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Der Orient · 1843-10-03 · 40 (3.10.1843) · p. Spalte 631-632

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
40 (3.10.1843)
Article
Talmudische Exegetik
Date
1843-10-03
Page
Spalte 631-632 (sequence 4)
Language
German
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631 632 Jehuda bar mit stoischem Gleichnutthe ertrug. Ja, die Resignation auf alle Lebensgenüsse-, war bei ihm so fester Grundsatz, daß er selbst wahrend einer großen Verlegenheit, die Unterstützung seines befreundeten Lehrers sarkastisch zurückwies"). Demungeachtet wird seine Gestalt und schöne äußere Erscheinung so gerühmt daß man sie mit seinem sonstigen rein geistigen Leben und dessen gedrückten Verhältnissen nicht in Einklang zu bringen wußte; undi dieser Widerspruch, dem talnmdischen, echten Philosophen manche Frage deshalb zuzog l2). Zu jener Zeit waren die scientivischen Bergeshöhen noch keine contradictio in adjeefco , keine eisigen Sonnennähen, und so sehr auch R. Jehuda sein ganzes Leben dem Studium widmete, hatte er dennoch ein weichfühlendes Herz für allgemeine Leiden 13), wie für die Freuden eines jeden Einzelnen "). Seine Frömmigkeit war so groß, daß ihm Ereignisse von sittlicher Charakterstärke zugeschrieben werden, welche ihn zu der Lugendhöhe eines Joseph erheben"), und oft von ihm nur unter der rühmlichen anonymen Bezeichnung „ein Frommer" (irw TDPl) berichtet wird "). Sein Hauptlehrer war R. Elieser ben Asarja, dessen Vorträge einst auch der Bater R. Jehuda's gehört17). Aber auch die Schulen R. Akiba's lö) a. a. O. gar wohlhabend sein, ohne zu bedenken, daß unter solchen Umständen, R. Jehuda weit entfernt gewesen wäre, wie es in obiger Stelle heißt, Eine Matratze mit seiner Frau gemeinschaftlich zu brauchen, was zu mancher biblischen und rabbinischen Ungesetzlichkeit führen kann. S. auch Berachot 20 a. 11) S. vorstehende Anm. 12) Nedarim 49 b, Mitte; Berachot 55 a; Midrasch Kohelet Num. 105. S. 77 a. l>. 13) Laanit 30 a, Ende. 14) Ketubot 17 a, Mitte. 15) Sabbat 127 b, Mitte und die Bemerkungen des Seder Ha-Dorot hierzu. S. auch Juchasin S. 36 d. ed. Sk Low. 16) Baba kama 103 b, Ende. 17) Megilla 20 a. Anhang: mH NH frWp .... p h Dira "idin mm' H wjrn nh 'di mrj;. 18) Sanhedrin 89 a, Mitte; iopj; H HD1 ' * ’ * Dl mirr» H l1?. — Jebamot S. 62 b, Mitte: O'D onDWx ny MD jopy )b rrn DH'D^n d'Jit NdLDl Dm^ Umim tpN ND'py H ly 'Dl 'Dl rrnrp Hl *T»ND H nrb* S. Ketubot S. 63 a, Anfang; Vergl. Sifri Ekeb Num. 48. S. 29 b, Anfang, ed. Dvnh't. In DH1DN1 D’NJn YiD.' (ed. v. Luzzatto, Prag, 1839. 8. bei M. I. Landau) wird geradezu behauptet, R. Jehuda und R. Meir und deren übrigen Zeitgenossen hätten R. Akiba nie gesehen — wodurch unzählige, widersprechende Stellen des Talmud zu berichtigen wären —; wir glauben daher nichts Ueberflüssiges zu thun, wenn mir die dort gemachte Anm. Luzzatto's übersetzt wiedergeben: „Der gel. Asulai widerlegt diese Ansicht (daß R. I. und R. M. nie R. Akiba gesehen hätten), denn in der Lhat, aus dem ganzen Talmud geht es klar hervor, daß sie ihn gesehen und wirklich seine Schüler waren, und er sagt (Asulai), es sei spätere