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Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland · 1898-03-01 · Heft 5 (März 1898) · p. Seite 6

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Journal
Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
Volume
1898
Issue
Heft 5 (März 1898)
Date
1898-03-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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— 6 — Es schafft sich eben durch die gnadenreiche Vorsehung Gottes jede Zeit das geeignete Mittel zur Erhaltung und Mehrung ihres überlieferten heiligen Erbgutes. Sachlich ist nun das Mittel, daß Sie ergriffen haben, genau dasselbe, was unsere Vorfahren zu dem gleichen Zwecke angewandt haben. Früher war es das sogenannte „Lernen"^ die Verbreitung der Thora und aller auf das Religionsgesetz bezüglichen Wissenschaften, was edles Selbstgefühl geweckt hat; heute ist es auch nur die Thora, aber die Thora in all den mannigfachen geistigen und sittlichen Ausstrahlungen, die aus ihrer Lichtquelle im Laufe der Zeiten in Litteratur und Geschichte hervorgegangen sind. Formell nur ist das Mittel ein anderes, ich meine den edlen, allen ästhetischen, logischen unk rhetorischen Anforderungen entsprechenden Vortrag. Die Anregung hierzu konnte freilich nur von Deutschland ausgehen, wo das Vortragswesen allgemein auch auf den anderen Gebieten des Geisteslebens in hoher Blüthe steht, was, nebenbei bemerkt, wiederum ein Beweis ist^ wie sehr wir Juden uns selbst in den auf die Wahrung unserer religiösen Interessen gerichteten Maßnahmen den Uebungen und Gewohnheiten unserer nichtjüdischen Landesgenoffen anschließen. Ja, hochverehrte Anwesende, jede Zeit hat, wie ihre besonderen, von Gott geordneten Führer, so auch ihre eigenen Bildungs- und Vereinigungsmittel. Möge Gott der Herr, der die Zeiten regiert, beide segnen, die Führer, daß sie von jener Begeisterung erfüllt seien und bleiben, die alle Hindernisse überwindet, und die Mittel, daß sie sich, als zweckentsprechend erweisen und die Herzen der Glaubensgenossen zw heilvollen Werken entflammen. Möge Gottes Segen auf Ihrer Versammlung und Berathung ruhen, damit Ihre Beschlüsse unserer. Gesammtheit zum Heile gereichen für und für! Amen! * Hierauf hielt Herr Syndikus Dr. Minden Namens des Ausschusses des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes folgende Ansprache: Meine sehr geehrten Herren! Am Namen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes beglückwünsche ich Sie zu den schönen Erfolgen, die Sie in den wenigen Jahren des Bestehens Ihrer Vereine errungen haben, und spreche Ihnen die Hoffnung aus, daß Sie auch in Zukunft in gleich glücklicher Weise vorwärts schreiten mögen. Der Gemeindebund hat, entsprechend dem Geiste, in dem er begründet war, schon früh die Pflege der jüdischem Geschichte und Litteratur in den Kreis seiner Aufgaben gezogen. Im Jahre 1885 wurde auf seine Veranlassung und mit seiner Unterstützung die „Historische Kommission zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland" gegründet. Diese Kommission wurde aus neun Männern zusammengesetzt, drei Historikern jüdischen Bekenntnisses, drei Historikern christlichen Glaubens und drei

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