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Der Orient · 1843-03-21 · 12 (21.3.1843) · p. Spalte 177-178

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
12 (21.3.1843)
Article
Polemik und Apologetik [Rezension]
Date
1843-03-21
Page
Spalte 177-178 (sequence 1)
Language
German
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Literatnrblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mschr Geschichte m,d Fiteratur. 12 Leipzig, den 21. 1843. Polemik und Apologetik. Oflrande au Dieu du PUnivers par Auguste Fabius. Besprochen von I. — Römische Gesetzgebung über die Juden. Von Gottfried Cohen. (Fortsetzung.) — Vorläufige Notiz über Dunasch den Libra t. Hebraisch-schreibende Lexikographen. Von L. Dukes. — Lit. AriMEen. Samuel den Adija. Von M. Sider. Jüdische Religionsphilosophie. Prüfung einer Ansicht über jnd. Religionsphilosophie in der A. Z. des I. Von I. Herr man. — Literarische Ankündigungen. Anfrage einen gewissen N. Goldstern betreffend. Polemik und Apologetik. i. Offrande au Dieu de rUnrvers par Auguste Fa- Lius. Lyon, 1842. 8. Imprimeric de Marie aine, successeur de Deleuze, rue St. Domiinc[uc,43. Entwickelung des Geistes und Freiheit des Wortes gehen Hand in Hand mit einander. Wo das Wort ein treues Echo der Gedanken sein kann, rvo der Mund die Liefen des Geistes uns öffnet, wo jeder Ton eine Schwingung der Herzenssairen vor'aussetzt: da wird das Reich der Intelligenz immer umfangreicher, der Zauber der Wahrheit bemächtigt sich der Gemürher- und der Geist im Menschen nimmt einen höhern Aufschwung. Wo es aber heißt: bis hieher, Wort, und nicht weiter.' wo der Mund nach einer prädestinirten Harmonie menschlicher Gesetze spricht, wo er oft in Dissonanz mit einer innern Stimme stehen muß: da tritt die Wahrheit zaghaft zurück, das Reich der Intelligenz verliert Grund und Boden, und die Schwingen des Geistes werden gelahmt. Wenn man uns die Ausdrucksweise einer philosophischen Schule hier gestatten wollte, so möchten wir sagen, der Geist erlangt nur dann wahre Realität und Geltung, wenn er aus sich heran st ritt, wenn er sein ätherisches Wesen in Worte verkörpern kann. — Mali braucht nur einen prüfenden Blick aus die verschiedenen Staaten Europas, als auf den Hauptsitz' der Volksbildung und Civilisation, zu werfen, und man wird' bald bestätigt finden, daß nur da den 'Anforderungen der Zeit Genüge geleistet würde, nur da das Licht der Aufklärung in die Volksmaffe drang, wo sie durch Wort und Schrift sich verbreiten konnte, wo die göttliche Gabe der Sprache nicht durch beschränkende Verordnungen entweiht wurde. Ja wir brauchen, uns nur die Emaneipation der Juden in einem n ich t europäischen Staate ins Gedächtniß zurückzurufen, und es muß sich uns die Überzeugung aufdrängen, daß das freie und daher mächtige Wort die finstern Geburten früherer Jahrhunderte in das Nichts zurückschleudert, und neue und lichtvolle Gestalten ins Dasein ruft. — Wir könnten vermittelst dieses leitenden Gedankens so manche befremdende Erscheinungen der Gegenwart und der jüngsten Vergangenheit erklären, zu vielen räthselhaften Veränderungen, das politische Leben der Juden betreffend , das Wort finden, wenn wir nicht befürchteten, uns, bei einer erschöpfenden Anwendung dieses Grundgedankens, vom eigentlichen Ziele, der Besprechung der angezeigten Schrift, zu weit zu entfernen, und anstatt das Gebiet der Apologetik,. das Gebiet der Politik betreten zu müssen. Die kurze Andeutung desselben hielten wir aber für nothwendig, damit die kühne und freimüthige Sprache unseres französischen Glaubensgenossen, die Art und Weise wie er um die Ehrenrettung der Juden kämpft, wie er einen ungerechten Minister anredet, mit Begeisterung die Lehre Mosis verficht,, dem französischen Konsistorium seinen Rath ertheilt, für den deutschen Leser das Befremdende verliere. Denn nur der von uns hervorgehobene allgemeine Gedanke, daß die Unbefangenheit des Geistes, das Schwinden der Voruriheile, das Ringen und Kämpfen um das anerkannte Wahre, so wie das nmthige und entschlossene Entgegcntreten' der schändlichsten Verläumdung blos in einem solchen Staate Statt finden können, in welchem die Sprache das ist, was sie ihrer ursprünglichen Würde nach sein soll, nämlich ein freies und unparteiisches Organ jedweden Individuums, kann das Befremden und Staunen, welches der von dem israelitischen Franzosen gegen das Christenthum und rabbinische Judenthum gerichtete entschiedene Angriff beim ersten Anblicke natürlich erregen muß, entfernen. Diese m e r k w ü r d i'g e n Eigenschaften unserer Schrift werden auch, wie wir hoffen, eine weitläufige .12

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