Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 11 (Dezember 1903)
- Article
- Verbandstage der Literaturvereine
- Date
- 1903-12-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
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20 angiebt, solle nicht nur das Volksgemüt ergreifen, sondern auch den Volksgeist beleben und erleuchten. Die Form des Vortrages, welcher eine gewisse strenge Wissenschaftlichkeit voraussetze, würde der Sache am bestendienen. Personenkultur solle in dem Werke auf keinen Fall getrieben werden, die Persönlichkeiten seien nur als Vertreter einer bestimmten Zeit zu betrachten und um dieselben müsse der ganze Stoff gruppiert werden. Der Verband sollte eine bestimmte Zahl von Rednern auswählen, um die Vorträge — etwa 30 — halten zu lassen. In 3—4 Jahren könnte das Werk abgeschlossen sein, in dem kein Parteigeist sich irgendwie hervordrängen solle. In der folgenden Debatte begegnete die Idee bei allen Rednern freudiger Zustimmung und der Antrag wurde einstimmig zum Beschluß erhoben. Punkt 2 der Tagesordnung betreffend die Organisation von Provinzialverbänden findet dadurch seine Erledigung,' daß, nachdem Rabbiner Dr. Freund-Ostrowo das Tätigkeitsgebiet der Provinzial- und Bezirksverbände umgrenzt und Dr. Karpeles die Notwendigkeit der Errichtung von 2 Provinzialverbänden in Schlesien, 2 in der Rheinprovinz und je eines in Ost- und Westpreußen dringend hervorgehoben hatte, Rabbiner Ellguter-Neiße sich bereit erklärt, einen Verband für Schlesien in die Wege zu leiten'"). Damit war um 7 Uhr abends die Tagesordnung erschöpft. Die Delegierten schieden, sichtlich befriedigt von dem günstigen Eindruck der Verhandlungen, welche für die Fortbildungskurse, die 'Bezirks- und Provinzialverbände und für die literarischen Publikationen hoffentlich gute Resultate zeitigen werden. *) Der Verband ist nunmehr bereits begründet.