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Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland · 1903-12-01 · Heft 11 (Dezember 1903) · p. Seite 5

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Journal
Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
Volume
1903
Issue
Heft 11 (Dezember 1903)
Article
Verbandstage der Literaturvereine
Date
1903-12-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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5 Von weit erheblicherer Bedeutung waren nach der Erörterung der fast ausschließlich geschäftlichen Angelegenheiten des Verbandes die nachmittags 3 Uhr eröffnten und ebenfalls von Justizrat Basch geleiteten Verhandlungen der Konferenz sämtlicher Literaturvereine in Deutschland. Als Vertreter des Berliner Gemeindevorstandes hieß Sanitätsrat vr. Stern die Versammlung mit folgenden Worten willkommen: Meine Herren! Ich bin seitens des Vorstandes der hiesigen jüdischen Gemeinde beauftragt, die Herren herzlich willkommen zu heißen. Indem ich mich dieses ehrenvollen Auftrags entledige, gereicht es mir zur besonderen Freude, Ihnen die Versicherung aussprechen zu können, daß der Gemeindevorstand den Bestrebungen Ihrer Vereine nach wie vor mit vollster Sympathie gegenübersteht, daß er an dem Wirken, den Arbeiten derselben und der durch stets steigende Erfolge zum Ausdruck kommenden Tätigkeit lebhaften Anteil nimmt. Ich spreche gleichzeitig die Hoffnung aus, daß die Beratung, die Sie zusammengeführt hat, daß der Austausch Ihrer Gedanken, Meinungen und gegenseitigen Erfahrungen auf die weitere Entwickelung Ihrer Vereine förderlich einwirken und daß es gelingen möge, immer weitere Kreise für Ihre Tätigkeit zu gewinnen. Ist doch in der Tat noch für Sie ein dankbares und weites Feld gegeben, indem ein nicht unansehnlicher Teil der Juden den Bewegungen, die in den letzten Dezennien durch das Judentum gingen, mit verschränkten Arrnen gegenübersteht, und ist es doch an der Zeit, dort noch den Hebel einzusetzen, um diese Glaubensgenossen aus dem Jndifferentismus aufzurütteln und aus ihrer Lethargie aufzuwecken. Sie, meine Herren, haben sich die, wenn auch schwierige, so doch dankbare Aufgabe gestellt, die Kenntnis der jüdischen Geschichte und Literatur in die weitesten Kreise der Glaubensgenossen zu tragen und dadurch das Selbstbewußtsein und die Selbstschätzung zu heben und indirekt mitzuwirken an dem idealsten Ziele, nämlich an dem Ziele, daß unsere künftige Generation all den Angriffen, die ihres Glaubens wegen auf das Judentum gerichtet sind, nicht feige und mutlos gegenüberstehe, sondern daß sie stolz und tapfer sich werde zu wehren wissen, daß sie sich dessen erinnern werde besonders durch die Einwirkung Ihrer Vereine, daß auch wir Juden eine große Geschichte und eine glorreiche Vergangenheit haben, daß wir über ein herrliches Schrifttum verfügen, das der Born ist, der nie versiegt, der Quell, aus dem alle Nationen bis zum heutigen Tage schöpfen, daß auch wir Juden Geistesheroen besitzen, auf die stolz zu sein wir alle Veranlassung haben. Ich schließe mit der festen Zuversicht und dem aufrichtigen Wunsche, daß der Lohn, den Sie für Ihre rastlose.

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