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Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland · 1903-12-01 · Heft 11 (Dezember 1903) · p. Seite 16

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Journal
Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
Volume
1903
Issue
Heft 11 (Dezember 1903)
Article
Verbandstage der Literaturvereine
Date
1903-12-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 seinen MitgliedZvereinen etwas leistes wenn nicht zuvor die Vereine dem Verband etwas geleistet haben. Um dieses Dilemma zu beseitigen, hat man einen Wanderrednerfonds geschaffen, der auf die Höhe von 8500 Mk. gekommen ist und einen Jahresertrag von 255 Mk. bringt. Man hat mit Hilfe dieses Fonds in dem ersten Winter ungefähr nichts tun können; im zweiten Jahr ist man sehr verschwenderisch gewesen, indem man die Zinsen beider Jahre verwendet hat. Selbst nach den bescheidenen Anforderungen an die wir uns gewöhnt haben, ist leicht zu ermessen, eine wie geringe Zahl von Rednern ausgeschickt werden konnte. Wollen Sie warten, bis der Fonds durch Zinsenzuwachs eine Höhe erreicht hat, die ihm erlaubt, eine irgend nennenswerte Zahl von Rednern zu entsenden, so werden Sie gut tun, ein Statut ausarbeiten zu lassen, das in Kraft tritt — nachdem unsere Urenkel die Majorennität erreicht haben. Soll irgend etwas Nennenswertes geleistet werden, so muß mindestens die Hälfte des Fonds in einem Jahr verwendet werden. Und da gibt es nur eine Aushilfe: daß man das Kapital verwendet und nicht allein die Zinsen. Bei allen Unternehmungen, wie es der Verband der Vereine ist, scheint mir ein Moment ganz unentbehrlich: das frische, fröhliche Gottvertrauen. Je nützlicher das Geld verwendet ist, desto leichter wird sich wieder Jemand finden, der ein Kapital zu dem gleichen Zweck zur Verfügung stellt. Es giebt keine größere Verschwendung als die der Kapitalisierung für gemeinnützige Zwecke, es gibt keine schlechtere Anlage als die eiserne Kapitalisierung. Den Luxus kann sich nur gestatten, wer außerordentlich reich ist, und Spuren von Reichtum bin ich — außer auf geistigem Gebiet — hier im Verband noch nicht begegnet. Sie haben eben gehört, welche außerordentliche Ausdehnung der Aufgabenkreis des Verbandes haben soll. Ich bin mit großer Aufmerksamkeit den Ausführungen des Herrn Vorredners gefolgt. Ich habe mir gesagt: wenn das Wahrheit geworden ist, so werden wir in einem paradiesischen Zustand des Judenreiches leben. Der Herr Vorredner hat nur eines vergessen: daß es auch auf geistigem Gebiete keinen Staat ohne Steuern geben kann. Selbst mit dem größten Idealismus läßt sich über das Materielle nicht hinwegkommen; und da der Fonds nicht groß genug ist, so wird kaum etwas übrig bleiben, als darauf bedacht zu sein, den Literaturvereinen andere Hilfsmittel zu erschließen. Und diese sind, da die einzelnen Mitglieder nicht in höherem Maß herangezogen werden können, einzig in den vorhandenen Organisationen zu suchen. Wir haben gehört, daß „in mustergiltiger Weise" die jüdische Gemeinde Berlin den größten Beitrag leistet. Die Gemeinde Ratibor zahlt bei einem Bestand von 800 Seelen 50 Mk. Um das Beispiel

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