Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Heft 5 (März 1898)
- Date
- 1898-03-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Herr Dr. Karpeles betont, daß dies bereits jetzt in ausgedehntestem Maße geschehe, und daß auch in Zukunft allen dahingehenden Wünschen weitestgehende Berücksichtigung gewidmet werden würde, worauf der Antrag als erledigt erachtet wird. Ein Antrag des Vereins zu Köln, „Herausgabe einer billigen jüdischen Volksbibliothek, mit Josephus und Philo beginnend", wird, nachdem Herr Dr. Hirsch Hildesheimer die zeitweilige Unausführbarkeit dargelegt, zurückgezogen. Das Gleiche geschieht mit dem Antrag des rheinisch-westfälischen Verbandes: „Der Centralverband veranlaßt die Drucklegung ihm überwiesener guter Vorträge und erstrebt deren größtmöglichste Verbreitung, eventuell durch Anschluß an ein bereits bestehendes derartiges Unternehmen." Herr Rabbiner Dr. David mahnt den Verbandsvorstand, bei der Drucklegung und Verbreitung von Vorträgen, wie bisher, die größte Vorsicht walten zu lassen und sich bewußt zu bleiben, daß der religiöse Geist bevorzugte Pflege finden müsse, weil aus ihm auch die Geschichtsvereine ihre Kraft schöpfen, weil zudem letztere nur durch die Schonung der religiösen Ueberzeugungen und Empfindungen das Werk einträchtigen Zusammenwirkens vollbringen können. Herr Dr. Hirsch Hildesheimer bringt ein Schreiben des Leipziger Vereins zur Verlesung, in welchem eine geeignete Veröffentlichung der Referate über die Vorträge gewünscht wird, und regt an, daß die „Mittheilungen" des Verbandes eine entsprechende Erweiterung erfahren mögen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft, und der Vorsitzende schließt die Konferenz. Nachdem Herr Professor Horowitz-Thorn dem Vorstände für die Führung der Geschäfte sowie den Vorsitzenden für die Leitung der Verhandlungen gedankt und die Versammlung unter einhelligem Beifall sich von ihren Sitzen erhoben, gab Herr Dr. Karpeles seiner innigen Freude über den Verlauf des Verbandstages in herzlichen Worten Ausdruck, indem er namentlich seine volle Uebereinstimmung mit den letzten Worten des Herrn Dr. David betonte, und erklärte dann um 5 Uhr den zweiten Verbandstag für geschlossen. Nach dem Maariw-Gebet und dem Anzünden der Chanukah-Lichter vereinigte sich ein großer Theil der Telegirten zu einem Festmahl, das der Vorsitzende des Festkomitees, Herr Sanitätsrath Dr. Jastrowitz, mit Worten herzlicher Begrüßung eröffnete. Sodann entwickelte Herr Rabbiner Dr. Rosenthal-Pr. Stargard unter Ausdeutung der Meinungsverschiedenheit der Schule Schammais und Hillels über die Reihenfolge beim Entzünden der Chanukah-Lichter die Aufgaben der Geschichtsvereine, welche er hauptsächlich in der Pflege der Wissenschaft erblickt, um dann mit einem Trinkspruch auf den Verbandsvorstand zu schließen. Herr Hähnlein-Bochum gab dem Wunsche eines Zusammenwirkens von Synagoge und Haus Ansdruck; Herr Dr. David feierte in schwungvoller Rede den edlen Geist und heiligen Eifer, der in den Vereinen walte; Herr Dr. Brann- Breslau widmete mit geistvollen Ausführungen den Gastgebern, den Vorstandsmitgliedern des Berliner Vereins, sein Glas; Herr Dr. Hirsch Hildesheimer sprach den auswärtigen Gästen den Dank der hiesigen