Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Heft 5 (März 1898)
- Date
- 1898-03-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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\'.r *."*■*. i:' ' ■ .. ' ' ' — 9 — Zeit zu Zeit auf das Ganze zu richten. Verbinden Sie wissenschaftliche Tiefe mit populärer Klarheit, dann werden Sie der gesammten Glaubensgenossenschaft große Dienste leisten und unserer Jugend vieles von Demjenigen geben können, was sie seit Generationen vermißt hat! * Der Vorsitzende dankt den Rednern für ihre herzlichen Worte und fordert* zur Wahl des Büreaus auf. Dasselbe, durch Zuruf gewählt, setzt sich folgendermaßen zusammen: Dr. Gustav Karpeles erster, Professor Dr. Horowitz-Thorn zweiter Vorsitzender, Dr. Eug. Merzbacher-München erster, M. Hähnlein-Bochum zweiter Schriftführer. Zunächst erstattet der Vorsitzende den Bericht des geschäftsführenden Ausschusses. Der Verband wurde am 24. Dezember 1893 mit 29 Vereinen begründet. Heute sind es 88, welche sich über alle Theile Deutschlands erstrecken. Im Jahre 1891 bestanden nur drei Vereine; die Ausbreitung von Memel bis Metz sei sicherlich ein Verdienst des Verbandes. Die Vereine haben auch in den religiös zerklüfteten Gemeinden die Einigung hergestellt und gefördert, in einzelnen überhaupt erst einen Zusammenhang unter den Mitgliedern herbeigeführt. Allerdings haften dem jungen Werke noch Mängel an, deren Beseitigung eben der Verbandstag berathen soll. Die sehr knappen Mittel haben nur eine sehr bescheidene Thätigkeit ermöglicht. Ueber 50 Schriften seien den Vereinen zugestellt, über 1000 Briefe mit Auskünften über Vortrags-Material rc. geschrieben worden. Von den 88 Vereinen habe kaum einer nicht den Rath und die Mitwirkung des Verbandes angerufen. Der Verband sei jetzt mit der Verwirklichung des Zwecks gemeinsamer Publikation durch Herausgabe eines „Jahrbuchs der Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur" beschäftigt, das bereits 4000 Bestellungen aus den Vereinen aufweisen kann, in den nächsten Wochen erscheinen wird und, wie die Namen der Mitarbeiter beweisen, als eine hervorragende Leistung des Verbandes zu bezeichnen sei. Redner schildert die Schwierigkeiten, die der Begründung von Vereinen, leider auch von Denjenigen, die am ehesten berufen und verpflichtet sind, sie zu fördern, entgegengestellt werden, dann die Schwierigkeiten, die Vereine in kleinen Gemeinden lebensfähig zu erhalten. Letzteren müsse vor allem geholfen werden und werde durch Begründung eines Fonds zur Aussendung von Wanderrednern am wirksamsten geschehen, welche deshalb seitens des Berliner Vereins beantragt werde. Redner empfiehlt die Errichtung von Vereins- Bibliotheken und Lesehallen und vor allem von Fortbildungs - Kursen, welche sich hier in Berlin und anderwärts als sehr segensreich erwiesen haben. Hauptaufgabe sei die Belehrung, deshalb müssen auch die Vorträge viel populärer gehalten und das Schwergewicht der Arbeit in die Diskussions-Abende verlegt werden. Hierauf erstattet der Schatzmeister des Verbandes, Herr Kommerzienrath Julius Jsaac, den Kassenbericht: Dem Verbände gehören 43 Ber-