Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 11 (Dezember 1903)
- Article
- Verbandstage der Literaturvereine
- Date
- 1903-12-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2378030-2378041-2378042-2378489--0470-2378526- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
19 stellen, welche für ein paar Jahre Material bilden und zum Muster für andere Jugendschriftsteller dienen würden. Herr Willibald Loewenthal bittet dringend die Verbandsleitung, von geschäftlichen Unternehmungen sich fern zu halten. Die Idee sei nur ausführbar, wenn ein tüchtiger Buchhändler zur Leitung des geplanten Unternehmens gewonnen würde. Der Referent ist mit der Uebergabe der Ausführung an einen Buchhändler vollständig einverstanden. Die Wahl der Kommission wurde einstimmig genehmigt und in dieselbe die Herren Dr. Karpeles, Klausner, Katz, Bambus und Dr. Eschelbacher gewählt. Die Konferenz hat sich alsdann noch mit den bis zum Schluß zurückgestellten Berliner Anträgen zu befassen. In mehrfach erregter Debatte wurde gegen die Verbindung der drei Anträge protestiert und ihre Einzelberatung deshalb beschlossen. Der bereits im Berliner Literaturverein angenommene Antrag Willibald Loewenthal: „Die Generalversammlung beschließt, eine kurz gefaßte Schrift von ca. drei Bogen herauszugeben, in welcher die im Neuen Testament enthaltenen Lehrsätze den entsprechenden Quellen aus dem jüdischen Schrifttum gegenübergestellt werden. Den Verbandsvereinen sind Exemplare für jedes ihrer Mitglieder zur Verfügung zu stellen", wird ebenfalls genehmigt und die Abfassung der Schrift den Herren Prediger Dr. Levin und Dozent Dr. Elbogen übertragen. Ein Antrag Bambus: „Der Verein beauftragt seine Delegierten, auf dem Verbandstage zur Sprache zu bringen, in welcher Weise wissenschaftliche Forschungen auf dem Gebiete der jüdischen Kulturgeschichte anzuregen sind", wird der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums überwiesen. Es folgt zum Schluß folgender Antrag Bernfeld und Levin: „Es soll die jüdische Geschichte von Esra bis zur Gegenwart nach einem bestimmten Plane in kurz bemessenen Zeiträumen behandelt werden, in deren Mittelpunkt stets eine hervorragende Persönlichkeit zu stellen ist. Diese Zeiträume sind in Vorträgen darzustellen, die den Rednern des Verbandes der Literaturvereine zu übertragen wären. Nach Jahren sollen diese Vorträge von einem Redaktionsbureau aneinandergereiht und so ein Volksbuch geschaffen werden, welches die Religions-, Literatur-, Leidens-, Emanzipations- und Kulturgeschichte, die das jeweilige Leben des Volkes behandelt, enthält." In seinen mit allgemeinem Beifall aufgenommenen Ausführungen begründet der eine der Antragsteller, Herr Prediger Dr. Lev in, kurz diesen Antrag. Er führt die Mängel der bisher vorliegenden Werke an, welche in keiner Weise Volksbücher seien; das zu schaffende Werk, dessen Ausführung er im einzelnen