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Der Orient · 1843-09-26 · 39 (26.9.1843) · p. Spalte 619-620

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
39 (26.9.1843)
Article
Die Menschenopfer der alten Hebräer
Date
1843-09-26
Page
Spalte 619-620 (sequence 2)
Language
German
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619 Die Menschenopfer der alten Hebräer. Non Ghillany. 620 schwinden, eine scheinbare oberflächliche Stütze finden. So zieht er, wie erwähnt, von den Hörnern des Altars den Schluß, daß der Brandopferaltar eine eherne Motochstatue, Bild und Altar zugleich war, der mosaische und salomonische Brandopferaltar wären deshalb von Kupfer gewesen, im zweiten Tempel hingegen von Stein (Esra 3, 2; 1 Makkab. 4, 47), weil die reformirende Partei den alten Altar, der ein Bild Jah's war, verabscheute. Der Vers, hat nicht berücksichtigt, daß der mos. Altar deshalb von Holz und mit Erz überzogen war, weil ein solcher leicht u m h e r z u t r a g e n war, was bei dem Zuge in der Wüste besonders berücksichtigt werden mußte. Bei einem steinernen Altar, der auf der Wanderung aufgebaut und eingerissen werden müßte, hätte aber noch außerdem die Schwierigkeit stattgefunden, daß die so heilig verwendeten Steine aus Furcht vor Profanation, nicht zurückgclaffen werden konnten, so wie man in der Zeit der Makkabäer selbst die Steine des entweihten Altars an einen besondern Ort verwahrte (1. 4, 46). Salomon baute, nach 2 Ehr. 4, einen kupfernen Altar von ungeheurer Dimension, was seinen Grund in dem großen Vorrath von Kupfer hatte, den er besaß, (l Kon. 7, 48) „nmin ppwQ Iprn ^". Daß er aber dennoch auch einen steinernen Altar aufgerichtet hatte, wird nicht ohne Grund von den Talmudisten behauptet (Sebachim 61). Von den ersten Grundideen des zweiten Tempels heißt es „uad sie errichteten den Altar an seine Stelle" (Esra 3, 3), ohne Angabe, ob dieser aus Stein, oder, wie die frühern aus Holz mit Erz überzogen war. Aus der angeführten Stelle der Makkabäer geht hervor, daß derselbe aus Stein war, was um so wahrscheinlicher ist, weil sie „aus Furcht vor den Völkern des Landes" sich mit der Einrichtung und Wiederherstellung des Kultus so viel als möglich beeilen mußten, und daher lieber von der gesetzlichen Bestimmung Gebrauch machten: „Wenn du einen Altar von Stein aufführst, so baue ihn nicht aus gehauenen Steinen". Der Grund dieses Verbots ist aber wahrscheinlich darin zu suchen, damit kein Künstler, kein Bildhauer Veranlassung nähme, Figuren und Gestalten auf den Steinen einzugraben, die möglicherweise zur Anbetung derselben härten führen könneu. Einen schlagenden Beweis, daß dem vorerilischen Iah Menschen geopfert wurden, findet der Vers. (S. 312) in den Stellen 2 Mos. 29, 37): „Wer den Altar anrührt, soll heilig fein"; „Wer sie anrührt (die heiligen Geräthschaften), soll heilig sein" (2 M. 30, 29); d. h. „wer den Altar oder die heiligen Geräthschaften anrührt, der weiht sich dadurch dem Gott zum Opfer, er wurde ein geheiligtes, dem Iah bestimmtes Wesen, mußte ihm geopfert werden". Derselbe Ausdruck findet sich aber auch bei den Speise opfern (3 M. 6, 11), hier müßte es, nach des Vers. Exegese eben so heißen, wer oder was sie anrührt, soll geopfert werden, was sich aber vernünftigerweise kaum aussprechen läßt. Die Bedeutung vom Zw. ^-zp im Kal und Hithp. ist aber so viel als rein sein, wie z. B. r>ry>i KHp <1. Sam. 21, 9); der einfache Sinn ist demnach, daß selbst die Priester die Heiligthümer nur wenn sie rein sind berühren dürfen 26)f allein den reinen Sinn der Schriftsteller, die Grundbegriffe der Wörter glaubt Hr. Gh. nirgends berücksichtigen zu müssen, wenn solche seinen Absurdidäten entgegen, oder wenn sie sich auch nur nicht als Beweise für sein Steckenpferd gebrauchen lassen. Wie der Verfasser aber talmudische Quellen, die er irgendwo citirt fand, für seinen humanen Zweck verdreht und verfälscht, mögen die wenigen Talmudstellen, die er anführt, beweisen. In Sukka a. E. wird folgendes erzählt. „Mirjam, Tochter Bilgas, verließ ihren Glauben und heirathete einen Obersten des griechischen Heeres. Als die Griechen den Tempel eroberten, schlug sie mit ihren Sandalen auf den Altar und sprach: Wolf! Wolf! wie lange noch verschlingst du Israels Geld, ohne ihnen in Zeit der Noth beizustehen". So der Talmud. Hr. Gh. läßt aber den Talmud Folgendes erzählen. „Ein Weib, Marie mit Namen, ging einmal in den Tempel, zog ihren Pantoffell ab, und schlug den Brandopseraltar mit den Worten: Wolf! Wolf! wie lange willst du noch die Schätze der Kinder Israels verzehren!" Zu dieser verfälschten Stelle macht der Vers, noch den sinnreichen Kommentar, die Frau habe gewiß nicht wegen eines Opferthiers den Altar geschlagen, ihr wäre das Süßeste, der größte Schatz, ihr Kind entrissen werden, und in wüthender Verzweiflug beging sie das in den Augen ihres Volkes entsetzliche Verbrechen. Eine ähnliche Verfälschung lesen wir S. 458. Nachdem Hr. Gh. daselbst von der leiblichen Vermischung der Götter"^), O'rfwn *03, eine Sage gibt, die 1 M. 6, 1 von den Söhnen der Großen erzählt wird, fügt er hinzu; daß auch im Talmud die jüdische Sage von dergleichen Vermischungen nicht zurücktreten; als Beweis zu diesem, das Hohe, und Göttliche verhöhnenden Unsinn, citirt er eine Legende vom Propheten Elias, aus Joma 19, woselbst wir Israeliten, in unserer kindlichen Unschuld, nur die von Elias gerügte Sittenverderbniß der Nahardäer lesen. Njmrßa s<r6iro mssn ndi\ Herr Gh. läßt aber Elias auf die Erde kommen, um fleischliche Lüste an vielen Jungfrauen von Nahardäa zu befriedigen. Diese Gelehrsamkeit ist das Resultat einer Aus- 26) Der Talmud, Sebachim 83 legt dieser Stelle die Bedeutung unter, daß selbst Opferftücke, die im Gewöhnlichen nicht geopfert werden dursten, wie riNDDm wenn unvorsatzlich aus den Altar gebracht, auch daselbst verbrannt werden müssen. Opserthiere hingegen, deren Gattung nicht geopfert werden durften, müssen selbst, wenn sie schon auf den Altar geführt, zurückgewiesen werden. Merkwürdig ist aber an diesen zwei Stellen die Paraphrase Jonathans: -)Nt2> p piu , pns* m p LNPN' Nimm mpn bo j&rfeo Nt&io inpirp ne*?“!, anpob pninE'DN rrt> ndj? N'Knip p 'P'2'1. 27) Diese Söhne der Götter sind dem nürnberger Götterfabrikanten Götter untergeordneter Sterne/ etwa Fixsterne.

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