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Der Orient · 1843-11-07 · 45 (7.11.1843) · p. Spalte 709-710

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
45 (7.11.1843)
Article
[Rezension]
Date
1843-11-07
Page
Spalte 709-710 (sequence 3)
Language
German
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709 Ajll Meschullasch. — Krit. Unters, der tacit. Berichte rc. 710 Bibel vorkommenden geographischen Namen nöthig erscheint, aber er sieht jetzt mit Bedauern, daß dieses allein keineswegs ausreicht, und daß mehr Ausdauer zu einer solchen Arbeit gehört, als er bei den jetzigen Umständen besitzt. Ich wünsche von Herzen, daß diese Worte hier irgend einen Befähigten anregen mögen. 40) 'D/r vier hundert Regeln (d^2) über Trigonometrie und Algebra, aus dem handschriftlichen Nachlasse des N. Elija-Wilna gesammelt, in 11 Abschnitte gesondert und mit einem Kommentar versehen von Samuel b. Josef Luknik. Wilna u. Grodno, 1833. 4. Menachem Man u. Simel Nachum (VII. u. 31 Blatt). Auch diese Schrift gehört zu der großen Zahl der nachgelassenen Schriften des Wlnaer Gaon, und wie alle, so ist auch bei dieser mit ungemeiner Pietät mit seinem Ln ziemlicher Unordnung gewesenen Nachlasse verfahren worden. Der Herausgeber hat das Werk von dem Enkel des Verfassers, Hrn. Jakob Mosche, der auch eine große zweite Vorrede dazu geschrieben, unter dem Titel nnDH "j"N, und der Kommentar dient mehr dazu, die fragmentarisch hingeworfenen Angaben zu erläutern. Was die 400 Regeln selbst anlangt, so sind sie, wie es scheint, nur aus deutschen oder polnischen Büchern übertragen, wenigstens tragt keine die Spur der Originalität. Dennoch ist der Nutzen von dergleichen Schriften für die Gesammtmasse der Juden sehr groß, da die hebräischen Schriften dieser wie jeder andern wissenschaftlichen Gattung die Einzigen sind, welche selbst bei denjenigen einen wissenschaftlichen Sinn zu erhalten geeignet sind, wo sonst kein Strahl der europäischen Kultur hindringt. Das Hebräische wird von allen Juden verstanden, wenigstens von denen, die eine sogenannte jüdische Bildung genossen, und hebräisch geschriebene wissenschaftliche Werke sind die Träger der jüdischen Bildung in den entferntesten Ländern. Seit dm ältesten Zeiten haben auf das Judenthum in seiner Totalität und auf die Juden nur diejenigen Werke influirt, die in hebräischer Sprache abgefaßt wurden, alle übrigen gingen entweder im Strome der Zeiten unter, oder erstreckten ihren Einfluß nicht über die engen Grenzen ihrer Umgebung. Unzählige arabisch geschriebene Werke gingen entweder ganz unter, oder haben nicht den geringsten Einfluß auf die Bildung der Juden geübt und selbst der More des Maimonides und der Kusari waren untergegangen, hätten sie nicht früh schon ihre Übersetzungen gefunden. Josephus, Philo, Aristobul und überhaupt die Schriften der hellenischen Periode gingen entweder unter, oder waren einflußlos auf die Entwickelung der Juden, weil sie griechisch geschrieben waren, und Spinoza hatte für die Juden dasselbe Schicksal, weil er seine Werke lateinisch abgefaßt. Hat ja selbst Mendelssohn seinen Einfluß nur der Vermittelung der Measasim und seinen hebräischen oder Lus Hebräische übersetzten Arbeiten zu verdanken! 41) Kritische Untersuchung der taciteischen Berichte über den Ursprung der Juden (Hist. V. 2 ff.). Von I. G. Müller, Dr. u. Prof, der Theologie zu Basel. Abgedr. in den „theolog. Studien u. Kritiken," Jahrg.1843, Heft 4 (Hamburg 1843. 8.), von S. 893 — 958. Das Bestreben der historischen Kritik, die Forschungen der jüdischen Geschichte mit den Berichten der Römer und Hellenen zu vergleichen, um vermittelst derselben die eigenen nationalen Mittheilungen zu prüfen, sind von tüchtigen Gelehrten schon oft versucht worden. Fr. K. Meier suchte in seiner Schrift: „Judaica, scu veterum scriptonim profanoiup.i de rebus judaicis fragmenta (—1832. 8.)" die bedeutendsten Stellen zu sammeln und aus Josephus' Schrift über das Alterthum der jüdischen Nation, so wie aus seinen Alterthümern und aus dem neunten Buche der Praeparatio evcing. von Eusebius läßt sich eine vortreffliche Nachlese dazu liefern. In der haverkampischen Ausgabe des Josephus (Theil 11. p. 70) findet sich ein Verzeichniß älterer Schriftsteller über die Juden, und von den zwei Abhandlungen in Ugoläno's Thesaurus antiq. sacr. (Tom. II,), nämlich die von Worm: de corrupt. antiq. I-Iebr. apud Tacit. und die von Kirch maier: exercit-. acad. ad Tacit. Hist. V., enthält die erste viel Material und die andere führt den Vergleich mit den Nationalschriften durch. Aus dem letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts haben wir über diesen Gegenstand: I. Reiske: de scriptorum llom. Judaicam circa historiam lalsis narratiunculis (Wittenberg, 1691) und I. A. Atropoeus: Elenchus errorum a Justino circa res Jud. adniissorum (Argent. 1695) und aus dem 18. haben wir Johann Jakob Hulrich's:, Gentilis obtractator seu de calumniis gentilium in Judaeos et in primaevos Christianos (Tiguri 1744); und allen diesen Arbeiten, die der Vers, kennt, und zwar mit tieferer kritischer Forschung, schließt sich unser Vers, an, obgleich er nur Einiges aus der taciteischen Relation zu seinem Thema gewählt. Aber außer diesen selbstständigen Arbeiten hat Hr. M. auch die darauf sich beziehenden Aufsätze bei Broterius, Vitringa, Bochart, Witjius, Huetius, Perizonius, so wie die im Jahre 1832 erschienenen Schriften: Engelstoft, bist, populi Judaivi etc. (llafn. 1832) und C. Eleß, quaerifcur de coioniis Judaeornm (Stuttg. 1832) benutzt und überhaupt mit vieler Gelehrsamkeit und mit kritischem Scharfsinne sein Thema behandelt. Der Vers, ist sich zwar des umgekehrten Verhältnisses bewußt, in welchem die Benutzung der ausländischen Relationen zu den inländischen Dokumenten stehen, indem die Erzählungen der Fremden viel jüngern Ursprungs sind; allein trotzdem ist es ihm und jedem Forscher gewiß, daß die Untersuchung der griechischen Angaben über das hebr. Alterthum nicht ohne interessante Resultate ausfallen kann, und dasselbe ist gewiß auch mit den lateinischen Angaben der Fall. Der Vers, beschränkt sich auf eine Vorarbeit zu einer Gesammtdarstellung der Art; denn die kritische Untersuchung der taciteischen Relationen soll nur 45*

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