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Palästina · 1902-02-01 · Heft 2 (Februar 1902) · p. Seite 66

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 2 (Februar 1902)
Article
Die wirtschaftliche und kulturelle Wirksamkeit der Juden in Palästina un den Nachbarländern
Date
1902-02-01
Page
Seite 66 (sequence 16)
Language
German
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— 66 — Vor ihrer Abreise verkauften sie * ihr Vieh, so dass die Zahl der Tiere jetzt sehr gering ist. .Alle Kolonisten litten an Fieber. Die Schule war zu schwach besucht und musste geschlossen werden; das Gebäude wurde in eine Synagoge verwandelt 6. Kleinasien. Die landwirtschaftliche Schule und die Domäne in Or Jehuda. Or Jehuda. Die hier gegründete Agrikultur-Schule ist für 200 Schüler berechnet. Bis jetzt zählt sie nur 30 Schüler, die in drei Klassen geteilt sind und ausgezeichnete Fortschritte machen. Die Domäne Or Jehuda umfasst 886 ha kultivierbaren Boden, wovon im Jahre 1900 bereits 522 ha bebaut wurden, und zwar 193 ha direkt von der Verwaltung, 178 ha von Metayers, 151 ha von Pächtern. Das investierte Kapital trägt jährlich 5 °/0. Auf der Domäne lebt eine Bevölkerung von 124 Seelen, wovon 18 Griechen, der Rest Juden sind. In Anbetracht der guten Aussichten welche die Entwickelung dieser Gegend bietet, hat man hier einen Bahnhof der Smyrna- Eisenbahn angelegt. p p JUEDISCHE ACKERBAU-KOLONIEN IN ANATOLIEN. Von Prof. Dr. O. Warburg. (Auszüge aus einer grösseren Arbeit.) Neuerdings sind auch einige jüdische Dorfansiedelungen in Anatolien entstanden, und zwar wurden die Kolonien, bis auf eine bulgarische (aber wieder aufgegebene) Ansiedelung, sämtlich von rumänischen Juden begründet. Ein wesentlicher Unterschied zwischen diesen -jüdischen und den mohamedanischen Kolonien, besteht nun darin, dass letztere fast ausschliesslich aus Ackerbauern bestehen, die schon von Kindesbeinen an mit Hacke und Pflug umzugehen gewohnt sind; ferner bringen die meisten der mohamedanischen Kolonisten etwas Geld mit. Ganz anders begann die jüdische Kolonisation. Vor allem waren es keine gelernten Ackerbauer; denn seit dem rumänischen Gesetz über die Fremden vom 7. April .1881 waren die Juden daselbst auf dem Lande so gut wie rechtlos; sie besitzen nicht mehr das Recht des beständigen Aufenthaltes in den Dörfern und auf dem Lande. Wie kommen nun solche Leute dazu, Ackerbaukolonien zu gründen, wie haben sie es anzufangen, wie überhaupt durchzusetzen, und was sind, die Erfolge? Da Verfasser durch Zufall mit dem Schicksal dieser unglücklichen Leute bekannt geworden ist und sich redlich bemüht hat, das Schifflein dieser Kolonisation durch die schwere Brandung der Hindernisse und des Elends in ein ruhigeres Fahrwasser hinüber zu steuern, so glaubt er auch berufen zu sein, hier den Gang der Kolonisation in wenigen Strichen zu skizzieren.

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