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Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland · 1903-12-01 · Heft 11 (Dezember 1903) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
Volume
1903
Issue
Heft 11 (Dezember 1903)
Article
Verbandstage der Literaturvereine
Date
1903-12-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Luung habe ich noch auf-das Jahrbuch des Verbandes hinzuweisen. Inzwischen sind 6 Bände des Jahrbuchs erschienen. Sie haben sehr viel Gutes gewirkt. In diesem Jahre ist es in 5300 Exemplaren gedruckt worden und bereits völlig vergriffen. Wir werden deshalb im nächsten Jahre das Buch in 6000 Exemplaren auflegen lassen. Sie alle, meine Herren, wissen, daß in neuerer Zeit wohl noch keine einzige jüdische Schrift in 6000 Exemplaren gedruckt worden ist. Wir werden auch bestrebt sein, das Jahrbuch in Zukunft immer weiter auszubauen. Endlich haben wir auch in allen Fällen, wo von uns Auskunft oder Material verlangt wurde, niemals unsere Hilfe verweigert. Den kleineren Vereinen ist in oft sehr schwerer mühseliger Arbeit das erforderliche Material zu Vorträgen zusammengestellt worden. In den ersten Jahren des Bestehens des Verbandes sind auch bte notwendigen Bücher verliehen worden. Die Verleihung von Büchern hat jedoch bedauerlicher Weise eine Einschränkung erfahren müssen, da häufig nur nach wiederholten energischen Mahnungen die Bücher zurückgegeben worden sind. Betreffs des Wanderrednerfonds ist in einem Jahre versuchsweise die Provinz Brandenburg in Angriff genommen worden. Wir haben dort das größte Entgegenkommen gefunden, und es sind in einem Winter 14 Vorträge in Gemeinden, in denen das Wort der Belehrung fast nie gehört wird, gehalten worden. In diesem Winter ist ein Redner zu den kleineren Vereinen in der Provinz Posen und ein Redner nach Westdeutschland und an den Rhein geschickt worden. Nun komme ich zu den Mängeln des Verbandes. Ich kann wohl sagen, daß niemand mit unseren Leistungen unzufriedener ist als wir selbst, aber ich frage Sie, wie sollten die Leistungen andere sein, wenn wir keine Mittel haben, wenn wir nicht einmal die Mittel haben, um unsere Beamten zu bezahlen? Die Mängel des Verbandes liegen ausschließlich darin. Der Verband könnte sehr Vieles leisten, z. B. nach der Richtung der Begründung von Provinzialverbänden. Der Berliner Verein kann weder Tourneen noch Redner verschaffen. Das geht nur auf dem Wege der Provinzialverbände. Der westfälische Verband, der der erste war, hat darin Mustergiltiges geleistet. In Posen sind 2, in Westfalen 2, in Thüringen 1 und in Birkenfeld 1 Provinzialverband gegründet worden. Es fehlt uns nur noch ein Verband in Schlesien, in der Rheinprovinz, in Ost- und Westpreußen. Gelingt es, diese zu schaffen, so haben wir damit ein Netz über ganz Deutschland ausgebreitet. Dann werden durch diese Verbände die Unterhandlungen über die Vorträge geleitet werden können, so daß der große Verband sein Augenmerk auf das Ganze richten kann. Wir in

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