Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1903
- Issue
- Heft 11 (Dezember 1903)
- Article
- Verbandstage der Literaturvereine
- Date
- 1903-12-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Berlin einstimmig Entlastung erteilt wird. Zur Wahl des Vorstandes des Verbandes wird Akklamation vorgeschlagen und widerspruchslos angenommen; Herrn Regierungsrat Dr. Meyer-Karlsruhe soll, da eine Erhöhung der Zahl der Vorstandsmitglieder statutenwidrig ist, der einstimmige Wunsch der Versammlung unterbreitet werden, für den Verband in Baden und Württemberg tätig zu sein. Nach der Wahl der Revisoren — es werden die Herren Willibald Loewenthal und Justizrat Basch hierzu ernannt — werden die fristgerecht eingetroffenen Anträge der Literaturvereine zur Debatte gestellt, über welche wir an dieser Stelle kürzer hinweggehen können, als zur Zeit die jüdischen Zeitungen ausführliche Berichte darüber gebracht haben. Zur Verhandlung gelangen nur die die Verbandsvereine interessierenden Anträge Bochum, Elberfeld und Thorn, während die übrigen für die Nachmittagskonferenz sämtlicher Literaturvereine zurückgestellt werden. Gemäß den Anträgen des Vereins Bochum wird von der Verbandsleitung zugesagt, die Rednerliste bestimmt früher als bisher erscheinen zu lassen und in dieser die Zeit der Vorträge genauer zu fixieren. Die Angabe des Honorars für die Vorträge wird in Zukunft fortfallen, da diese Frage in der doch notwendigen Korrespondenz mit den Rednern Erledigung finden.kann. Die Herausgabe eines alljährlichen Geschäftsberichts wird beschlossen, ferner soll dahin gewirkt werden, daß möglichst sämtliche Literaturvereine eine Bibliothek unter Mitwirkung des Gemeindevorstandes einrichten. Wie bisher wird auch die Zentralleitung den einzelnen Literaturvereinen von literarischen Neuerscheinungen Kenntnis verschaffen und durch gemeinsamen Bezug eine Verbilligung der betreffenden Werke herbeizuführen suchen. Ueber den Antrag, bei Feststellung der Rednerliste dafür Sorge zu tragen, daß nicht, wie bisher, vorherrschend Rabbiner die Rednerliste ausfüllen, sondern mehr Gelehrte anderer Berufsarten, wird auf Antrag Karpeles zur Tagesordnung übergegangen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. An die Verhandlungen schloß sich das vom Berliner Literaturverein gebotene Mittagsmahl, bei welchem Dr. Karpeles den einleitenden Toast auf die Gäste ausbrachte. Er erwähnte bei dieser Gelegenheit, daß neuerdings in M elbourne und in Konstantinopel — in letzterer Stadt nach dem Muster des Kölner Vereins — Literaturvereine begründet sind, daß ferner auch in England genau nach dem Muster des deutschen ein Verband der Literaturvereine zustande gekommen ist, dessen Glückwunschdepesche zum Verlaufe der heutigen Versammlung eingetroffen ist.