Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 27 (4.7.1843)
- Article
- Neuhebräische Poesie [Rezension]
- Date
- 1843-07-04
- Page
- Spalte 419-420 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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419 Zur KennLniß o. neuyeor. religiösen Poesie rc. B. L. Dukes. 429 S. 1. „Die erste Zeit des zweiten Tempels'.hat nach talmudischen lleberlieserungen bereits einige solche Gebete gehabt, welche aber nicht auf uns gekommen sind". Hier hätte der Herr Verfasser die eine oder die andere Stelle als Beleg aus dem Talmud angeben sollen. Ich muß gestehen, mir ist kein solches Gebet bekannt. Das vom Verfasser S. 100 angeführte und angeblich von Samuel verfaßte ^bn ■'pDJJDD, wovon derselbe behauptet, daß es verloren gegangen sei, möchte ich aus folgenden Gründen sehr bezweifeln. Der Nif führt jene Stelle folgender Maaßen an: -)qk nb hw 'pDJD yl? nriN, welches scheint den Ausdruck des vorhergehenden ob)]) Ml ZN? Hilft zu modisiciren. Auch der. Rabbenu Ascher hatte vor sich 2b niDltyn ]\SD HDft, welches ebenfalls dahin deutet. Auf jeden Fall sind diese Anführungen merkwürdig. S. 2 wird als Vermuthung ausgesprochen, daß manche Gebete vielleicht den sogenannten Minim (Abtrünnigen) gegenüber verfaßt worden sein konnten. Dies scheint nicht ungegründet zu sein. Die Erklärung dieses Namens aber, S. 136 in den Beilagen, von^O, sich weigern, wird schon im Kommentar zum Kusari von Iolowicz und Kassel, S. 2, aus Nicolaus Füller (miseeU. 11, 3) angeführt, welches nicht hätte übersehenwerden sollen. Eine andere, als Abkürzung oder absichtliche Abstutzung des poftD, findet sich im Orient. S. 32 sagt der Verfasser vom Ausdruck nNOyo „Dieses. Wort ist alt, schon Amram Gaon braucht es". Es ist aber noch viel älter, es kommt schon in der Mischna vor (Taam't. 4, 1), wo es sich neben und nmo befindet. Daher hießen die hierzu bestimmten Leute MEOft, woher das bekannte Ritual unter diesem Namen sein Dasein hat. Diese Bezeichnung kommt nicht, wie Herr Dukes meint, vom Aufstehen am frühen Morgen, noch von der Stellung überhaupt, worin man diese Gebete verrichtete, sondern vom Gegenwärtigsein, vai bp lOiy, beim täglichen Opfer im ehemaligen Tempel zu Jerusalem, wobei nämlich gewisse hierzu bestimmte Leute ganz Israel vertraten, wie es in der angeführten Mischna angegeben ist*"). Schon in der Bibel Dt. 10, 8. Iud. 20, 28) hat bie Bedeutung: opfern, oder vielmehr: den heiligen ^Dienst versehen, weil der Dienende stehen mußte. Von diesem Gebrauche in der Ritualsprache ist dann die Bdrg.: dienen (Dt. 1, .38. 1 Reg. 1, 28. Dan. 1, 5. Ier. 52, 12) Königen und Fürsten, hervorgegangen. In diesem Sinne heißt HEyE der Dienst, Posten, und in der Ritualsprache der Dienst beim Opfern, oder das Dienen mit den Opfern. Die UNEM sind die Opferungen als Dienst, oder der Dienst bei den Opfern, und nur so läßt sich' erklären, warum 1EM neben rplD und rjnJD erscheint. Diese Bdtg., die ich schon in meinem kleinen Schulwörterbuche habe, ist aber nicht eine erst herausgedeutete, sondern eine in der Sprache fest