Glosse; undirgend ein Schüler hat es geschrieben. Ich denke (Luzzatto), wie kam jener Schüler zu der Glosse, daß Jlai's Leben. und R. Jose Galili's") besuchte er. Für die Semicha, die ibm R. Jehuda ben Baba verlieh, empfing dieser den Märtyrertod 2°)- Daß er den Leidenskelch bis auf die Hefen leere, starben ihm seine Kinder 21) und hatte er den Schmerz, -den Tod seiner meisten gelehrten Freunde zu erleben22). Wegen sseiner Toleranz und Anerkennung der Verdienste anderer Glaubensgenossen, ward er vom Kaiser zum „ersten Redner" (OHXiDn t^NH) ernannt23). Wenigen Menschen wird von den hinterbleibenden Freunden nach ihrem Tode ein solches Zeugniß der Sündenlosigkeit gegeben werden, wie R. Jehuda es erhalten2*). Angeblich ist er an einer Lungenkrankheit gestorben"). Sein Grab soll, neben dem seines Vaters, in Ensetim sich befinden und sich durch einen großen Leichenstein auszeichnen26). Einer seiner bedeutendsten Schüler war R. Jehuda ha-Nasi, der Mischna Editor; in dessen Hause war er Morena, und sein Urtheil war kompetent"); auch folgt der Schüler dem Lehrer in mancher Methode der biblischen Begründung mündlicher Lehren2ö). In der Mischna die Schüler R. Akiba's, welche am berühmtesten waren, ihn nie gesehen haben sollen? ,Dem Kritiker ist es bekannt, daß oft die fremdartigere Variante, die ältere und richtigere ist, und die einleuchtendere nur Zusatz eines spätern Glossators. Es war mir daher längst wahrscheinlich, daß, obgleich die Geonim, Verfasser dieser Schrift, wohl wußten, daß R.Meir und seine Genossen zur Zeit R. Akiba's und wirklich seine Schüler waren, so sagten sie dennoch, um des gemeinen Volkes willen, sie waren nicht zu seiner Zeit. Der Grund davon ist dieser. Denn Jeder wer da sieht, daß Mischna und Talmud voller Diskussionen von R. Meir und R. Jehuda, R. Jöse und R. Simon sind, wird verwundert sprechen: wenn diese alle R. Akiba's Schüler waren, wie konnten sie beinah bei jedem Gegenstand getheilter Meinung sein?! Haben sie aber diese streitigen Gegenstände von ihrem Lehrer nicht gehört, was denn?! Darum war es bloß eine kluge Maaßregel der Geonim, oder eines von ihnen, zu sagen, sie haben ihn nicht gesehen und waren nicht zu seiner Zeit, sondern hätten nur seine Lehren mittelbar erhalten und dadurch sind Zweifel und Diskussionen entstanden. Jedoch nachdem ich gesehen, daß in dieser Schrift noch andere, sonderbare, unkritische Behauptungen Vorkommen, dachte ich, vielleicht ist auch diese jenen gleich". 19) Baba kama 90 a, Ende. Schebuot 21 a, Mitte. 20) Sanhedrin 14 a, Anfang. 21) Moed Katan 21 a, Mitte.' Tr. Semachot e. 10. Juchasin 37 a. 22) Kiduschin 52 b, Ende. 23) Sabbat 33 6, Mitte: OHMM 2W1 h'i? Dp 'NQN1 rrnrp mni yyw Hi 'dp Hi mi.T H mm?Dipo boi jrroyo d\so nos idni rrnrp H nno irnu dhji p 'di niNumo upn dhbo upn D'pw upn ir now Min' HDM , nD^b jyDEOl DH'-m nD'Dl DHJ! p nun' 'Di nbyrr rbyw* 24) und 25) Temura 15 b, Ende. L6) Seder ha-Dorot a. a. O. 27) Mrnachot 103 b, Ende 104 a, Anfang: H IDN rnb niNi nin on wnio wybnN -d rni;r 'n ppi1 irr,},1 iDttO. S. hierzu Rasch! und Koscfot. 28) irro'1? nmnrfr roiDD nw ntns b naw jn

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