Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1843-10-24 · 43 (24.10.1843) · p. Spalte 681-682

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
43 (24.10.1843)
Article
[Rezension]
Date
1843-10-24
Page
Spalte 681-682 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
96% known words query
IRI
…/8555529-9897774-9897939--3205-2370781
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

681 Museum zur Belehrung und Unterhaltung rc. 682 finden möge, und wir zweifeln kaum daran, da er keine Mühe und Kosten spart, sich die besten Mitarbeiter aufzusuchen. Auf diese Arbeit folgt: „die Juden auf dem Erdenrund. Ein einleitendes Wort von Dr. Z. M. Soft." Dieses treffliche einleitende Wort erleichtert den kritischen Blättern die Anregung, die sie in Bezug auf dergleichen Volksbücher alljährlich zu machen habenin trefflicher, faßlicher Darstellung werden hier die Arbeiten fkizzirt, welche in Bezug auf Vervollkommnung der jüdischen Geschichte ein Kalender allmälig bringen sollte, .oder wie ein solches Buch dahin zu streben habe, allmälig für historische Vorarbeiten die geeigneten Männer zu gewinnen. Diese Punkte, die ich der Anregung und Verbreitung wegen hersetze,^ bezeichnet Hr. Di\ Jost in folgender Weiser 1) die numerische Verbreitung der Juden auf dem ganzen Erdenrund, von ihren frühesten Wanderungen an bis auf die gegenwärtige Zeitz die Veränderungen, welche hierin durch historische Ereignisse zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Ländern eintratcn, nebst Bezeichnung der Art, wie dieselben bewirkt wurden, ob durch Gewalt, der Willkür oder der Umstände, ob durch natürliche Reizung zu Auswanderungen, ob durch einfache freie Entwickelung; ferner 2) die numerischen Verhältnisse der Beschäftigungen und Bestrebungen, nebst Bezeichnung! der Anregungen, welche dieselben förderten und der Collisioncn, welche sie erzeugten, so wie des durch dieselben sich bildenden eigenthümlichen Lebens und dessen Verschiedenheiten nach Orten und Zeiten. 3) Die durch das ganze Iudenthum sich hinziehenden Ritualien in ihrer ausgedehntesten Entfaltung mit Angabe der Einfliifle, welche von außen einwirkten, sie mögen in klimatischen und örtlichen Verhältnissen oder historischen Ereignissen bestehen, oder in Verpflanzung und Impfung der Riten aus einer Gegend auf die andere, oder gar in Einschleichung fremdartiger Religiousansichten und Gebräuchen bestehen; denn alle diese und noch viele andere Einflüsse lassen sich im Ritual nachweifen. 4) Die Sprachen der Juden nach historischem Gange ihrer Ausbreitung; Nachweisung der Berschiedenheiren und deren Einwirkung auf innere Zustände, ja selbst auf Lebensansichten, Sitten und Bildung des Geistes. 5) Die innere Lhätigkeit der jüdischen Literatur, ihre Eigenchümlichkeitm nach Orten und Zeiten, .ihre Verbreitung und Einwirkung, was darin Fremdartiges sich zeige, und wie sie das Fremde in sich ausgenommen und verarbeitet, oder umgekehrt, wie ssie das Eigene für Fremde verarbeitet habe; in beiden Fällen fast unwillkürlich eine Wechselbeziehung mit der Außenwelt beurkundend, welche vorzüglich viel lehrreichen Stoff darbietet. 6) Die socialen Verhältnisse und Wechselbeziehungen mit den verschiedensten Nationen, sie mögen freundlich oder feind- Lich gewesen sein oder noch sein, mit gleichzeitiger Darstellung der Wirkungen, welche diese Verhältnisse auf den Bildungsgang der Juden haben mußten, wie auf die Begriffe, die sie nach außen von sich selbst verbreiteten. 7) Die politischen Verhältnisse, nebst Angaben der Gründe, von welchen die Gesetzgebungen oder Gewohnheitsrechte ausgingen, und die Einflüsse derselben auf die Gesammtheit, auf Lebensweise, Gesundheitszustände, Population, Wanderungen, Beschäftigungen, politische Gesinnungen und dergleichen. 8) Die Gent e i n d e v e r h ä l t n i s se, entwickelt aus innerm Herkommen und äußern Einflüssen, welche letztere bald in den Regierungsverfassungen oder willkürlichen Vorschriften, bald in lokalen. Umständen, bald in historischen Ereignissen zu finden sind. 9) Die merkwürdigsten Ansichten der Nichtjuden über sie, ausgedrückt in mancherlei Volkssagen, Sprichwörtern und Schriften aller Art, nebst möglicher Nachweisung des Eindruckes, den sie auf Juden machten, oder dauernder Sitten derselben, welche damit in Zusammenhang stehen. 30) Die Ansichten der Juden über ihre eigenen Zustände, und daraus hervorgegangenen Wunsche, Vorschläge und Entschließungen, und was darauf weiter sich ergeben habe. Die dritte srlbsiständige Arbeit ist eine biographische Skizze des Dr. Jost, mitgetheilt von vr. Friedenthal, die sehr ausführlich ist und Nichts zu wünschen übrig läßt« Im Uebrigen folgen noch Belletristik und Nachrichten, die allenfalls noch zu billigen sind, was aber von der mitgetheilten Predigt nicht zu sagen ist, da sie in einen Kalender nicht gehört. Die mitgetheitten Gedichte von Liber (Lesser), Tendlau, Sreinheim sind sehr schön. In Bezug auf die Nach« richten am Schluffe wäre zu wünschen, daß die Quellen, die jüdischen Zeitschriften, angegeben werden möchten, denn sehr häufig sind die angegebenen christl. Blätter erst sekundär und haben erst aus den jüdischen Blättern die Nachrichten geschöpft. 37. Museum zur Belehrung und Unterhaltung für Israeliten, mit Karten, Portraits u. Zeichnungen. In Verbindung mit mehreren Gelehrten herausgegeben von K. Klein. Erstes Bändchen. Nebst einem Stahlstiche: Boas und Ruth. Breslau, 1843. 8. Ioh. Urb. Kern. Schon früher ist von dem Herausgeber ein ähnliches Unterhaltungs- und Belehrungsbuch erschienen.— ich weiß nicht in wie viel Bändchen und unter welcher Mitwirkung, da ich nur Bruchstücke davon, so wie von seiner Geschichte gesehen aber in dieser vorliegenden Weise scheint.das Unternehmen ganz neu zu sein. Die Mitarbeiter desselben sind: I. Arnh e i m, die Doktoren Auerbach, Cohen, Döring, Francolm, Geiger, E. S. G i n s b u r g, I. M. I o st, E. Kley, Ed. Munk, A. Meisel, M. Pappenheim, L. Posen er, Saalschutz, Sammler, Stern, Steinheim, Kohn, Lendlau u. A. und eine Geschichte des jüdischen Volkes von der Zerstörung Jerusalems bis auf die jetzige Zeit ist damit verbunden. Was den Inhalt anlangt, so sind die in diesem Bändchen mitgetheitten Gedichte die beste Spende, sie mögen religiösen, nationalen Inhalts, oder Sagen undMährchen sein, und ich stehe nicht an, hier eine Uebersicht derselben zu geben. — S.3. Das Pfingstfest, von Stern, ist ein treffliches religiöses Lied in schönem Metrum, , nur ist die Sprache zu gewählt. S. 5. Iuda's Vaterland, von

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.