Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 11 (Dezember 1903)
- Article
- Verbandstage der Literaturvereine
- Date
- 1903-12-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 esse für die Sache) und alsdann, solange es' nötig ist, die Kurse materiell und intellektuell unterhält oder unterstützt. Für mittlere und kleine Gemeinden wird es dann ferner angezeigt sein, eine Anzahl von Prinzipalen persönlich zu besuchen, um sie für den Plan zu gewinnen und unter dem Personal der betr. Firmen die Propaganda zu eröffnen. So gewonnene Vertrauensleute sorgen alsdann für Verbreitung unserer Ankündigungen, lassen unsere Listen zirkulieren, in die die Einzeichnungen erfolgen, werben ihre Freunde an, und geben uns immer neue Adressen an die Hand. Ebenso gehen wir in industriellen Betrieben und bei unfern jüdischen Handwerksmeistern vor; endlich verbreiten wir unsere Zirkulare auch in Familien mit schulentlassenen Söhnen oder Töchtern, in den jüdischen Restaurants und Mittagstischen u. s. f., verschmähen auch Zeitungsannoncen nicht. So bildet sich von selbst ein Stamm junger Leute, der unfern Rufe das eine und das andere Mal folgt, und jetzt ist es an uns, sie festzuhalten. Da ist es dann wieder ein probates Mittel, wenn wir aus der Mitte der jungen Leute ein Komitee wählen lassen, das wir zur Mitleitung der ganzen Veranstaltung heranziehen. Wir übergeben den sieben oder neun Mitgliedern desselben die Zeitungsartikel, über die sie referieren sollen, und sie müssen mehr oder minder selbständig für die ganze Ausgestaltung des unterhaltenden Teiles sorgen. Die Mitglieder des Komitees treten denn auch an jedem Vereinsabend in Aktion und haben ein ^Jnteresse daran, daß dieselben gut besucht sind. Auch für festliche Veranstaltungen, wie zu Chanuckah oder zum Schlußabend sind sie garnicht zu entbehren. Ob wir es dahin kommen lassen, daß die Kurse sich zu eigentlichen Jugendvereinen ausgestalten, mag eine offene Frage bleiben. Sie und viele weitere Fragen der äußeren Organisation (Einschreibgebühr der Teilnehmer u. s. w) können überhaupt nur nach den lokalen Verhältnissen entschieden werden. Auch wenn, wie in Elberfeld und Düsseldorf statt der Literaturvereine die -Logen die Führung der Jugendvereine übernehmen, oder wie in Stuttgart und München die geistlichen Behörden, so können die Literaturvereine diese Arbeitsteilung nur begrüßen; in den übrigen Fällen sollten letztere sich der Aufgabe unterziehen. Sie liegt ganz in der Richtung unserer Ziele und sollte uns nicht allein wegen ihres sozialethischen Moments, sondern gerade wegen ihrer neuen Perspektiven und trotz aller Bedenklichkeit und aller wirklichen Schwierigkeit reizen. Von letzteren noch ein Wort zum Schlüsse. Wir wissen sehr wohl, wie schwer unsere jungen Leute für ideale Aufgaben jüdischer Tendenz zu gewinnen sind. Aber wir hätten unfern mit Lust und Liebe in Angriff genommenen Versuch nicht zur Wiederholung 2