Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 11 (Dezember 1903)
- Article
- Verbandstage der Literaturvereine
- Date
- 1903-12-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
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15 lung jüdischer Zeitfragen und durch künstlerisch gehobene Unterhaltung und edle Geselligkeit finden. 3. Die nähere Einrichtung und Ausgestaltung wird den örtlichen Verhältnissen angepaßt. Es kann an bestehende Organisationen auch außerhalb der Literaturvereine angeknüpft werden; doch sollen, wo irgend angängig, die letzteren die Kurse als besonderen Zweig ihrer Tätigkeit betrachten und deren Leitung (unter entsprechender Mithilfe der jungen Leute selbst) in intellektueller und materieller Beziehung übernehmen. Zur Frage des Wand errednerfonds sprach darauf Redakteur Klausner-Berlin: Meine Herren! Als mir das Referat übertragen wurde, war das Statut bereits suspendiert. Man hatte im Jahr 1897 schon eine Kommission eingesetzt — zu Unrecht gegen das Statut — die dem § 7 des Statuts eine geänderte Fassung geben sollte. In dem § 7 ist bestimmt: „Zur Mitgliedschaft ist jeder Verein berechtigt, der die Pflege der jüdischen Geschichte oder Literatur oder beides in seinen Statuten hat. Der Beitrag ist dem Belieben jedes Vereins überlassen, muß aber mindestens Mk. 0,50 pro Jahr für jedes zahlende ordentliche Mitglied des betreffenden Vereins betragen." Das Bedürfnis, diesen Paragraphen zu ändern, ist daraus entstanden, daß das Statut zwar sehr verehrt, aber nicht beachtet wurde. Um das Mißverhältnis einigermaßen auszugleichen, ist man auf den Gedanken gekommen, die Beitragspflicht der einzelnen Verbandsvereine zu ermäßigen. Wenn dann diese Vereine den ermäßigten Beitrag immer noch nicht zahlen, so ist doch eine Verringerung der Differenz zwischen Soll und Ist herbeigeführt. Das ist aber auch Alles. Innerhalb der Kommission waren zwei Strömungen. Die eine Strömung ging dahin, daß es wünschenswert sei, die Differenz erheblich zu vermindern, und zu dem Ende wurde vorgeschlagen, beinahe generell, den Beitrag auf die Hälfte herabzusetzen, ohne daß den großen Vereinen Zwang angetan werden sollte, die aus innerem Herzensdrange den früheren Beitrag würden leisten wollen. Die andere Richtung lehnte so radikales Vorgehen ab. Von ihr ging der Vorschlag aus, der auch von der Kommission gutgeheißen wurde, daß die Vereine sämtlich für die ersten 50 Mitglieder nicht mehr 50 Pfg., sondern nur 25 Pfg. zahlen sollten, und für die Mitglieder, die über die Zahl 50 hinausgingen, den bisherigen Beitrag. Die Vereine verlangen, daß der Verband ihnen etwas biete. Das natürliche Verhältnis aber will, daß zunächst die Vereine dem Verband etwas bieten, denn es ist unmöglich, daß der Verband 2*