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Der Orient · 1843-03-21 · 12 (21.3.1843) · p. Spalte 179-180

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
12 (21.3.1843)
Article
Polemik und Apologetik [Rezension]
Date
1843-03-21
Page
Spalte 179-180 (sequence 2)
Language
German
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179 180 Polemik und Apologetik. Offrandc au Dieu de l’Univers. uitb: ausführliche Besprechung derselben hinlänglich motiviren. --- Dieselbe zerfällt in drei Theile, die wir dem Leser der Ordnung nach vorführen wollen. — I. Discours prononce au Temple Xsi\aelite de Lyon, le jour de la feie appelee;ran DU, Yiilgairemeul dil: Le premier jour de Roseli-Haseliana jwn tfAsn, an du iiioncle 5603 (le 5 Scptemhre 1842). Par Augusle FaMus. -Begeistert von dem reinen Glauben seiner Väter und durchdrungen von der Würde und Heiligkeit seines Gegenstandes, tief fühlend für die Ehre seiner Glaubensgenossen und in Liede für Frankreich, sein Vaterland, glühend, verschmäht der Redner die Fesseln der künstliche n Homiletikbewegt sich frei im Reiche des Geistes, und läßt dem Ergüsse seines Herzens den n a t ü r l i ch e n Lauf. Kampflustig.betritt er die Kanzel, streitet für die göttlichen und daher vernunftmäßigen Lehren des Gesetzes, für die Freiheit seiner nichtfranzösischen Glaubensbrüder und gegen die schändlichsten 1 Verläumdungen in Damaskus. Er putzt daher nicht zuerst die Waffen, welche er gebrauchen will, sondern ergreift sie so, wie sie ihm von seinem Geiste, seinem Gefühle und feinem Herzen geboten werden. Es darf daher die Leser nicht befremden, wenn sie in einer Predigt am Nenjahrestage, oder wie unser Redner lieber will, am E r i n n e r u n g s t a g e, die verschiedensten Themata behandelt finden. Die Bedeutung des Tages als Tag der Erinnerung auffassend, „der Erinnerung an unsere Fehltritte, unsere Sünden, unsere Leiden, unsere Familien,, unfern König, unser Vaterland und unfern Gott" blickt der Redner auf die alte Geschichte Israels zurück, zollt den hervorragenden Geistern in derselben den Tribut der Verehrung und Bewunderung, verweilt bei der Epoche der Gesetzgebung, entwickelt die Grund - und Hauptsätze der mosaischen Lehre, stellt sie denen anderer Eonsessi'onen gegenüber, kehrt dann zur Gegenwart und jüngsten Vergangenheit zurück, schildert die Bosheit und Niedrigkeit eines Ratti-Mento n, eines Thiers, und schließt, nach einer wiederholten Vergleichung des Iudenthums mit anderen Konfessionen, mit den Worten: A vous, — votre homme divinise, votre foi aveugle, votre drapeau de sang! A moi, mon Dieu yivant, ma loi de feu, ma foi raisonnee et mon drapeau de l’unite et de la paix! — In dem Rückblicke auf die alte Geschichte Israels bezeichnet er trefflich die Bedeutung Abrahams. „Er brach die Fesseln des Götzendienstes, und pflanzte seine Fahne auf, mir der unauslöschlichen Inschrift: Einheit Gottes, Wahrheit, Gerechtigkeit, Tugend z eine Fahne, welche seinen Nachkommen überliefert wurde, und die wir, Israeliten, mit Stolz vor uns hertragen können." — Das Gebot der Beschneidung, welches mit Abraham ansing, gilt ihm: 1. Als Zeichen der Verbindung Israels unter, einander und Unterscheidung von. andern Nationen; 2. als ein Beförderungsmittel der Gesundheit, etat hygenique; Z. als ein ausdrückliches Verbot der M e n sch e n o p f e r (?). S^o lang aber nicht alle Menschen die Einheit Gottes öffentlich anerkennen, so lange bleibt die Beschneidung die erste religiöse Pflicht der Juden. — Noch trefflicher wird die Bescheidenheit und die Demuth Moscheh's durch das Herverheben eines Gegensatzes geschildert. „Lorsque tuut reussit a eet. honune prodigicux, qui i’eüt empeelie a se proclamer une divinit« lui — meine, ou a s es smcesseurs de le di re teli? la circonstance de sa disparition eilt d’autant plus favorise cette croyance, que pei’soime n’a su, ni pu dccouviir le lieu oü il est inort, ni le Jieu de sa sepulture . . . Mais cet honime, parce qu’iL fiut graml et divin, n’a pas eu de ces sentiinents de faiblesse humaine qui sacrifient a Pimposture et a l’orgueil . . . — Als Grundsätze und Hauptpflichten des Judentums giebt der Redner an: Einheit Gottes; Nächstenliebe) Beschneidung) Sabbat; sieben Festtage im Jahren Mildthatigkeit, Moralität und Tugend überhaupt. Das Gebet will er eines Theils in der National - und andern Theils in hebräischer Sprache verrichtet haben; und spricht bei dieser Gelegenheit mit Begeisterung und dem größten Enthusiasmus von den Neformbestrebungen der Deutschen. — Die Art und Weise, wie der Redner das Christenthum dem Iudenthum gegenüberstellt, müssen wir nur misbilligen, und können mit Recht behaupten, daß ihm, sö wie überhaupt deutsche Philosophie in Frankreich noch nicht ganz einheimisä) ist, die neuern deutschen philosophischtheologischen Forschungen fremd sein müssen; beim wenn Hr. Fabius sagt: Vous avez donc: Poul* Pisraelitisme: Un drapeau vierge de tout crime; le Dieu un; un Dieu createur; un Dieu, source de toute morale; un Dieu vivant , m* Dieu de paix; un Dieu de verite; l’ainour du prochain, la juslice, la vertu; la raison dans tout son essor; La Jiberte; une religion de sentiments; une religion sans mysteres; une foi eclairee „Mcdite et connais — inoi (Jerein. 9, 23.) — Pour le Chiistianisme : Un drapeau de sang; un Dieu comp ose; un Dieu cree et ne; un Dieu ne de rimmoralite; un Dieu mort; un Dieu cadavereux; un Dieu de mensonge; une religion de persecution; la raison bannie; la contrainte; une religion de violence (Force le dUntrer); une religion pleine de mysteres; une foi aveugle“ Hors de PFglisc poiat de salut; so kann das nur von einem Christenthum, das von einfältigen katholischen Missionären gepredigt wird, gelten, nicht aber von jenem, welches aus der deutschen Philosophie verjüngt, oder vielmehr seiner Entstehung gemäß hervorgegangen ist.— Hingegen sind die Worte, an den Exminister Thiers gerichtet, schon, voller Begeisterung und im Bewußtsein des gekränkten Menschenrechtes, der Reinheit und Schuldlosigkeit seiner gemißhandelten Mitbrüder gesprochen. Wir geben sie hier in deutscher Uebersetzung: „In unserem theuern Vaterlande, in Frankreich, haben wir sogar einen nichtswürdigen Minister die Tribüne der Repräsentanten der Nation entweihen,

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