallen gelassen, so dass nur noch in Caraja und Sazelar grössere Mengen von Kolonisten verblieben. Da ihnen nur Nahrungsmittel, aber keinerlei Inventar und Saatgut gegeben wurde, da man ihnen sogar bei Strafe der Nahrungsentziehung verbot, für das nächte Jahr zu pflügen, es ja auch für sie unnütz gewesen wäre, da sie nach Beendigung des Jahres doch fortgesandt zu werden erwarteten, so verharrten die Kolonien in einem Zustande der Lethargie. Mir that es aufrichtig leid, diese meiner Ansicht nach hoffnungsreiche Kolonisation so sang- und klanglos beendet zu sehen, und da ich mir eine bessere Meinung von dem Lande gebildet hatte, auch in den Berichten der Sachverständigen allerhand Widersprüche zu entdecken glaubte, so sandte ich im Hochsommer meinen eigenen Sachverständigen, einen praktischen und auf der Berliner landwirtschaftlichen Hochschule auch theoretisch ausgebildeten Landwirt, zur Berichterstattung und zum eventuellen Eingreifen nach Anatolien. Als seine Berichte nicht ungünstig lauteten, beschloss ich in Sazelar einen kleinen Versuch mit 10 Familien zu machen, sowie auch die 11 Familien von Dabkis mit dem Notwendigsten zu unterstützen. Meine Bemühungen glückten einigermassen, an die Familien von Sazelar gliederten sich allmählich weitere 10 Familien an, in Dabkis kamen 3 Familien hinzu, so dass, als ich im Frühling 1901 Anatolien abermals besuchte, doch schon zwei kleine, meist aus provisorischen Hütten bestehende Dörfchen, mit Vieh und Ackergeräten einigermassen ausgerüstet, vorhanden waren; auch hatten die Kolonisten schon ordentlich den Acker bestellt, in Dabkis etwa 136 Hektar, in Sazelar, wo die Anschaffung von Vieh, Hüttenbau etc. die Herbstbestellung unmöglich machte, waren es immerhin doch noch 50 Hektar. Caraja war am unglücklichsten daran; die Wohlthätigkeitsgesellschaft hatte ihren Beamten fortgenommen. Da ich selbst durch die Unterstützung der Kolonisten von Sazelar und Dabkis finanziell stark in Anspruch genommen war, suchte ich andere für die Kolonie Caraja zu interessieren, schliesslich gelang es denn auch, so viel Gelder zusammenzubringen, um den Versuch wagen zu können, auch Caraja zu halten. Ein deutscher Landwirt, den ich im Frühling mit nach Anatolien genommen hatte, war dort geblieben und installierte die tauglichen Kolonisten. Auch Sazelar hatte sich unterdessen durch Zuzug von Verwandten aus Rumänien nnd einigen Familien aus Eskischehir auf 28 Familien gehoben, Dabkis war aut 19 Familien gestiegen, so dass augenblicklich wieder ca. 100 Familien mit etwa 500 Seelen in den drei anatolischen Kolonien leben. Die Malaria erwies in diesem Jahre infolge besserer Wohnungen und besserer Ernährung, einiger hygienischer Massregeln und rechtzeitiger Chiningaben selbst in Caraja als bei weitem nicht so gefährlich, wie man nach den Erfahrungen von 1900 annahm; während in jenem Jahr mindestens 28 Todesfälle der Malaria oder der Kombination von Malaria und schlechter Ernährung zugeschrieben wurden, so hatte Caraja in ' diesem Jahre keinen einzigen Todesfall an Fieber zu beklagen. Die Leute sind nach den Berichten der Administratoren in sämtlichen Kolonien fleissig bei der Arbeit, die Zahl der untauglichen

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