Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Der äusserste Südwesten Palästinas
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 28 —. erörtert worden1), ohne dass bisher die Erörterung praktische Folgen gezeitigt hätte. Es ist der Zweck der folgenden Ausführungen, einiges Licht auf die Angelegenheit zu werfen, die, einmal angeregt, wohl nicht wieder von der Bildfläche verschwinden wird, bevor man nicht eingehend untersucht hat, ob nicht hier, wo ernste Bündernisse nicht vorliegen, der Anfang zu machen wäre zu einer grossangelegten segensreichen Kolonisationsthätigkeit. Wenn man bedenkt, dass viele Tausende von Juden hier in landwirtschaftlichen, kommerziellen und industriellen Berufen ihren Unterhalt gewinnen können — dass der Zustrom von wenigen Tausenden schon dieses Stück des schlafenden Orients ganz plötzlich umgestalten müsste — wenn man bedenkt, dass eine solche Umgestaltung nicht vor sich gehen kann, ohne dass sie uns auf die eine oder andere Weise — entweder auf dem Wege der selbstverständlichen Entwickelung, oder dadurch, dass der Grossherr nach dieser Probe jüdischer Schaffungskraft sich eines Besseren besinnt — auch das übrige Palästina, ja, den ganzen türkischen Orient öffnet, wenn man das bedenkt, so wird es klar, dass ein Anfang auf dem ägyptischen Teile Palästinas uns gerade so schnell zum Ziele führen wird, als ein Anfang irgendwo sonst in Palästina . . . wozu eben kommt, dass wir in dieser ägyptischen Südwest-Ecke heute schon die Thätigkeit beginnen können, während uns das übrige Land Palästinas verschlossen ist und niemand sagen kann, wann die Thore sich öffnen werden. * * * Wenn das Gebiet, von dem wir hier sprechen, bisher so wenig Aufmerksamkeit gefunden hat, so liegt das wohl hauptsächlich daran, dass niemand es kannte, dass keiner, der zu schreiben pflegt, dieses Weges gegangen ist, dass es des Interessanten nichts bietet, am allerwenigsten für den Durchschnittsreisenden, der gerade in Aegypten und in Palästina, von einer Sehenswürdigkeit zur andern kommt. Zudem wird bis jetzt die Reise von Port Said nach Jaffa oder umgekehrt nur zu Schiff zurückgelegt und die wenigsten denken auch nur an den Landweg. Durch Alles dies ist das Gebiet so unbekannt und so uninteressant geblieben, dass weder Aegypter noch Syrer es kennen, und dass ich sogar bei den Konsulaten der nächsten Nachbarbezirke nichts Genaueres erfahren konnte. Auf mehrfache Anfragen wurde mir schliesslich der beifolgende Reisebericht eines englischen Reverend — durch Vermittelung des Berliner Auswärtigen Amtes — zur Verfügung gestellt2) und zu guter letzt fand ich in einer englischen Fachschrift den gleichfalls beigefügten Bericht über die Reisen zweier anglo-ägyptischer Beamten. Leider schweigen beide Quellen über den im engsten Sinne palästinensischen Teil des Küstenstreifens, denn über den Nachal Mizrajim ist keiner dieser Reisenden, die alle von' Aegypten aus die Wanderung antraten, gekommen. Aber in Ermangelung eines besseren müssen wir uns zufrieden geben mit diesem Material über die Gegend westlich vom Nachal Mizrajim, die sich von B. Ebenstem: „Ein vergessenes Stück Palästina" („Ost und West", Januarheft 1901) und „Aegyptisch-Palästina" (derselbe Autor) in der „Welt" No. 46 (Nov. 1901). 2) Die deutsche Uebersetzung wurde in einem der Konsulate angefertigt.