Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland · 1898-03-01 · Heft 5 (März 1898) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
Volume
1898
Issue
Heft 5 (März 1898)
Date
1898-03-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2378030-2378085-2378084--0098-2379723
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4 muß uns mit froher Zuversicht und unversieglichem Optimismus erfüllen. Unsere Hoffnungen stnd nicht geringer als unsere Wünsche. Weihevoll ist die Zeit! Noch sind die Lichter nicht verglommen, die an der Hasmonäer Glaubenstreue erinnern. Zwei Jahrtausende sind seit ihrem Opfermuth und ihren Siegen vergangen. Wieder wendet sich das Jahr dem Lichte zu. Möge Ihre Arbeit gesegnet sein und dem Lichte dienen! Das walte Gott! Hierauf hieß Herr Rabbiner Dr. May bäum die Versammlung Namens des Rabbinats der jüdischen Gemeinde willkommen: ochverehrte Anwesende! Von meinen Kollegen im hiesigen Rabbinate, welche dem diesbezüglichen Ansuchen Ihrer verehrlichen Verbandsleitung gern stattgegeben, ist mir der ehrenvolle Auftrag geworden, Sie, hochverehrte Anwesende, Namens des hiesigen Rabbinatskollegiums zu begrüßen und in unserer Mitte willkommen zu heißen. Meine Kollegen waren hierzu nicht blos darum so bereitwillig, weil sie in dem Ansuchen Ihrer verehrlichen Verbandsleitung eine Ehrung für das hiesige Rabbinat erblicken zu dürfen glaubten, sondern vielmehr, weil es ihnen symptomatisch zu sein schien für das innige Verhältniß, das zwischen den Rabbinern überhaupt und den Vereinen für jüdische Geschichte und Litteratur in Deutschland besteht, und weil es gut ist, daß dieses Verhältniß aus dem Stadium des Symptoms heraustrete und sich vor aller Welt als thatsächliche Wirklichkeit erweise. Oder besteht etwa dieses Verhältniß nicht in Wirklichkeit? Sind die Rabbiner nicht in den meisten Gemeinden Deutschlands die Hauptstützen der Vereine, ihre Begründer, ihre Leiter und ihre unermüdlichen Förderer? Sind sie es nicht, von denen die meisten Vorträge gehalten werden, und die sich auch zu Vorträgen in auswärtigen Vereinen stets bereit finden lassen? Kein Zweifel, das innige Verhältniß besteht thatsächlich, und wie könnte es auch anders sein! Sind ja die Zwecke, welche die Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur verfolgen, genau dieselben, die jeder Rabbiner in seinem Wirkungskreise erstreben muß, wenn er anders eine seiner wichtigsten Berufspflichten nicht versäumen will. Durch die Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur soll in unseren Glaubensgenossen vor allem jener edle Stolz wieder erweckt werden, der ihre Vorfahren erfüllte im Hinblick auf den hehren, mit allen Anforderungen der Sittlichkeit und mit allen Aufstellungen der Vernunft übereinstimmenden Lehrinhalt ihrer Religion; es soll ferner das ebenso nothwendige wie berechtigte Selbstgefühl in ihnen genährt werden durch den Nachweis, daß unser Stamm zu allen Zeiten und in allen Ländern, in denen er geweilt, nicht blos durch seinen Einfluß auf das religiöse Leben der Völker, sondern auch durch seine bedeutsame Mitarbeit auf allen Gebieten menschlicher Kultur und Bildung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.