Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 39 (26.9.1843)
- Article
- Die Menschenopfer der alten Hebräer
- Date
- 1843-09-26
- Page
- Spalte 623-624 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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623 Schnftgelehrterr: „Wer da schwört bei dem Altar, das ist nichts; wer aber schwört bei dem Opfer, das darüber ist, der ist schuldig. Ihr Narren und Blinde! was ist gewisser, das Opfer, oder der Altar, der das Opfer heiligt?"-a) Derselben verworfenen Hilssmittel, mit denen Herr Gh. Iah zum Saturn und Moloch macht, bedient er sich auch um die Idee eines Mrttelwesens ins Iudenthum zu versetzen. Diese Idee entstand zunächst seitdem die Menschen den höchsten Gott, das unsichtbare, alles durchdringende Wesen, aus den Augen verloren, oder Gott für zu erhaben hielten, als daß die Menschen sich an ihn wenden dürften, eine Annahme, die eben mit dem metaphysischen Begriffe von einem allgegenwärtigen, alles durchdringenden Wesens in direktem Widerspruche steht. Sie suchten sich daher Mittel wesen, die als Ausflüsse der göttlichen Substanz eher im Stande wären, sich um die Menschen zu kümmern. 28) Wiefern übrigens dieser Tadel gegründet sein mag, ist uns unbekannt,. da aus 'der Mischna Ncdarim Kap. 1, 3 hervorgeht, daß bei einem Eidschwur zwischen dem Opfer und dem Altäre kein Unterschied ist. 624 Der Saba'ismus, dessen Grundzüge auch auf der Anbetung der Naturkräfte ruhten, war eine natürliche Folge dieser Vorstellung, der aber in den verwerflichsten Planetendienst ausartete. Der Mosaismus arbeitete dieser Vorstellung gerade entgegen, und stellte die Gottheit als in unmittelbare Verbindung mit der sublunarischen Welt dar. Bei den Israeliten, zur Zeit ihrer Ausartung und Verderbtheit, mag allerdings die Mittler-Idee der Uebergang vom reinen Gottesglaub n zum Götzendienste gewesen sein, und so ist wie sich Moses selbst, in Beziehung auf die Offenbarung in den Worten : „Ich stand zwischen Gott und euch, euch Gotteswort zu verkünden" (4 M. 5, 5), als Mittler kundgab, glaubten sie, für Alles eines körperlichen Führers und Mittlers zu bedürfen; dies die erste Anregung zur Verfertigung des goldnen Kalbes. Eine biblische Begründung und noch viel weniger eine Identisicirung mit dem Molaismus, hat aber diese Vorstellung durchaus nicht. Der Engel, tritt in der h. S. niemals als ein selbstständiges, von Gott unabhängiges Wesen auf, wie Mithras zwischen Ormuz und Ahrimann (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 1Z Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Durch die „Redaktion des Orients" (Leipzig, Tauchaer-Straße Nr. 26) ist zu haben: 1) xftpp, die Erhebung Israels unter Barak und Debora. Ein in hebräischen Versen abgefaßtes biblisches Drama in 2 Handlungen, von Nach. Js. Fischmann. Lemberg, 1841. 8. Preis 12 Ngr. 2) iTVTw Perlenschnüre aramäischer Gnomen und Lieder, oder aramaische Chrestomathie mit Erläuterungen und Glossar von Dr. Jul. Fürst, Red. des Orients. Iu des Vers.'s aram. Lehrgebäude als Uebungsbuch gehörig. Leipzig. Preis 15 Ngr. 3) ]niü px, bi$cuf(ltoe Erläuterungen zu §. 89 des Choschen Mischpat, als Programm eines großen Werkes über den Choschen Mischpat, genannt: ovjjNb Eon R. Hirsch Kalischer. Kroloschin, 1842. 4.'Preis 5 Ngr. (88.] Bei C. L. Fritzsche in Kommission ist folgende Broschüre zu haben und durch jede solide Buchhandlung auf feste Rechnung zu beziehen: ft ft X * 1 p In 8. Preis n. 5 Ngr. Dieses Schriftchen eines russischen wahrheitsliebenden Israeliten, welches die Mission des Dr. Lilienthal beleuch- ' tet, und die seligen wie unseligen Folgen derselven in der! Form eines Sendschreibens an seine russischen Brüder erörtert und darstellt, wird wohl für Diejenigen zu empfehlen überflüssig sein, die das Merkchen Magid Jeschua (Verkünder des Heils) gelesen. Löbliche Redaktion des „Orients" ersuche ich, der Wahrheit gemäß zu erklären, daß ich ihr über den Frankfurter „Resormverein" niemals ein Wort emgesendet habe *). Frankfurt a. M., 18. Sept. 1843. L. H. Löwenstein. *) Wird hiermit der Wahrheit gemäß bestätigt. Die Redaktion des Orients. Berichtigung» Folgende Druckfehler von Belang haben sich im laufenden Jahrgang des Orients in den Aufsatz „Notiz über die äußern Formen der Piutim" eingeschlichen. S. 435. Z. 14 statt Biha lies Bilia. — S. 453. Z. 1t-von oben st. l. rpi6ö 3 Z. 12 v. o. st. DKT] l. D'2/n. — S. 489. Z. 27 v. o. setze nach riJCN Mdr ein Anführnngszeichen. Das 'ui mftttW 'ist die erste Zeile des Gei dichtes selbst.! Tübingen, August 1843. Leopold Dukes. Verlag von C. ü. Fritzsche._Druck von I. H. Nagel. Dazu eine Beilage: „Berzeichniß hebräischer Bücher".