Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 11 (Dezember 1903)
- Article
- Verbandstage der Literaturvereine
- Date
- 1903-12-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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6 unermüdliche und selbstlose Tätigkeit verdienen, daß Sie diesen Lohn, indem Sie jüdischen Geist in die Gemüter pflanzen, darin finden mögen, daß Sie die Freude haben, bald die Saat.aufgehen zu sehen zu üppiger Blütenpracht und sich entwickeln zu sehen zu reifer Frucht. Mögen Ihre Vereine blühen, wachsen und gedeihen! Dr. Karpeles dankte für die herzlichen Worte und wies darauf hin, daß die Berliner Gemeinde, die größte in der deutschen Judenheit, auch insofern tonangebend gewesen sei, als sie zuerst die Bedeutung der Literaturvereine erkannt und dem hier befindlichen Verein die größte Subvention zuerkannt habe, welche bisher zu diesem Zwecke gegeben worden sei. Derselbe Redner gab alsdann in Verbindung mit dem ersten Punkt der Tagesordnung nachstehenden Bericht des geschäftsführenden Ausschusses: Als der Verband der Vereine begründet wurde, iw Dezember 1893 in Hannover, zählte er 27 Vereine, am zweiten Verbandstage 1897 waren bereits 80 Vereine angeschlossen, 14 in Vorbereitung. Heute hat der Verband 180 Vereine in Deutschland von Memel bis Metz. Unter diesen befinden sich Vereine, die mehr als 5- und 600 Mitglieder zählen, Berlin hat sogar mehr als 770 Mitglieder. Doch sind gerade die kleinen Vereine als die wertvollsten zu bezeichnen und ihnen ist die größte Aufmerksamkeit und Beachtung zu schenken. In der Großstadt hat man meist auch anderweitig Gelegenheit sich zu belehren. In der kleinen Stadt ist der Literaturverein oft der einzige Versawmlungspunkt für die Gemeindemitglieder. Deshalb achten Sie vor allen Dingen auf die kleinen Vereine. Diese 180 Vereine bilden die größte Organisation, die unter den deutschen Juden besteht; wir haben in diesen Vereinen über 15 000 Mitglieder. Was könnte diese Organisation leisten, wenn sie Leben gewönne! Mehr als die Hälfte dieser Vereine hat unser Verband mitbegründet, fast kein einziger dieser Vereine ist entstanden, an dem wir nicht mindestens Pathe gestanden haben. Die Bestrebungen der Vereine brauche ich Ihnen nicht zu schildern. Darüber gehe ich hinweg, weil Jeder von Ihnen diese ebensogut wie ich kennt. Ich komme nun zu den positiven Leistungen des Verbandes. Der Verband hat an der Gründung vieler Vereine mitgewirkt, er hat Schriften einschlägigen Inhalts verteilt. Auch in den letzten 6 Jahren haben wir das wiederholt getan. Ich erinnere Sie an das Luzzatto-Gedenkbuch, welches den Namen eines der Begründer und der Regeneratoren der Wissenschaft des Judentums in weiten deutschen Kreisen bekannt gemacht hat, ich erinnere Sie ferner an die Schriften von Berliner und Strack u. A., die wir namentlich den kleinen Vereinen zuwenden konnten. Mit besonderer Genug-