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Palästina · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. Seite 29

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Der äusserste Südwesten Palästinas
Date
1902-01-01
Page
Seite 29 (sequence 3)
Language
German
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— 29 — der östlichen Seite des Grenzflusses kaum unterscheiden dürfte. Sollte trotzdem ein Unterschied bestehen, so spricht alles dafür, dass die grösseren Vorteile auf der palästinensischen Seite zu finden sein werden. Denn von Syrien aus reicht das Gerstenland von Gaza in dieses ägyptisch-palästinensische Gebiet hinein, und am palästinensischen Uter des Nachal Mizrajim befinden sich offenbar die grösseren Dattel- und Feigenpflanzungen. Zieht man ausserdem in Betracht, dass die Karte des Palestine Exploration-Fund eine ganze Reihe von Dörfern, Brunnen und sogar Wasserläufen auf diesem Gebiete verzeichnet, sowie dass einer unserer Gewährsmänner (A. R. Guest) das Vorhandensein eines brauchbaren Hafens, iy2 Meilen nördlich (d. h. natürlich nordöstlich) vom Wadi El-Arisch, konstatiert, so wird an der Entwicklungsfähigkeit dieses Stückes Palästina so wenig zu zweifeln sein als an der irgend eines anderen Teiles. Was sollte uns hindern, dem Beispiel der griechischen Siedler des Altertums zu folgen, die allenthalben neben den Städten der Phönizier ihre eigenen Niederlassungen gründeten! — Eine Grenzstadt am östlichen Ufer des Wadi El-Arisch hätte nicht unbedeutende Vorteile gegenüber der alten Stadt El-Arisch auf der Westseite desselben, nämlich die fruchtbarere Umgebung und einen leidlichen Hafen. * •* * Bevor ich jetzt die beiden Reiseberichte folgen lasse, halte ich es für nötig, die Ausführlichkeit dieses Artikels noch damit zu begründen, dass die Nachschlagewerke, die der Leser zurate ziehen könnte, hier gründlich versagen, — ein weiterer Beweis, wenn ein solcher noch nötig war, für die gänzliche Vergessenheit, der dieser Landstrich anheimgefallen ist. Zunächst bezeichnen alle Karten, die seit 1887 nicht revidiert worden sind, (der spätere Druck ist kein Maasstab!) das Gebiet noch als türkisch. Sodann aber herrscht in den Nachschlagewerken die grösste Konfusion über Flächeninhalt und ßewohnerziffer. Ei- Arisch ist nämlich ägyptische Gouvernementsstadt nicht nur des Küstenstreifens von Port Said bis zur syrischen Grenze, sondern auch der Halbinsel Sinai, welche die doppelte Grösse von Palästina hat. Dies ist wenig bekannt. Noch grösser wird die Konfusion durch eine Eigentümlichkeit des anglo-ägyptischen Census. Es findet sich nämlich in dem gerade für die englischen Interessensphären sonst besonders zuverlässigen „Statesmen's Yearbook" (1901) über das Gouvernement El-Arish die folgende Notiz nach dem Census von 1897: Areal V5 Quadratmeile [englisch — also 0,5 qkm] (!) Sesshafte Bewohner..... 4 080 Nomadisierende Bewohner . . . 12 910 Fremde......... 1 Gesamtziffer........ 16 991 Bevölkerung per Quadratmeile . 84,955 (!) Dies ist natürlich unsinnig. Die Erklärung ist aber einfach: Als Areal ist nur das bebaute angeführt, während in Wirklichkeit, wie gesagt, die

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