begründete. Im Syrischen heißt HEy die Taufe erhalten, nachgebildet der Opfersprache, wie pip die Hostie oder das Abendmahl heißt. Der Gebrauch von ißy bei den Syrern in diesem Sinne, so wie seiner Derivaten, ist sehr S. 44 „von dem ungenannten Verfasser Mussar haskel, ‘p^H 1D1D." Nach Heidenheim, der eine neue Ausgabe dieses Werkes, (Rödelheim 1804) besorgte, ist der Verfasser nach den dort in der Vorrede angegebenen Gründen kein anderer, als der pjo. S. 55 „das und c&jy pjft, deren Verfasser nicht bekannt sind." Von ersterm gibt Fürstenthal-) in seiner Bearbeitung des More Nebochim^) 1, 16., Anmerkung 9, den Verfasser an, nämlich ‘■jra ihn welches angedeutet ist in den Worten "pO NON Ohß- Um Daselbst ist auch die Meinung widerlegt, daß Maimuni der Verfasser sei. Dieses ist auch dem Herrn Reifmann entgangen, der sich im LB. d. Or. 1842. Nr. 24. Col. 376 anfangs geneigt zeigt, es mit Jakob Emden dem Maimuni zuzuschreiweitschichtig, und nach alten Zeugnissen hatten sie auch eine Schafel - Form, 1OM kn dieser Bedeutung. Diese Schafel- Form, behauptet schon Par chon in seinem Wörterbuche, läge bei unserem Worte HE-Vuyp zum Grunde; es wäre also eine gewöhnliche Passivbildung 'von iDy&y, mit Ausstoßung des Ajin, nämlich für was atjo ursprünglich nach dem christlich-syrischen Sprachgebrauch nichts weiter bedeutet als: Getaufter. Aber nur auf diesem Wege des berühmten Parchon läßt sich das Wort NOVO erklären. Denn abgesehen davon, daß man nicht weiß, wie die Alten auf einmal zu diesem Worte gekommen, so zeigt auch die ganze Geschichte der jüdischen Polemik gegen das Christenthum, daß die Juden nie nach neuen Schöpfungen griffen, um ihre Feinde und ihre Religion zu bezeichnen. Wie früher aus Epiphanes sie Epimanes gemacht, so später pE aus pEftE, aus ynr", nbm aus n'psn, tc© aus tos Fra, (-r6nj) aus Natal, und ebenso aus "MMD, mit Ausstoßung des y. Wie schon im Hebräischen diese Ausstoßung sich häufiger findet, als man sonst glaubte, habe ich in meinem WB. (S. 393) nachgewiesen. Vgl. ^EL^ s. v. a. ^iSTySEt^’ (von Gott erhörter), wodurch die bibl. Etymologie richtig; tQOHT s. v. a. ponny-N? . (der nach Babel, verstreuete); s. v. a. byO 5 ME s. , . a. (von DJE, wie OTiy »01053; zu erklären); OM s. v. a. D-iyE rnj s. v.T«. rnjn lalso ggs. ns-tö 8. v. a. flEiyD. S. WB. Die Spätern haben freilich diese Etymologie' vergessen. — Der Ausdruck miDyD ist also vorzüglich von der Klasse der Gebete zu verstehen, die die Stelle der täglichen Opfer zu ersetzen bestimmt sind. Red. 2) Hierbei erlaube ich mir, den Wunsch zu äußern, daß der Hr. Fürstenthal auch die folgenden zwei Theile dieses Werkes erscheinen lassen möchte. Oder sollte auch eine solche Arbeit keine Anerkennung finden? 3) Es ist merkwürdig, daß die zwei neuesten Bearbeiter dieses Werkes, Dr. Scheyer und Fürstenthal, wovon Jeder leider nur einen Theil bis jetzt herausgegeben, den Titel verschieden ausdrücken. Er heißt bei ersterm More Nebuchim und beim andern More Nebochim. Ich wage nicht zu entscheiden.*). *) Nach dem biblisch-grammatischen Gebrauche heißt es Nebuchim. Red.