Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1900
- Issue
- Heft 8 (Dezember 1900)
- Article
- Zur Geschichte des Verbandes
- Date
- 1900-12-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2378030-2378035-2378036-2378264--0262-2378289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3 Andersgläubigen abgesondert haben, es sei denn, daß diese sie abgesondert hatten. Nächst dem gesprochenen ist es das gedruckte Wort, das belehrend und begeisternd wirkt, und es ist erfreulich, konstatiren zu dürfen, daß fast die meisten Vereine Bibliotheken angelegt haben, zu denen der Verband, besonders in den kleinen Vereinen, durch Gratis - Ueberweisung verschiedener Schriften den Grundstein gelegt hat. Die Bibliotheken, von denen viele bereits eine stattliche Anzahl von Bänden besitzen, werden stark benutzt, und nur darüber wird Klage geführt, daß es an guten belletristischen Schriften mangelt. Die Aufgabe des Verbandes wird es sein müssen, auch hierin Wandel zum Besseren zu schaffen. Durch die Herausgabe des Jahrbuches, das nun.zum vierten Male erscheint, sowie durch die Publikation des Luzzatto-Gedenkbuches, das an sämmtliche Vereine in größerer und geringerer Anzahl von Exemplaren gratis versandt wurde, hat der Verband den Weg gezeigt, auf welche Weise gediegene und für die Vereinsmitglieder verhältnißmäßig billige Schriften hergestellt werden können. Bei einiger Unterstützung seitens der Vereine selber wird es hoffentlich möglich sein, auch dem Mangel an guter jüdischer Belletristik abzuhelfen. Damit aber der Verband den au ihn gestellten Anforderungen gerecht werden kann, ist es wünschenswerth, daß sämmtliche Vereine es endlich für eine Ehrenpflicht hielten, einen regelniäßigen Jahresbeitrag an die Kasse des Verbandes abzuführen. Die Mittel, über die der Verband verfügt, reichen kaum hin, um die laufenden Ausgaben zu decken. Die Zinsen des Wanderredner-Fonds sind im vorigen Jahre zur Vertheilung an die Bezirksverbände gelangt, und eine gleiche Subventionirung wird auch in diesem Jahre erfolgen. Der Verband würde aber ganz andere Erfolge aufzuweisen.haben, wenn ihm die t*