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Der Orient · 1843-09-26 · 39 (26.9.1843) · p. Spalte 621-622

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
39 (26.9.1843)
Article
Die Menschenopfer der alten Hebräer
Date
1843-09-26
Page
Spalte 621-622 (sequence 3)
Language
German
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621 Die Menschenopfer der alten Hebräer. Von Ghillany 622 beute, die ihm Eisenmenger, und ein ähnlicher in Vergessenheit gerathener Geist, Hr. Dr. Holst, lieferten. Holst wurde bereits wegen dieser schülerhaft falschen Erklärungsweise in Creizenachs „Geist der phar. Lehre" zurechtgewiesen. — In ähnlicher Weise wird (S. 316) der schönen Stelle: Der Himmel ist mein Thron, die Erde meiner Füße Schemel rc. (Jesaja 66, 1), die Dimensionen Gottes aus dem berüchtigten pseudonymen „Buch Rastels", als die Lehre der Rabbinen, entgegengestellt. Fänden sich selbst im Talmud ähnliche Auswüchse eines überspannten Visionärs, so können sie höchstens dem, der solche Irrlehren zu verbreiten wagt, zur Last gelegt werden; aber sie dem Geiste des Judentums anfzubinden, ist Trug und Täuschung. „Wollte man aus den römischen und griechischen Vätern, von dem römischen Clemens bis zu Augustin, ein weitläufiges eui-pu8 doctrinae von zwölf Folianten zusammenbekommen, sagt Geftörer (Philo I, 325), so würde man auch gar artige Lehren zusammenbekommen, die der reinen Quelle, aus welcher Alle zu schöpfen behaupten, nicht sehr ähnlich sein mochten." Der Brandopferaltar, sagt Hr. Gh. weiter, stellte nicht nur im mosaischen Zeitalter das körperliche Bild'Gottes dar, sondern auch im v orm o saisch en hatte der Altar diese Gestalt und Bedeutung gehabt. Wenn Abraham und Isaak einen Altar bauten und den Namen Gottes anriefen (1 M. 13, 4; 26, 5), so müsse ihnen der Altar — Gott selbst gewesen sein. Den Hauptbeweis leitet der Vers. (S. 318) von dem Ausdrucke b nnp (.1 Mos. 15, 19) ab. Gott sagte nämlich zu Abraham:- „bringe mir" und Abraham „bringt ihm". Gott sei demnach körperlich anwesend, in der Metallstatue nämlich; ein Geist könnte nicht sagen, daß man ihm körperliche Gegenstände herbeibrmgen solle, denn ein solcher wäre unsichtbar. Wir -könnten aus gleichem Grunde sagen, daß das Zw. rip6 nur von einem konkreten Objekt zu gebrauchen sei, wenn wir nicht dieses Zw. auch abstrakt fänden, wie z. z. B. inrrp riN' np^ Uebrigens har der nürnberger Sprachforscher die grammatische Regel übersehen, daß die Pronomen im hebr. sehr häufig pteonafrisch dem Zeitw. hinzugefügt werden, wie z. B. iiONn b inp^; rb msoi , rb npn WDtcrn orai; d^d Dyo b nnp. Das b nnp ist sonach parallel dem H inp'l, ohne daß hier wie dort an eine körperliche Anwesenheit Gottes gedacht wird. Herr Gh. hat sich so sehr mit der Götterfabrikakkon beschäftigt, daß man einem Geiste, der in so hohen Sphären schwebt, wohl verzeihen kann, sich eine so vulgäre Wissenschaft, wie hebr. Sprachkunde, nicht angeeignet zu haben. Die Zeitwörter haben ihm daher nur eine Grundbedeutung, und von den integrirenden Nebenbegriffen scheint er Nichts wissen zu wollen. Die Grundbedeutung des Zeitw. z. B. ist le u ch t e n. Die Nebenbedeutung gnädig sein, hold sein. Herr Gh. kennt jedoch nur die Grundbedeutung dieser Zw., daher er (S. 323) von den Ausdrücken des Psalmisten ny^iJl "pJS nTMH und 'n bfi* wieder die Wa h r s ch ei n li ch ke i tsko n j ek tu r folgert, die Priester hatten Iah's Gunst oder Unwillen dadurch verkündigt, daß sie das ewige Feuer oben aus dem Brandopferaltar entweder in freundlicher ruhiger Flamme, oder mit Dampf und Geprassel brennen ließen; daher das Gebet: ,,Laß uns dein Antlitz leuchten", u. dergl. Ausdrücke. Diese Entdeckung verdankt Herr Gh. einer Nachläßigkeit der sog. reformatorischen Bearbeiter des alten Test., die den Ausdruck -px in diesem Kapitel unbegreiflicherweise stehen ließen, während sie den Vers rr nunp ny Dvtnyn .in ddn, den Herr Gh. in einer Handschrift der nürnberger Stadtbibl. , die wahrscheinlich ein Autograph des Psalmisten selbst sein soll, gefunden haben will, in riDIDn nttnp abänderten. Das schöne Gebet Salomos, bei der Einweihung des Tempels, in dem er den Tempel nicht als Opfer haus, sondern als ein allgemeines Ge bet haus, für dm Einheimischen wie für den Fremden, zur Anbetung Gottes geöffnet, darstellt, scheint ebenso in des Verfassers Buch der Könige nicht zu stehen; daher oitirt er auf die Erzählung von der Einweihung des Tempels nur nach der Version der Chronik, obgleich dieselbe, mit wen ig Abänderung, in dem viel ältern Buche der Könige 1, 8 sich befindet. Und sonderbar, gerade diese kleine Abänderung des Chronisten von dem altern Dokument wirft hier ein besonderes exegetisches Licht. Im Buche der Könige heißt es: und er breitete seine Hände gen Himmel; in der Chronik aber: er breitete seine Hände aus. Jubelnd und frohlockend, wie ein humaner Rechtsanwalt bei der entdeckten Unschuld seines Klienten, ruft hier Herr Gh. aus: „Bei dieser Stelle kann man wirklich sagen: Was braucht es noch ein weiteres Zeugniß? sie befreist Alles. Salomou betet seinen neuen kupfernen Brandopferaltar im neuen Tempel buchstäblich an". Der Verf. vergaß aber in der Freude seines Herzens, daß auch hier im nachfolgendem Verse, miPD^n steht. Der Vers 13 ist offenbar eine Parenthese, und der Abfasser der Chronik hat sich selbst, durch die Beschreibung des Katheders unterbrochen; er wiederholt daher nochmals den unterbrochenen Vordersatz. Der Zusammenhang dieser Verse ist daher: ('ui naher rwy o) .nown i'dd tns’i Daß die Eid schwüre vor dem Altar abgelegt werden (v. 22), kann Hr. Gh. (S. 325) nur durch die gegründete Vorstellung erklären, daß der Brandopferaltar die Natur Iah's gewesen sei. Der aber noch in unseren Tagen leider noch herrschende Gebrauch, daß die Israeliten den Eid in der Synagoge ablegen müssen, hatte den Verf. wohl belehren können, daß man hierbei nur an die Heiligkeit des Orts und keineswegs an eine verkörperte Gegenwart Gottes denke. „Auch im gewöhnlichen Umgang", sagt der Verf., „wurde es Gewohnheit, bei dem Altäre zu schwören lMatth. 23, 15)" Gerade aus diesem Citat geht erber hervor, daß damals der Schwur bei dem Altäre nicht so heilig gehalten wurde, wie der Schwur bei dem Opfer. Jesus sagte nämlich zu den

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