Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 37 (12.9.1843)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1843-09-12
- Page
- Spalte 589-590 (sequence 4)
- Language
- German
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589 Liederbuch. schen Ausdruck gemieden, da dieses nur aus einer beschränkten Ansicht über das neuhebräische Idiom entspringen kann. Was über die zwei heroischen Erzählungen zu sagen ist, hat Res. bereits erwähnt; der Vers, hat sich absichtlich streng an biblische Worte gehalten und jenes Romantische der talm.Sage, jener Schmelz der hagadischen Zauberwelt wurde aufgegeben, was eben Res. nur misbilligen kann. Die Geschichte von Jiftach und Gideon liegen für einen neuhebr. Epiker noch nicht verarbeitet und selbst die *>“W, in "VO und ■Qttfnn mttDn haben mit dem talmudischm Sagenschatze auch die goldenen Fluren der Dichtung verlassen. Ich würde mich herzlich freuen, wenn ich Herrn Kewall recht bald auf dem Gebiete der neuhebräischen Muse begegnen sollte. 24. Liederbuch von Satomon Salkind. Wilna, 1842. 16. M. Romm und S. Typograf (in Leipzig durch C. L. Frische). Hr. S. Salkind, jetzt Lehrer an einer neu gegründeten Schule zu Wilna, gehört zu den lieblichsten neuhebr. Dichtern dieser großen Iudenstadt Lithauens, und ist unfern Lesern schon als Mitarbeiter an den pDK in“)D hinlänglich bekannt. Die vor uns liegende Liedersammlung ist klein und von geringem Umfange; sie enthält: 1) Die Nachbildung einer Ode von Klopstock (,~p rnoil ‘’Ty); 2) ein Frühlingslied; 3) Kajin's Gewissensbisse als Brudermörder, eine Phantasie (pp); 4) Das Menschenherz, eine Moraldichtung (q-inh I'p); ebenso 5) die Zufriedenheit (nw Ip'PrD); 6) Elegie auf den Tod eines Knaben; 6) Des Sängers Abschied von den Musen; 8) Erinnerungen der Freundschaft rc. großentheilö bei gewissen Veranlassungen gedichtet. Auch fehlt es nicht an einigen nationalen Liedern z. 33, für Purim, so wie das Bruchstück eines Epos 2'pyp über die Errettung der Juden zur Zeit Mordechai's; am Lieblichsten und Gefälligsten sind aber die Fabeln und Epigramme am Schluffe, namentlich über die neuhebräischen periodischen Schriften (Bikkure Ha-Ittim, Kerem Chemed, Pirche Zafon). Was die Form anlangt, so ist sie, wie bei den andern in Wilna lebenden neuh. Dichtern, höchst abgerundet und die Versisikation mannigfaltig. Wo der Werft seine eigenen Gedanken wiedergiebt, ist die Sprache kräftig und frisch und unterscheidet sich merklich von der bei uns gewöhnlichen, nur ist der eigene ursprüngliche Gedanke bei Hrn. SaLkind in vorliegendem selten, und Rcf. wünscht von Herzen, daß er bald Muße gewinnen möge, sein Epos, wovon er hier ein Fragment mitgetheilt, herauszugeben. Zwar ist die russische Een für gegen diese Bestrebungen wie überhaupt gegen alles literarisch Bessere bei den Juden sehr feindlich, aber bei einem ernstlichen Streben wird es gewiß nicht fehlen, daß die Negierung eine bessere Meinung von diesen Produktionen gewinnen wird, da sie in der That zur Bildung der Juden beitragen. — Dudainu 590 25. D’NTH . D’W QniBDl n-TOp.,. Sammlung von ^Gedichten und Erzählungen von Iehuda Klatzko in Wilna. Leipzig, 1842. 12. C. L. Fritzsche. Der junge sechzehnjährige Verfasser dieser Lieder und Erzählungen hat schon in seinem dreizehnten Jahre, durch Herausgabe eines schönen hebräischen Gedichtes über die Gefühle und Empfindungen eines Bar-Mizwa, sein praktisches Talent und seine Gewandtheit in Handhabung der schönen Formen der neuhebräischen Sprache bekundet. Und wenn auch jenes Gedicht des dreizehnjährigen Knaben noch Spuren der Kindheit an sich getragen, wenn auch selbst diese Sammlung noch keine völlige Meise in Gedanken und Anschauungen zeigt, so ist doch in allen eine solche Formgewandtheir, wie man in Deutschland schwerlich bei einem dieses Alters antreffen wird. Was die „Veilchen" im Strauße anlangt, so besteht letzterer aus folgenden Blumen: l) mn eine ausgezeichnete Elegie oder Zionide, mit fünf- und sechssylbigen Reimzeilen und den lieblichsten mannigfachsten Reimen. Dieses von S. 1—12 reichende Gedicht ist in Form und Inhalt das schönste der ganzen Sammlung, theils weil die weiche, sich einschmeichelnde Zionidenform in der neuhebräischen Poesie am Meisten durchgebildet ist, so daß selbst schon ein minder poetisches Talent bei der Masse des Vorhandenen keine große Erfindungsgabe braucht, um schon die trauernden Weisen zu singen, theils ruht diese Nationaltrauer so fest und unerschütterlich in unserem Busen, daß sie als die heißeste jüdische Empfindung am Leichtesten die schönsten Worte findet. Die glühenden Erinnerungen an das ehemalige Vaterland Palästina mit seinen untergegangenen Schönheiten, welche die erhabensten Dichter besungen, und dieses alles im Gegensätze zu der Verlassenheit und zu dem Unglücke des jüdischen Volkes in der Zerstreuung, giebt dem neuhebräischen Dichter eine so Natürliche Anregung, daß er säst nur in solchen Gesängen als natürlich und national erscheint. 2) ’üiyn, ein Kassidet aus dem Polnischen übersetzt. In diesem Gedichte, welches die Züge des Arabers durch die Wüste mit alten Naturschrecken und Raturerhabenheiten, mit dem Anblicke einer Todtenkarawane, m den phantastischen Bildern darstellt, ist die Sprache viel gewichter, schwerer und feierlicher und zuweilen zu einer solchen Grandezza gesteigert, daß es ungemein von den weichen Gestaltungen des ersten Stückes abweicht; aber manche Ecken und Härten erinnern den Leser, daß das Gedicht nur nach gebildet ist. 3) rroiT! m^H, seiner Natur nach mit kurzen Versen. 4) rnnnm rOHNn, nachgebildtt nach Thomas Moore, in 13 vierzeiligen Strophen. 5) IN, dem Deutschen nachgebildet. Nach diesen Gedichten folgen die Novellen und zwar 1) mnn, der Flüchtling, nach der in der A. Z. d. I. in 8 Kapiteln nachgebildet. Die Sprache erhebt sich sehr oft zu einem poetischem Fluge und sehr häufig liest sich die Nachbildung viel besser als das Original. 2) der Fischer, ebenfalls eine Novelle in 7 Kapiteln, und wie mir aus dem Inhalte hervorzugehen scheint, hat dem Vers, ein abendländisches Muster