Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 11 (Dezember 1903)
- Article
- Verbandstage der Literaturvereine
- Date
- 1903-12-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 bereits die Kosten gedeckt und unter Abzug aller Unkosten noch alljährlich 100 Druckbogen herausgegeben werden können. 2000 Abonnenten könne man aus den Kreisen der deutschen Judenheit rechnen, 1000 aus dem Ausland; dazu kämen noch eine große Zahl Bibliotheken und viele Christen, die solche Bücher gerne kaufen. Es werde auch nicht schwer fallen, 60 Gesellschafter mit einer Einlage von je 500 Mk. zu werben. Das Bedenken der Unausführbarkeit des Planes teile er nicht, da die erforderliche Abonnentenzahl leicht zu erreichen sei; jedenfalls scheine der Nutzen der Sache so groß, daß man das Unternehmen ruhig wagen sollte. Mit der neugegründeten Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums werde die Idee nicht kollidieren, da sich die erwähnte Gesellschaft in ihren Schriften naturgemäß nur an die Gelehrten wenden müsse, während durch das angeregte Projekt die Popularisierung der jüdischen Wissenschaft erstrebt werde. Die Schaffung einer. Art jüdischen Kolportage sei eine unbedingte Notwendigkeit, um den Erzeugnissen der jüdischen Literatur einen Leserkreis zu schaffen. Alle diejenigen, die sich heute mit diesem Gebiet beschäftigen, wüßten, daß es gegenwärtig nicht nur daran fehle, daß jüdische Bücher nicht verlegt werden können, weil die Verleger nicht auf die Kosten kommen, sondern daß es andererseits auch an Schriftstellern fehle und daß diese jahrzehntelang nach einem Verleger suchen müssen. Die angeregte Organisation bietet die Gewähr, daß die Werke auch gelesen werden. Der Referent bittet zum Schluß seiner Ausführungen, eine Kommission zu wählen, um das Projekt nach der literarischen und materiellen Seite in Erwägung zu ziehen. Ein Antrag Spiewkowski, der Jugendliteratur Aufmerksamkeit zu schenken, wird in die lange Debatte mit einbezogen. Gegen die Ausführungen Dr. Bernfeld's, daß die Ideen der gedachten Organisation und der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums die gleichen, wendet sich Dr. Karpeles, welcher die wissenschaftliche Konkurrenz bestreitet, eine ideale Konkurrenz jedoch zugibt, und bittet, nut der Anregung noch bis zur Konsolidierung der Gesellschaft zu warten. Herr Hühnlein .wünscht die Ernennung einer fünfgliedrigen Kommission, welche zur Ausführung der Idee mit der Gesellschaft Fühlung nimmt, damit letztere das zu Erstrebende als eigenen Zweig ihrer Tätigkeit zur Ausführung bringe. Herr Klausner glaubt, daß gegen den Vorschlag, eine Kommission zu ernennen, nichts eingewendet werden könne, die Kommission werde erst nach der Aufbringung des erforderlichen Kapitals etwas tun können. Rabb. Dr. Eschelbacher betont das dringende Bedürfnis nach einer Volks- und Jugendliteratur; aus alten Jahrgängen jüdischer Zeitungen, aus alten Kalendern ließen sich vorzügliche Erzählungen zusammen-