Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 19 (Dezember 1911)
- Article
- Zur Geschichte des Verbandes
- Date
- 1911-12-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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3 der so unendlich viel für die jüdische Geschichte und Literatur getan hat. Die Gemeinde wünscht, daß in seinem Sinne der Verband weiter wachse und blühe, daß die gemeinsame Arbeit weiter gedeihen möge und der Verband an Kraft zunehme. Die jüdische Gemeinde kann den Verband nur mit größtem Wohlwollen begrüßen." Der Vorsitzende dankte im Namen des Verbandes und erteilte Herrn Rabbiner Dr. Eschelbacher, dem Vertreter des Rabbiner- Verbandes das Wort. Dr. Eschelbacher: Im Namen und im Aufträge des Rabbinerverbandes begrüße ich Sie und entbiete Ihnen die besten Wünsche für Ihre weitere Wirksamkeit. Ihre vorzügliche, hohe Wirksamkeit liegt auf einem Gebiete, das zuerst die Rabbiner bearbeitet haben, das aber doch der Mitarbeit bedarf. Ihr Verein bildet einen neuen Teil in der Geschichte der Juden. Der Rabbiner der alten Zeit konnte vorwiegend ein Gelehrter sein und auch mit Jünglingen, die durch ihn in die Wissenschaft eingeführt wurden, Studien treiben. Heutigen Tages haben wir es immer mehr erkannt, wie notwendig es ist, nicht nur auf der Kanzel und in der Studierstube über das Judentum zu sprechen, sondern in unfern Vereinen auf den verschiedenen Gebieten der Wissenschaft zu arbeiten. Es gilt besonders in unserer Zeit, dem Jndifferentismus und Abfall zu steuern. Nicht besser aber können wir ihm entgegentreten, als wenn wir die Kenntnis der jüdischen Geschichte und Literatur verbreiten. Es ist sehr wichtig, daß uns darin der Laie unterstützt und zur Seite steht, denn dem Rabbiner begegnet das Vorurteil, daß er von einem beschränkten Standpunkte spricht. Wir freuen uns, daß die Zahl der Bekehrer über das Judentum in weiten Kreisen zunimmt, daß das Interesse für die Geschichte und Literatur des Judentums immer mehr geweckt wird. Wir können nicht genug, auf unsere Vergangenheit Hinweisen, auf das Ringen und Kämpfen und auf die Schöpfungen unserer Vorfahren, in denen wir unerschöpfliche Lebenskraft finden und die uns ermutigen zur Arbeit für die Zukunft. Darum wollen wir uns von den trüben. Erlebnissen nicht bestimmen lassen, sondern wollen auf das Schöne und Hoffnungsvolle blicken und "Mut fassen im Hinblick auf unsere Vergangenheit." Vorsitzender.- Wir danken Herrn Rabbiner Dr. Eschelbacher für seine Worte und treten für ein treues Zusammenhalten mit den geistigen Führern, die in dem Rabbinerverbande kulminieren, ein. — Hierauf erstattete der Schatzmeister Herr Alois A. F. Marcus den Kassenbericht, dessen Details wir aus Raummangel hier nicht aufführen können. Der Antrag auf Erteilung der Decharge wurdo einstimmig angenommen und dem Schatzmeister der Dank der Versammlung ausgesprochen. Herr Benas Levy machte sodann Vorschläge, wie das nach seiner Ansicht nicht genügend rege Leben vieler Vereine zu heben sei, und wie ein intensiverer Gedankenaustausch durch die verschiedenem