Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 35 (29.8.1843)
- Article
- Jüdische Sprachwissenschaften [Rezension]
- Date
- 1843-08-29
- Page
- Spalte 557-558 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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557 Literarische Nachrichten. 558 auch über dm Himmel an; seine Gläubigen allein dürfen selig werden und in den Himmel kommen, aber keine Heiden, Muhammedaner, Juden, Protestanten, Ketzer. Wenn einige Rabbiner diesen christlichen Satz adoptirten, so sollte Hr. Gh. nicht über die Entlehnet, sondern über die Nichtemancipation des Christenthums schreiben. 3) Die Juden halten die Nichtjuden für unrein. Ganz christlich. Das Christenthum hat das Reinigungselement der Taufe zum Sakrament erhoben, der Nichtgetaufte ist, nach allen Kirchenvätern, unrein, und nach den Lehren des Mittelalters sogar vogelfrei. Kann es Hr. Gh. einigen Rabbinen verdenken, wenn sie die Beschneidung der Taufe gleich achten? 4) Die Juden hoffen auf ein messianisches Reich, in welchem sie alle Völker erwürgen würden und beherrschen. Ich möchte Hrn. Gh. fragen: wenn die Juden im messianischen Reiche alle Volker erwürgen, was sie noch zu beherrschen haben würden? Aber abgesehen davon, daß der größte Dummkopf es einsehn würde, daß die Idee von einem messianischen Reiche keine rein jüdische ist, daß sie, wenn einige Rabbiner im Mittelalter es geglaubt, nur aus dem Christenthum entlehnt oder demselben nachgebildet ist, begreife ich nicht, wie alle diese Sätze mit der Emancipation zusammenhängen. Weil einige jüdische Rabbiner vor Jahrhunderten gesagt, daß das Judenthum die Völker unterjochen werden, hat denn deshalb das Christenthum das Recht vorläufig diese Unterjochung gegen uns zu kehren? Ist es doch sogar noch sehr zweifelhaft, ob ein Christenthum bei jener zukünftigen Unterjochung noch existiren wird! Daffelbe läßt sich aber bei jedem Satze wiederholen, und wäre man nicht daran gewöhnt, in rebus judaicis allen Unsinn dominiren zu sehn, so könnte man kaum die Censur begreifen, die doch dem Rechtsinne so manchen Riegel vorschiebt, wie sie dem Wahnsinne so freien Lauf lasse. Literarische Nachrichten. Verzeichniß der im Codex XXV (B. h. 12. 43.) der Leipziger RathsbibUothek enthaltenen Gedichte. Um dm ersten Theil unseres im LB. des Orients, Nr. 20 gegebenen Versprechens zu erfüllen, geben wir hier ein vollständiges Verzeichniß der Gedichte, welche im bezeichneten Codex (.bei Wolf Th. 2. S. 1298 unter dem Titel nrpDI) enthalten sind. Delitzsch sagt in der Beschreibung dieses Codex: 'I'otus Uder enrmina XL VI continet; allein einerseits hat er pDVTtt rtnD mit zu den Gedichten gezahlt, und andrerseits elf achtzeitige Gedichte von Salomo Jbn Gabirol blos für ein Gedicht gerechnet, obwohl der Umstand, daß jedes einzelne Gedicht den Namen des Verf. als Akrostich hat, und der Mangel einer poetischen Einheit zwischen den Gedichten deutlich zeigen, daß Salomo Jbn Gabirol jedes dieser Gedichte zu einer besondern Zeit gedichtet hatte. Wir müssen daher in der Angabe der Zahl der Gedichte von D. abweichen. — 1. Bruchstück eines alfabetisch geordneten, im zweiten Hemistich stets einen Bibelvers habenden Gedichtes. Das Bruchstück fängt an mit dem Buchstaben Nun: rtfüJ unn iw "h rw, ünpon* 2. Ein Gedicht (riD1 "M, wie sich der Schreiber ansdrückt) bestehend aus dem bekannten inyw run bis nyityvi ’JyrOfti, dann rpn "NON und endlich wieder 'Ul »“UH bis nyiim Man könnte daraus schließen, daß i?N nJH ursprünglich nicht für den Segensfpruch über den Wein (am Ausgange des Sabbat) bestimmt war. 3. cbiy jriN nyDty, 4. rwp im ntßf, 5. W' pD znw, 6. tlDJ mv “iy&y, 7. nn 'bt* nby -w, 8. bw, 9. niDD by uw, 10. NN ib ühw, 11. rnw ira njDw, 12. rin> jm tw, 13. nN2& DUJ WVJ, sämmtlich von Salomo Jbn Gabirol. 14. Das bekannte fcsnn. 15. nnuo üv bis r6u dp ^idd. 16. N")Ui oi\sk “in>r. 17. Ein Gedicht anfangend pp , pby siNde, bas, wenn wir nicht irren, in dem sogenannten niitn sich befinden muß. 18. apy nny N-pn bx. 19. DJP “in ^p, noch nicht gedruckt. 20. ny&’DE) HJP pSl, ebenfalls noch ungedruckt. 21. ')by non rw, mit dem Akrostich rp\ 22. nJl py 'D~o:3 “)DDn tacyttb, mit der Ueberschrist pbsDiir noi nr. 23. b)rt> vnp ]D b'-onn nach spanischem Ritus, indem es in der dritten Zeile heißt ^irD nm1 i^yn. 24 U12W D'D nv von Elea sar. 25. Tyn nniO *UäD von R. Menach em. Die Ueberschrist des Gedichtes lautet: ünyo ID' HT not -vynp is nro cm mba npbnrutra Dtyn ij?dj -b ui rntwi tin wirb nymio. In veni Gedichte finden sich auch Anspielungen auf das Purimfest. 26. "pEtt 'llv bü, ein Epithalamium. 27. 'OIL INttfl T?, mit dem Akrostich 2pi?'. 28. QLNN tm, DtfiO T von R. Jakob ben Meir (vri n'nn). 29. *?pn Dl Dl\ An der letzten Strophe dieses Gedichtes möge sich der Scharfsinn eines Lesers erproben.' Sie lautet nämlich: