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Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland · 1898-03-01 · Heft 5 (März 1898) · p. Seite 18

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Journal
Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
Volume
1898
Issue
Heft 5 (März 1898)
Date
1898-03-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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Kampfspiele, Discuswerfen, sogenannter griechischer Sport, begleitet von den unkeuschesten Gebräuchen und Sitten. Das entmannte, entnervte und altersschwache Griechenthum war ihr Vorbild, nicht das aus klassischer Periode; Halbbildung und übertünchte Kultur ohne jede innere Wahrheit trat als gefährliche Rivalin gegen das echte Judenthum auf, der Kampf zwischen Religion und Kultur hatte begonnen. Es war eine gefährliche Partei, die der Hellenisten; sie stand im offenen Kampf gegen die Makkabäer, und als der Held Juda Makkabi den Tempel bereits gereinigt und eingeweiht hatte, währte der Kampf gegen sie noch 20 Jahre, bis es endlich Simon, dem Makkabäer, gelang, sie aus der Burg Akra zu vertreiben und niederzuwerfen. Aus den Wirren aber, welche die Hellenisten angestiftet hatten, ging, wie aus jeder harten Schicksalsprüfung, reicher Segen hervor. Der Priester Onias IV., dessen Vater den Ausschreitungen der Hellenisten entgegengearbeitet und dabei seinen Tod fand, floh nach Aegypten an den Hof des gebildeten, Kunst und Wissenschaft fördernden Ptolomäus Philometor, der ihn freundlich aufnahm und die Erlaubniß ertheilte, den bekannten Oniastempel in der Gegend von Heliopolis zu bauen. Dort in Aegypten, besonders in Alexandrien, wurde gleichsam im Stillen der Wettstreit zwischen Judenthum und Griechenthum, Glauben unb Wissen, Religion und Kultur fortgesetzt, aber nicht in feindlichem, sondern in jenem versöhnlichen Sinne, der das Gute und Schätzenswerthe auf beiden Seiten willig anerkennt. Die griechische Uebersetzung der Bibel, die Septuaginta, die die Wahrheiten des Gottesbuches den Heiden in griechischem Sprachgewande ent" hüllte, und die nach der Auffassung jüdischer Geschichtsschreiber der am Hofe des gebildeten ägyptischen Königs verkehrende jüdische Philosoph Aristobul veranlaßt haben soll, auch das ganze jüdisch-alexandrinische Schriftthum mit seinem herrlichen Abschluß in den philosophischen Werken Philos bietet uns das schöne Schauspiel, wie das Judenthum geistig gekämpft und gerungen hat, um einerseits seine Selbständigkeit zu behaupten, andererseits seine Befähigung, Kultur und Bildung in sich aufzunehmen und zu verarbeiten, vor aller Welt Augen darzulegen. Männer wie Aristobul, Ezekielos, Philo der Aeltere, Sirach der Jüngere^ Theodotus und vor allem Philo der Alexandriner waren hochgebildete Geister, durchtränkt von griechischer Kultur und Philosophie und dabei echte und rechte Juden, treue Söhne Israels, Anhänger des reinen, ungefälschten väterlichen Glaubens. In ihrem Denken und Empfinden waren Judenthum und griechische Kultur harmonisch verbunden, und die talmudische Mahnung ward bestätigt und bethätigt: ngi jyy OS? *6rfeO fDCT* „Die Schönheit Japhets, d. h. griechische Bildung» wohne in den Thorazelten Sems". II. Verehrte Versammlung! Das zur Neige gehende neunzehnte Jahrhundert hat viel Ähnlichkeit mit der soeben von mir gezeichneten Makkabäerzeit. Jene alte, blühende jüdisch - alexandrinische Litteratur- _ _ V_•- _ - . "

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