Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Heft 5 (März 1898)
- Date
- 1898-03-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 Gleichstrebenden aus; Herr Rabbiner Dr. Blurüenthal-Ratibor überbrachte die Grüße und Glückwünsche seines Vereins und pries in begeisterten Worten die Begeisterung, welche zu entzünden und zu nähren die Hauptaufgabe der der Pflege unserer Geschichte und Litteratur gewidmeten Vereinigungen sei und bleiben müsse. Herr Gustav Levinstein widmete in formvollendeten Versen dem Vorsitzenden, Lob und Anerkennung, worauf Letzterer in tiefer Ergriffenheit seinen Dank aussprach und die Verdienste der Männer, welche zu Beginn des Werkes ihm ihre freudige Unterstützung geliehen, der Herren Kommerzienrath Julius Jsaae, Dr. Hirsch Hildesheimer, W. Bambus und Albert Katz, rühmend bervorhob. Ein Festlied des Herrn Dr. H. Hirschberg trug im Verein mit der vortrefflichen Küche des Herrn Peltesohn und den ausgezeichneten Palästina-Weinen wesentlich zur Erhöhung der Festesstimmung bei. Ihren würdigen Abschluß fanden die Veranstaltungen in der seitens des Berliner Vereins den Delegirten gewidmeten Chanukah-Feier, welche sich zu einer wahrhaft glänzenden Festlichkeit gestaltete. Nahezu achthundert Theilnehmer füllten den prächtigen Raum der „Schlaraffia" und lauschten zunächst dem von Fräulein Henriette Hirschberg mit bewährter Meisterschaft gedichteten Prolog. Hierauf ergriff Herr Rabbiner Dr. Frank-Köln das Wort zur Festrede, die wir ihrer propagandistischen Bedeutung wegen hier im vollen Wortlaut folgen lassen: Hochverehrte Damen, sehr geehrte Herren! f er Vorstand des hiesigen Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur hatte an mich. die ehrenvolle Aufforderung gerichtet, anläßlich des Verbandstages der Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur in Deutschland und der hier zu begehenden Chanukahfeier die übliche Festrede zu halten. Mit Zögern und einer gewissen Besorgniß folgte ich dieser Einladung, weil ich befürchtete, nach dem gestrigen Ruhetage, der einen dreifachen Charakter trug, Sabbath, Sabbath Rosch- Chodesch und Sabbath-Chanukah, und nach einer nächtlichen Eisenbahnfahrt von Köln nach Berlin nicht über die Körper- und Geislesfrische verfügen zu können, die erforderlich ist, eine Rede zu halten, die der Bedeutung des heutigen Tages und Festes entsprechend, nach Form und Inhalt eine intelligente Zuhörerschaft befriedigt. Allein, es fiel mir jene alte sinnige Midraschsage ein, nach welcher die Träger der Bundeslade während der Wüstenwanderung zugleich von der Bundeslade getragen wurden, eine Sage, welcher der schöne Gedanke zu Grunde liegt, daß Derjenige, der Göttliches, Hohes, Erhabenes auf sich nimmt, zugleich Kraft gewinnt und nicht ermüdet und ermattet; und so schöpfte auch ich denn die Hoffnung, daß, wenn man zur Chanukahfeier, deren Fundament Religion und Glaube, und in einem Vereine für jüdische