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Der Orient · 1843-08-29 · 35 (29.8.1843) · p. Spalte 549-550

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
35 (29.8.1843)
Article
Jüdische Sprachwissenschaften [Rezension]
Date
1843-08-29
Page
Spalte 549-550 (sequence 2)
Language
German
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549 Ueber die Ztussprache der hebräischen Buchstaben rc. 550 tiken und literarhistorischen Studien über die jüdische Philologie oder Sprachwissenschaft eröffnet und durch viele Nummern durchgeführt (ibid. Nr. 50. 51* 52. LB. d. Or. 1842. Nr. 1. 4., wonach dann specielle Beurtheilungen über hebr. Grammatiken folgen sollten) und in diesem Sinne und Geiste, wenn nicht auch gerade speeiell möge hier die Fortsetzung folgen. Es ist auch in der neueren, für Wissenschaften regen Zeit unter den Gelehrten unserer Glaubensgenossen selten, daß der Eine oder der Andere einen speciellen Gegenstand der jüd. Sprachwissenschaft zum Thema einer Behandlung nehme, wett die Befähigtern über die Vorstudien zu einer Geschichte unserer Literatur, nämlich über die literargeschichtlichen Studien nicht hinauskommen können, und die minder Befähigten in die praktische materielle Thatigkeit versunken sind. Es ist also kein Wunder, daß schon die angenehme Erscheinung an sich, daß nämlich ein junger jüdischer Gelehrter einen speciellen Gegenstand aus der jüdischen Sprachivisienschaft zum Gegenstand einer Abhandlung nimmt, alles Lob verdient, und wenn noch dazu dieser Gegenstand mit Gründlichkeit und Klarheit abgehandelt erscheint, so kann die Anerkennung gewiß nicht ausbleiben. Die Abhandlung des Hrn. E. eröffnet eine kurze Einleitung, worin allgemeine Bemerkungen über die Verwandtschaft der indogermanischen und der semitischen Sprachen in den Wurzeln, von dem Ursprünge des Buchstabensystems bei Griechen und Römern aus dem Semitismus gegeben werden, und Hr. E. schließt mit Recht daraus, daß zwischen den orientalischen und occidentallschen Lauten kein solcher Abstand geherrscht haben müsse, als man früher anzunchmen geneigt war. Diese Wahrheit, welche die Vergleicher des Semitischen mit dem Indogermanischen längst auf das Ueberzeugendste erwiesen, ist freilich nicht neu, aber der Vers, that recht daran, sie an die Spitze seiner Untersuchung, worin die Aussprache einiger Buchstaben aus einer solchen Vergleichung bestimmt werden sollte, zu stellen, da eine urthümliche Verwandtschaft des Semitismus und Sanskritismus bei dem trägen Trosse der Empiristen ohnehin noch keinen festen Boden gefunden. In dem Gange der Abhandlung selbst hat Hr. E. folgende Gliederung beobachtet r I. Aussprache der hebräischen Buchstaben im Allgemeinen. 1) So weit sie aus der Sprache selbst zu erkennen ist. 2) Vergleichung der hebräischen Buchstaben mit den griechischen (u. lat.). II. Heber den Laut und die Bedeutung der Buchstaben n und ft. a) Innere Gründe für die angegebene Aussprache des N und ft (grammatisch und physiologisch). b) Aeußere Gründe für die Aussprache des h und ft (historisch). Res. gesteht offen, daß er in diesen feinen, logischen und stufengängigen Dispositionen den wissenschaftlichen Takt des Hrn. E. erkennt, der schon im Voraus für die Resultate seiner Abhandlung einzunehmen geeignet ist; Ref. selbst hat in seinem Lehrg. d. A. Id. auf die nothwendige stufenmäßige Erforschung der Sprache, aus dm grammatisch-phisiologischen und analytisch-historischen Weg aufmerksam gemacht und beide Wege mit bewußter wissenschaftlicher Konsequenz in seiner Konkordanz durchgeführt, und es mußte ihm doppelt erfteulich sein, einen Genossen auf diesem Gebiete gefunden zu haben, der im Einzelnen so trefflich weiter bauet, wenn er auch ihm oft entgegentrür. Bei der Erkenntniß der Aussprache der hebr. Bchstb. meint Hr. E., daß man in der altt. Literatur nur die eine Stelle Rcht. 12, 6 hätte, im Uebrigen aber müßte man sich auf die heutige Aussprache verlassen und diese zur Grundlage der Untersuchung machenallein die Quelle oer Erforschung der Aussprache aus dem Sprachschätze selbst ist gar nicht so klein, wenn auch im A. T. Nichts ausdrücklich darüber erwähnt ist, und die meiner Meinung nach bei gründlicher Forschung auch zu einem Resultate führen könnte, ohne die gerinste Beihilfe einer fremdsprachlichen Vergleichung. So z. B., um nur bei einem Buchstaben stehen zu bleiben, ist es aus der Sprache zu erweisen, daß Jod (->) insofern es wie unser Jod ausgesprochen wurde, daß es mit dem K-Laute korrespondiren konnte (wie etwa in den romanischen Sprachen das 6 und rn den slavischen das K zu einem Jod erweicht erscheinen, ^und in einigen deut. Dialekten 6 wie J ausgesprochen wird); daher die Erscheinung, daß *112^ mit KQJ mit arab. Jturäa, korrespondirr. Jede Nuance der Aussprache läßt sich aber durch Vergleichung der Sprachwurzeln innerhalb der Sprache aufsinden, und zwar jedes Buchstaben des Alfabets, so daß diese Art Forschung eigentlich diese Partie gar nicht entbehren dürfte. Sehr richtig bemerkt der Vers., daß wir unsere Aussprache des Hebr. aus den Zeiten der Makkabäer herleiten können, und daß sie mit der der L.XX im Wesentlichen übereinstimme. Dieser Satz, der uns zwar von der sogenannten grammatischen Aussprache abflihrt, ist zu wichtig, als daß ich nicht hier gleich ein Beispiel geben sollte, was der Verft in seiner Kürze unterlassen. Das dageschlose ft sprechen wir bekanntlich sehr erweicht aus (wie f oder w)4 daraus aber nun ist es erklärlich, warum die hXX sw (Iud. 7, 25) durch £?fa)y ja sogar durch v, wie ftirn (Jos. 19, 30) "Paav wiedergiebt. Auch das Verschwimmen des y mit hat die LXX. Mit Recht giebt Hr. E. dieser traditionellen Aussprache, wie sie sich seit den Makkabäern bis auf uns erhalten, eine größere Bedeutung als man sonst gewohnt ist, und erst nach dieser Grundlage kommt er zur Vergleichung mit den lat. und griech. Buchstaben. Das griech. Alfabet ist bekanntlich aus dem Semitismus gekommen, und wie es ursprünglich in Form, Namen und Stellung mit dem semrt. Alfabet übeceinstimmt, so ist auch gewiß in Bezug auf Aussprache ein verwandtschaftliches Verhältniß vorhanden, was auch die Wissenschaft längst ausgemacht und erwiesen (s Saalschütz, Gesenius, Hug Lepsius u. A.). Nach einer kurzen Begründung dieser Thatsachen stellt der Vers, die 17 ursprünglichen Buchstaben des griechischen Alfabets mit den 35*

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