Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1911
- Issue
- Heft 19 (Dezember 1911)
- Article
- Zur Geschichte des Verbandes
- Date
- 1911-12-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2378030-2378057-2378058-2379120--1002-2379136- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
—;2 — Gruß an die Fernen und Nahen zu, besonders dem Delegierten des Rabbinerseminars, HerrnDr. Wo.hlgemuth,desRabbinerverbandes, Herrn Dr. E s ch elb ach er und dem Vorstand und Delegierten der jüdischen Gemeinde, Herrn Geheimrat Professor Dr. Landsberg. Die jüdische Gemeinde Berlin hat den regsten Anteil an dem Berliner Literaturverein genommen, sie hat als erste uns mit einem großen Beitrag unterstützt und hat ferner in letzter Zeit außerordentlich viel aufgeboten für die Förderung der Studien jüdischer Wissenschaft und Literatur. Wir begrüßen es auch heute mit besonderer Freude, daß viele deutsche Vereine vertreten sind. Wir vermissen leider einige bedeutende Männer, die noch an dem letzten Verbandstage und an den früheren teilnahmen, es ist eine große Lücke, die der Tod in unserer Reihe gerissen hat; es sind zum größten Teil die Begründer des Verbandes, die besten Namen in der deutschen Judenheit: Alphonse Jacobson, Willi Bambus, Siegfried Freund -Dortmund, Oscar Berlin und der zuletzt verstorbene Hirsch Hildesheimer, nicht der letzte unserm Herzen. Besonders aber haben wir den Verlust von Gustav Karpeles zu beklagen. Man braucht den Namen nur zu nennen, die Wunde wird wieder frisch, die ganze Schwere und Herbe des Verlustes wird wieder neu. Er war nicht nur der Begründer des Verbandes, sondern man darf sagen, er war der Verband und der Verband war er. Von ihm stammt die Idee der Begründung des jüdischen Geschichts- und Literaturverbandes. Seit 1896 hat er an der Spitze des Verbandes gestanden, er hat den Verband ausgestaltet. Alle Ideen, die der Verband bisher ausgeführt hat, entstammen dem Kopfe Gustav Karpeles, und seine Tatkraft hat an ihren Ausführungen begründeten Anteil gehabt. Wir werden Ihnen später Vorschlägen können, wie wir seinen Namen in unserer Mitte erhalten wollen. Der Name Gustav Karpeles wird stets in Dankbarkeit und zum Segen genannt werden." Die Delegierten erhoben sich zu Ehren der Verstorbenen von den Sitzen. Der Vorsitzende erteilte dem Vertreter der jüdischen Gemeinde, Herrn Geheimrat Professor Dr. Landsberg ba§ Wort. Geheimrat Landsberg: Meine sehr verehrten Herren! Der Vorstand der jüdischen Gemeinde Berlin hat mir den dankbaren Auftrag übertragen, den Verein in seinem Namen zu begrüßen. Meine Herren! Den wärmsten Dank schuldet die Gemeinde Berlin dem hiesigen Verein und dem Verbände. Ich habe heute die Akten des Vereins durchblättert, und ich muß sagen, ich bin erstaunt und begeistert von der großen Leistung, die der hiesige Verein für die Gemeinde getan hat, durch Vorträge, Diskusstonsabende und Fortbildungskurse. Nicht minder wichtig ist das, was der Verein für die Fortbildung und Ausbildung unserer jüdischen Religionslehrer geleistet hat. Dafür spricht die jüdische Gemeinde ihren Dank aus. Sie gedenkt dabei mit Wehmut des langjährigen Leiters, des schon mit beredten Worten gedacht wurde, des verewigten Gustav Karpeles,