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Palästina · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. Seite 8

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Über die Notwendigkeit von Erforschungsarbeiten in Palästina und seinen Nachbarländern
Date
1902-01-01
Page
Seite 8 (sequence 3)
Language
German
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— 8 *— bewerkstelligen wären, an welche Vereine oder Persönlichkeiten man sich hierbei zu wenden hat u. s. w. Es wäre aber darauf Bedacht zu nehmen, den Rahmen der bisherigen Kolonisationsthätigkeit zu erweitern, und zwar nach zwei Richtungen. Die Kolonisation soll nicht nur . eine ausschliesslich landwirtschaftliche sein, vielmehr soll der Strom der Emigration auch nach den Städten geleitet werden. Handwerk und Gewerbe, Handel und Industrie, alle freien Berufe (Technik, Medizin, Rechtskunde, Journalistik u. s. w.) sollen von den Emigranten als Erwerbsquellen ins Auge gefasst werden, und die geplanten Erforschungsarbeiten hätten die Angaben hierfür zu liefern, in welchen Gegenden Berufe dieser Art mit Erfolg ausgeübt werden können. Es wäre zu untersuchen, ob etwa Arbeitergenossenschaften nach Art der russischen Artjels im Orient Beschäftigung finden könnten, welche Aussichten die Industrialisierung der Landwirtschaft böte, ob durch Anlage von klimatischen Frühjahrs- und Winterstationen der Zuzug von Fremden vermehrt und hierdurch zahlreiche Existenzen auf sicherer Basis geschaffen werden könnten. Die Kolonisation soll ferner nicht ausschliesslich aut Palästina beschränkt bleiben. Es empfiehlt sich, Palästina, welches vorläufig für die Emigranten am unzugänglichsten ist und das auch unter günstigeren Verhältnissen ~die ganze Masse auswanderungsbedürftiger Juden kaum fassen könnte, mit einem Kranze möglichst zahlreicher jüdischer Ansiedlungen zu umgeben, die mit einem künftigen grösseren Centrum in Palästina in reger Verbindung bleiben würden. Demnach hätten die vorgeschlagenen Erforschungsarbeiten auch Syrien, Anatolien, Cypern, die ägyptischen Grenzgebiete u. s. w. zu umfassen. Erst nach Vollendung dieser ersten Untersuchungen, welche die unerlässliche Informationsgrundlage für die gegenwärtig in Fluss befindliche Emigration herzustellen hätten, wäre es an der Zeit, die Bedingungen für grössere Ansiedlungen durch Kommissionen von Fachmännern erforschen zu lassen: die Bodenmeliorationen und -Sanierungen, welche vorzunehmen wären, die Stärke der natürlichen Kraftquellen, welche für Errichtung grosser Betriebe verwendet werden könnten, das Vorhandensein von Mineralschätzen u. A. m. Es erhält aus dem Gesagten, dass es sich nicht um Herstellung eines einzigen Werkes, sondern um die Durchführung und Veröffentlichung einer Reihe von immer umfassenderen Unteruchsungen handelt, so da:ss mit relativ geringen Mitteln begonnen werden kann. Erst mit der Zeit müssten die Fonds und die Arbeitskräfte vermehrt werden. Letzteres wird vielleicht um so gebotener erscheinen, als das mit den Erforschungsarbeiten betraute Komitee höchstwahrscheinlich auch zu direktem mündlichen und brieflichen Verkehr mit dem informationsbedürftigen Publikum berufen sein wird. Da dieses Komitee zahlreiche wertvolle Informationen gesammelt haben wird, von denen der Natur der Verhältnisse nach nur ein Teil zur Veröffentlichung gelangen kann, so wird es sich höchst wahrscheinlich zu einem Informationsbureau für die gesamte jüdische Kolonisationsthätigkeit im Orient entwickeln. Üa es andererseits alle für die Kenntnis von .Palästina und den umliegenden

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