Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 11 (14.3.1843)
- Article
- Römische Gesetzgebung über die Juden
- Date
- 1843-03-14
- Page
- Spalte 163-164 (sequence 2)
- Language
- German
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163 164 Römische Gesetzgebung über die Juden. aggregetür, cum accusatio fuerit approbata, facultates ejusdem dominio fisci jubemus yindicari. (C. 2. eod. Impp. Gratian. Valenlinian. et Theodos. A. A. A.) 81 quis defunctum "violatae atquc desertae Cliristianae religionis accusat eumque vel ad sacrilegia templorum yel ad ritus Judaicos transiisse coulendit, eaque gratia minime potuisse confirmat, intra juge quinquennium, quod de inofficiosis*) actionibus constitutum est, proprias exigat actiones, futurique judicii iLujuscemodi sorliatur exordium. (C. 5. eod. Impp. Theodos. et Valentin. A. A.) Euin qui servum siye ingenuum invitum seit suasione plectenda ex cultu Cliristianae religionis in nefandam sectam ritumve traduxerit, cum dispendio fortimarum capite puniendum esse censeinus1 2). (L. 1. C. de Judaeis. i. 9. Imp. Antonin.) Quod Cornelia Salvia universati Judaeorum, qui in Antiochensium civitate constituti sunt, legavit peti non potest3). (L. 2. eod.) In festivitatibus aut Sabbatis suis Judaei corporalia inunera non obeunt, neque quicquam faciunfc, neque propter puclicam priyatainque causam in jus vocantur aut ipsi Christianos in jus voeant. (t. 3. eod. Imp. Constant.) Judaeis et Coelicolis et Majoribus eorum et Patriarcliis voiumus intimari, quod, si quis post haue legem aliquem qui eorum feralem fugerit sectam et ad Dei cullum -respexerit saxis aut alio furoris genere (quod nunc fieri cognoyimus) ausus fuerit atlentare, mox flammis dandus est et cum omnibus suis participibus concremandus. (L. 4. eod. Impp. Valent, et Valens A, A. Remigis magistr. off,) In synagogam Judaicae legis sich als wahr erweist, so sollen seine Güter dem Flscus anheimfallen. Geg. zu Mailand 3. Juli 35/. Wenn Jemand einen Verstorbenen der Verletzung der christlichen Religion oder der Abtrünnigkeit von derselben anklagt und behauptet, daß derselbe die heidnischen Tempel besucht habe, oder zu dem Gottesdienste der Juden übergegangen und deshalb unfähig gewesen sei, ein Testament zu errichten, so muß er innerhalb eines fortlaufenden Zeitraums von fünf Jahren, welcher für inosficiose Rechtsmittel festgesetzt ist, seine Klage erheben, und kann hierauf des Anfanges der rechtlichen Verhandlungen gewärtig sein. Geg. zu Padua, am 21. Mai 382. Derjenige, welcher einen Sklaven oder Freien mit Gewalt oder durch strafbares Zureden vom christlichen Glauben abtrünnig gemacht, und zum Uebergang zu einer verdammlichen Sekte oder Religion verleitet hat, soll außer dem Verluste seiner Güter mit dem Tode bestraft werden. Geg. am 31. Jan. 435. Was die Kornelia Salvia der in der Stadt Antiochien befindlichen jüdischen Gemeinde vermacht hat, kann von dieser nicht gefordert werden. Geg. am 30. Juni 213. An ihren Festtagen und ihrem Sabbat leisten die Juden in keiner Weise persönliche Dienste, können auch weder in öffentlichen noch in Privatangelegenheiten vor Gericht gerufen werden, noch selbst Christen vorfordern. Den Juden und denen, welche den Himmel anbeten, so wie ihren Obern und Vorstehern rhun Wir zu wissen, daß, wer es nach Bekanntmachung des gegenwärtigen Gesetzes wagt, denjenigen, welcher ihre unheilige Sekte verlassen und sich zum wahren Dienste Gottes gewendet hat, mit Steinen zu werfen oder mit einem ähnlichen Ausbruche der Wuth zu verletzen (was, wie Wir erfahren haben, jetzt geschieht), den Flammen übergeben und nebst allen seinen Mitschuldigen verbrannt werden soll. Geg. zu Murgillum am 18. Oct. 315. Die Kriegsleute, welche in eine jüdische'Synagoge einbrechen, gleichsam als hatten sie ein Recht, sie zu bes 1) Querela inofficiosi testamenti, Klage um Aufhebung eines Testamentes, dessen Inhalt den Pflichten gegen die nächsten natürlichen Erben widerstrebet, wird hier auf den Fall angewandt, wo der Verstorbene nach dem vorherigen Gesetze gar kein Recht hatte, überhaupt ein Testament zu machen, da bas Vermögen des Abtrünnigen dem Fiscus anheimfallen sollte. Die hierauf folgende iex. 4 (aus dem Jahr 426) setzt dies noch näher aus einander, indem sie auch die Schenkungen und die das Gesetz umgehenden Verkaufshandlungen solcher Apostaten verbietet. 2) Dies Gesetz, obgleich es die Juden nicht ausdrücklich nennt, muß doch schon der Allgemeinheit seiner Ausdrücke wegen auf sie bezogen werden. 3) