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Der Orient · 1843-08-29 · 35 (29.8.1843) · p. Spalte 555-556

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
35 (29.8.1843)
Article
Jüdische Sprachwissenschaften [Rezension]
Date
1843-08-29
Page
Spalte 555-556 (sequence 5)
Language
German
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555 556 Die arab. Aktenstücke rc. — Die Judenfrage von Ghillany. sondern auch -eine ungemeine logische Schärfe im Auffaffen des Speciellen bekundet. Aber trotz der Belesenheit, von welcher die Abhandlung zeugt, kann der Res. doch nicht seine Bewunderung unterdrücken, daß er gerade diejenigen Monographien, die sich speciell mit diesem Thema befaßten, ganz übergangen oder übersehen findet; es ist ihm unbegreiflich, wie der Vers, auch nur zu einer Abhandlung der Art schreiten konnte, ohne sich mit der Literatur über dieselbe bekannt zu machen. Ich will nur von diesen nicht erwähnten Schriften -er 7 Hauptabhandlungen gedenken, welche nur den Zaraat zum Gegenstände haben, nämlich: 1) PhiL L’oiset: De lepra cutis Hebraeoiun». Prf. 1709. 4.;—2) Rousille Chams er»: Recherche** sur Je rentable caractere de la lepre des Hebreux (Paris, 1800, in den Memoiren -er med. Gesellschaft abgedruckt); — 3) defs. Reflexions sur la maladie de Job. ibitl.; — 4) Geo. Wolfg. W ed el: De lepra iii sacris. Jena, 1715. 4. — 5) Mich. Ohr. Rusmeyer: De lepra Mosaica s. legali. Greifswald, 1723. 4. — 6) Ju. Phil. Laur. Withof: Progr. de leprosis reterum Hebraeorum. Duisburg, 1750. 4. — 7) Chr. Ehrenfr. Eschenbach: Progr. de lepra Judaeorum. Rostock, 1774. 4. und die alle nicht erwähnt worden. Vor Allen aber hätte er seiner Glaubensgenossen Elkan, Josef, Wolf, der 1777. 8. in Manheim in seiner Schrift: „Von den Krankheiten der Juden," diesen Gegenstand behandelt hat, erwähnen sollen. 19) Die arabischen Aktenstücke über die Ermordung des P. Thomas und seines Dieners in Damaskus. In das Deutsche übersetzt nach der wörtlichen Uebertragung im l'Univers von A. v. Morell. Nürnberg, 1843. 8. I. L. Schräg. Eine schmachvollere und schmutzigere Schrift, welche nicht nur dem UeLersetzer, sondern auch dem Buchhändler zur Schande gereicht, ist dem Rest noch nicht vorgekommen; es ist der Judenhaß in seiner cynischen Naktheit, blutdürstig und fanatisch, und eine Entweihung der deutschen Sprache. Den 14. April 1843 hat der „Umvers" in seiner propagandistischen Hitze, um die Angriffe eines Rabbiners auf den Katholicisnms zu paralysiren, dieses Mahrchen von Neuem aufgetischt; aus den damaligen Berichten der judenfeindlichen Blätter machte er arabische Aktenstücke, suchte sie mit neuen Erfindungen zu bereichern und als Uebecsetzung dem Publikum auszutischen, um Haß zu säen; und der deutsche Protestant schämt sich nicht, diese Lüge nachzusprechen. Wäre die Lüge nicht so offenkundig, der Haß so ohne alle Vernunft, die Darstellung so gemein, die Schlüffe so niederträchtig, vielleicht würde eine solche Schrift einige Wirkung gehabt haben, so aber hat sie nur die Wirkung, daß Hr. Morell bedauert wird. 20) Die Judenfrage. Eine Beigabe zu Bruno Bauer's Abhandlung über diesen Gegenstand von F. W. G h i l l a n u. Nürnberg, 1843. 8. I. L. Schräg. Hr^ Gh. hat die wahnwitzige und fixe Idee, daß die Juden seit länger als 3000 Jahren dem Moloch Menschenopfern; früher hatten sie diesem blutdürstigen Götzen ihre Kinder geopfert, seit 1800 Jahren aber opfern sie nur Christen, weil diese allein nur Menschen sind. So lange diese tollhäuslerische Idee sich in den Staub der Nürnberger Bibliothek verkroch, oder in bestäubter, wurmstichiger Gelehrsamkeit sich Lust machte, verdient« sie höchstens das Mitleid aller Gutgesinnten, wie jede Verirrung des menschlichen Geistes, in dieser hier angezeigten Schrift aber ist dieses Ungethüm aus dem Jrrenhause auf den Markt des Lebens gekrochen, und da wäre es eine Versündigung gegen das Leben, wollte man dem Unwesen ruhig zuseym. Hr. Gh. bringt seinen Menschenopfer-Wahnsinn mir in die Emancipationsfrage und sucht dieses Thema des 19. Jahrhunderts, das ohnehin durch alle Hebel des Hasses, des Neides und des Eigennutzes hin und her geschoben wird, noch durch seinen Blutgeruch zu verpesten. Noch ist in der Emanzipationsfrage, meint Hr. Gh., das innere religiöse Wesen des Judenthums und sein geschichtliches Auftreten nicht beachtet worden, und diesen Punkt holt Hr. Gh. nach, in der festen Ueberzeugung, daß er das innere Wesen des Judenthums versteht. Armselige Unwissenheit!! Weil Sie ein Dutzend Stellen aus Eisenmenger zusammengetragen, die weder Sie noch ihr Meister verstanden, — und eine andere Quelle kennen sie nicht, — glauben sie das Wesen des Judenthums in der Tasche zu haben! Es ist aber schön von Hrn. Gh., daß er sein „Wesen des Judenthums" in eine Formel brachte; dadurch läßt sich die Dummheit besser übersehen und in das Gebiet verweisen, wohin es gehört. Denn wie schwer wäre dieses, wenn Hr. Gh. dieses Wesen auf 700 Seiten, wie seinen Molochwahnsinn, ausgedehnt! Das Wesen des Judenthums ist nach ihm: „Der Hebräer hält sich für ein von seinem Gotte Jehova aus allen Völkern erwähltes Geschöpf, das zur Herrschaft über die Erde bestimmt ist. Me Nichtjuden gelten ihm für unrein, geduldet von Jehova nur deßhalb, um im messianischen Reiche von den Juden beherrscht zu werden und ihm Knochtesdienste zu leisten. Dieses messianische Reich ist ein weltliches Reich, steht täglich bevor und beginnt mit einem großen Würgen der Juden unter den nichtjüdischen Völkern, das die völlige Unterjochung der Letztern zur Folge hat." Aus diesem Knäul will ich versuchen, die einzelnen Sätze zusammenzustellen, und ihm sogar alle Sätze, für die er nur aus Eisenmenger Beweise beibringt, zugeben: 1) Die Juden sind ein auserwähltes Volk. Diese Idee ist eine christliche; das N. T. hat sie hundert Mal wiederholt, und der ganze Stolz des Christenthums besteht ja blos darin, daß es diese Idee für sich als das sogenannte wahre Judenthum adoptirt. Ist Hr. Gh. eifersüchtig, daß wir Juden es den Christen nachthun und uns auch als auserwählt ansehen? 2) Das Judenthum glaubt sich zur Herrschaft über die Erde bestimmte Auch dieser Satz ist nur ein christlicher. Das Christenthum maaßt sich nicht nur die Herrschaft über die Erde, sondern

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