Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 35 (29.8.1843)
- Article
- Jüdische Sprachwissenschaften [Rezension]
- Date
- 1843-08-29
- Page
- Spalte 551-552 (sequence 3)
- Language
- German
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551 Ueber die Aussprache der hebräischen Buchstaben rc. 552 hebräischen, nämlich mit Ausschluß der Aspiraten und den Nüancen der Zischlaute, zusammen und schon die Reihenfolge und die Stellung giebt über die Aussprache einigen Ausschluß. Mt dieser allgemeinen Betrachtung, welche den .ersten einleitenden Theil der Abhandlung ausmacht, kommt der Vers, zu dem eigentlichen Thema seiner Untersuchung, nämlich; „über den Laut und die Bedtg. der Buchstaben n und b" zu sprechen. Ueber die Aussprache von n und b haben sich zwei verschiedene Ansichten gebildet, die eine stellt das ft dem griechischen t, n dem 91 gegenüber, so daß ft nur durch t, 5, aber durch th wiedergegeben wird, und diese Ansicht ist die alte und recipirte; die andere Ansicht behauptet das Gegentheil. Die ältere Ansicht stützt sich auf gar keinen Beweis, die letztere hat Ewald folgender Maaßen begründet: 1) wird von allen Semiten b mit einer Gutturalaussprache getönt, also wie th gesprochen, während n nur einfach t ist; 2) ist in dem griechischen Alfabet ft der Figur, dem Namen und dem Laute nach 9-, n aber u Der erste dieser Beweise erscheint schon gleich im ersten Augenblick in jenem Nebel der Subjektivität gehüllt, die man bei Ewald so oft antrifft, ohne daß man damit etwas anfangen kann; auch hat sich Hupfeld schon die Mühe genommen, diesen gründlich abzuweisen; den zweiten sucht Hr. Ehrenberg zu widerlegen. Er meint: 1) die Griechen hatten ursprünglich nur z für den 1'—Laut; 2) dann wurde dem x ein H zur Bezeichnung der Aspiration hinzugefügt; und endlich wurde Namen und Seichen des & für den aspirirten T—Laut aus dem Semitischen genommen, obgleich im Semitischen selbst ft nur den einfachen T—Laut hatte. Der Leser wird aber, wie ich glaube, aus den Sätzen 1 und 2 gerade das entgegengesetzte Resultat gewinnen, als Hr. E. in 3 giebt; denn selbst zugegeben, daß' für den asp. Laut erst spater ein Buchstabe gesucht wurde, daß die Griechen später nur das x hatten, so ist Nichts emleichtender, als daß sie nur deshalb das ft gewählt, weil es wirklich den asp. 1—Laut bezeichnet e, zumal die Übereinstimmung in der Reihenfolge gar nicht so unbedeutend ist. Aber auch Einzelnes, ein nicht hierher Gehöriges scheint mir in der E'schen Beweisführung nicht richtig zu sein. Wenn für die gleichzeitige Aufnahme der Buchstaben Zijzu, uHxa, ®r}xu kein anderer Beweis vorhanden ist, als die gleiche.Bildung des Namens, so ist Nichts bewiesen. Auch Brjxcc ist so gebildet, und zwischen Bfjzcc von nnd "HVa von nun und ®7}xu von rpft ist nicht der geringste Unterschied; was aber Zrjxa anlangt, so ist er offenbar aus rPI/ wie der Buchstabe neben p] geheißen haben mag, entstanden, zumal die Namen nur gewählt worden, um den Anfangslaut zu haben. Das arab. Se und das äthiop. Zai ist vielleicht auch nur aus dieser Abkürzung entstanden, da wir aus Ain, Gain, Schm ersehen, daß das Nun nie apocopirt wurde, wohl aber das Tau, wie in Be, Hha, Ta. Eben so wenig beweisend finde ich die Argumente, die aus „innern. Gründen" hergeholt sind. Das ganze System von der grammatischen Lehre des Rase darf mit dem ursprünglichen, eigenthümlichen Laut gar nicht verwechselt werden, da es überhaupt noch gar nicht erwiesen ist, daß das Rase in einer Aspiration besteht, zumal weder die alten Grammatiker, noch die Tradition etwas Bestimmtes darüber wissen. Dieselbe Tradition, welche bei 3 und 2 das Rase als eine Aspiration- Aehnliche (bei 2 sogar sehr zweifelhaft) überliefert, hat bei 3 und ihre Aufgabe ganz vergessen, und beim n das Rase als im S—Ton aufgelöst überliefert, was sogar durch die grammatische Erscheinung der Umstellung und anderer Analogien etwas für sich hat. Der Beweis aus der Verwandtschaft der Stämme ^2 und ^2, so wie aus dem st. eon8ti-. bei Feminalendungen, beruht auf unrichtiger Auffassung dieser Erscheinungen (s. Konkord. und Aram. Gr.). Viel richtiger sind nun die äußeren Gründe des Hrn. E. für seine Ansicht, welche er in folgender Weise rubricirt. Es sind zu vergleichen: I. Die aus dem Semit, übertragenen Wörter, und zwar a) solche, die schon in alter Zeit in beiden Sprachfamilien erscheinen; b) die unmittelbar herübergenommen sind (in der LXX, dem N, T. und bei den Klassikern). II. Die aus dem Griechischen ins Hebr. übertragenen Wurzeln. Was die Vergleichung der Klaffe l. betrifft, so könnte Hr. E. die strenge Sonderung, die überhaupt schwierig ist, nicht mehr beobachten. Bei DTinp ist die im Griechischen schwankende Schreibung mit r oder 9im Stamme selbst begründet, da es im Send. Mithre und im Sanskrit Metra heißt, in NOO7). (Furt) ist der T—Laut von dem folgenden Pe-Rafe influirt worden, die Vergleichungen von «nb-i, tnnn, nriDn, D$ns, jnn ist unrichtig (s. Konkord. 88. w.), so daß nur die Vergleichung von Verbalwurzeln übrig bleibt, die aber durch eine gleiche Zahl in umgekehrtem Verhältnisse ausgewogen werden. Daß aber die Septuaginta, das N. T. rc. Nichts beweisen, zeigt schon die Unbestimmtheit, in der sie einen Namen übertragen, so daß in der That nur der Beweis von der Korrespondenz mit den griechischen Lauten im Alfabet übrig bleibt, welcher Beweis aber, meiner Meinung nach, gar nicht zu widerlegen ist. Am Schluffe geht der Vers, noch auf die phöniz. Wörter ein und auf die spätere Entlehnung im talm. Zeitalter, die für ihre Zeit freilich Beweiskraft haben. Fast habe ich in dieser Anzeige schon die Grenzen überschritten, und doch ist das Thema mir einer solchen Fülle von Fleiß ausgearbeitet worden und enthält so viel Material, daß ich nur sehr wenige Punkte berühren konnte. Gern hatte ich diesen Gegenstand wieder ausgenommen, vorzüglich da ich ihn in meinem Lehrgebäude und in der Konkord. mir schon zurecht gelegt, aber es wird in meinem Wirkungskreise immer schwerer, sich einem speciellen Gegenstände hinzugeben, und ich wünsche von Herzen, daß Hr. Ehrenberg in dergleichen Arbeiten fortfahren, möge.