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Der Orient · 1843-10-17 · 42 (17.10.1843) · p. Spalte 659-660

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
42 (17.10.1843)
Article
[Rezension]
Date
1843-10-17
Page
Spalte 659-660 (sequence 2)
Language
German
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659 660 Sefer Sefat Zeter von Zbn Esra. Beurth. v. L. Dukes. In der Grammatik und Exegese ist derselbe mit Maimonides zu vergleichen, von Seiten seiner Wirksamkeit. Wie - Letztgenannter der Grundstein für jüdische Philosophie und die talmudischen Wissenschaften wurde, und obwohl es ihm an Vorgängern nicht fehlte, dennoch sich allein beinahe auf dem Platz erhielt, so der Erstgenannte in den angegebenen Fächern. Er überschaute das Wissen wie jener, nur dessen Systematik entbehrend, welches das Lesen, seiner Schriften erschwert. Jeder Versuch, Jbn Esra's Werke zu erklären, ist verdienstlich, denn sie enthalten Belehrungen nach allen Seiten hin, und es finden sich auch sehr bedeutsame kritische Elemente darin, wie sie bei keinem ältern jüdischen Schriftsteller in so reichem Maaße anzutreffen sind. Frühzeitig schon machten sich bedeutende Gelehrte an die Erklärung seiner Werke. Diesen hat sich Herr Dr. Lippmaun seit Jahren angeschloffen, und seine Ähätigkeit erstreckte sich auf die grammatischen Werke desselben, ein Gebiet, welches ganz unangebaut war, indem die ältern Kommentatoren ihre Aufmerksamkeit nur dessen exegetischen Werken widmeten. Das einstimmige Urtheil aller Kenner bezeichnet diese Arbeiten als höchst brauchbar und verdiestvoll. Der größte Theil der grammatischen Arbeiten des Jbn Esra verdankt dem beharrlichen Fleiße und der wohlbenutzten Gelehrsamkeit unseres Verfassers ihre abermalige Verbreitung, und der Leser ist demselben für das Verständnis) dieser Bücher sehr verpflichtet. Bei dem mrD HDltf wäre schon das Bekanmmachen desselben an und für sich selbst sehr verdienstlich gewesen. Wir haben jetzt das vierte Buch dieses verdienstlichen Gelehrten dem Leser vorzuführen. Dieses Werk hat an und für sich schon, außer den eigentlichen Belehrungen, welche man demselben verdankt, einen doppelten Werth für die Literaturgeschichte. Es liefert Beiträge fürdie Kenntnis) zweier berühmter Schriftsteller, die sonst nur aus Citate.n bekannt sind. Es ist Saadja und Dunasch 3). Letztgenannter —- ein feiner kritischer Kopf — stellte Saadja, sowie früher dem Menache m ben Saruk, seine kritischen Bemerkungen entgegen und widerlegte dieselben, oder bahnte andern Meinungen, die über denen des Saadja bestehen konnten, den Weg.. D u n a s ch hatte einen durchdringenden Verstand und hat dem M e n ach e m gegenüber sehr oft das vollkommenste Recht auf seiner Seite; er hat durch seine lexikographlschen Diskussionen das- Studium der hebr. Sprache sehr gefördert. Dies Werk hat sich noch erhalten. Sein Werk aber gegen Saadja ist unwiederbringlich verloren zum großen Leidwesen der Literatoren. Die Werke des Saadja selbst existiren zwar noch, zum Lheil aber nur in Bibliotheken, wo nichr leicht ein jüdischer Literator hinkommt. Als Ersatz bt.efcr Werke ist uns das ‘TP 5DL7 geblieben. Jbn Esra tritt als Vertheidiger des Saadja auf, und so erfahren wir — wenn auch nur höchst 3) Vorläufige Notiz über Dunasch ben Librat, von L. Dukes. LB.des Orients, 1843. Nr. 11. 12. 15. bruchstücklich — die Meinung des Saadja, des Dunasch und des Jbn Esra selbst. Die Meinungen des Saadja, die Dunasch bestreitet, sind theils indes Erstern exegetischen Werken niedergelegt, theils auch in dessen jiynobN welches wir mit dem von Jbn Esra anderwärts erwähnten -^o für identisch halren -*). Die in Nr. 11. 56. 83 (etwas verschieden) 140. des -irp 5DL7 angeführten Meinungen des Saadja befinden sich in dem TDDH. Diese Bruch stücklichkeit, welche durch die Natur der Sache schon beschwerlich ist, wird noch durch die abgerissene Weise, in der Jbn Esra sie cirirt, nod) vermehrt und erschwert. Auch dessen Vertheidigung des Saadja ließ mehr Klarheit wünschen, als sich wirklich vorsindet. Es ist das Werk -- in der ersten Ausgabe von Lette r is, wo nur der Text geliefert wurde — an vielen Stellen ganz unverständlich, da sich zu den angeführten Dunkelheiten Kopirfchler des ersten Abschreibers eingesd)lichen hatten. Es war erforderlich, alle Stellen des Jbn Esra in seinen exegetischen und grammatischen Werken durchzugehen, so wie auf alle Werke des Kimchi, um theils Ergänzungen zu den Andeutungen, theils Vermuthungen für die Aufhellung dieser Stellen zu finden. Diesen Weg hat der Erklärer nun wirklich eingeschlagen, und mit gewohntem Fleiße und durchgreifender Gründlichkeit alles Material herbeigeschafft und es um den Text gruppirt. Derselbe war außerdem noch so glücklich, das Lexikon des Dunasch selbst zu benutzen. Wenn wir jetzt keine Auszüge aus diesem Buche dem Leser mittheilen',. so geschieht dies aus zwei Ursachen. Erstens sind wir eben daran, in einer ausführliä)en Abhandlung über die Gesä)ichte der jüdischen Grammatik und Lexikographie bis ans Abraham Jbn Esra unfern Du na sä) zu besprechen, wo der nDttfim einzelnen als eine wichtigen Omette ausführlich zu bespreä)en sein wird, und zweitens erlaubt es der Raum dieses Blattes nicht. Wir begnügen uns hier deshalb, nur die Aufmerksamkeit aller Freunde der jüdischen Literatur auf dieses Werk, welches als eine der besten in jüngerer Zeit erschienenen Arbeiten zu betrachten ist, zu lenken. Einige Ergänzungen mögen hier ihren Platz finden: §♦ 14. zu Ende, wo von dem Worte ruvM die. Rede ist, wo Jbn Esra sagt: ^2 N1? Dty H2L31D tbü 11JJ1 “IDN "itWO P)iDül 1^,1 rnuo U’Nl. — Die Exposition dcr Meinung des Dunasch, die sich in seinem Wörterbuche nichr findet, erhält analogisch etwas Aufschluß durch eine an- 4) Die Ausführung des Gesagten wird anderwärts gegeben werden. Das TDDn , welches eigentlich 89 Wörter enthält, und nur ein Quartblatt stark ist, hat Herr Prof. H. Ewald in Oxfort kopirt und uns zur Bekanntmachung überlassen. Mit einigen wenigen Noten versehen, besindet sich dasselbe, unter der Presse und wird im neuesten Heft der in Bonn erscheinenden Zeitschrift für Kunde des Morgenlandes ersä)einen.

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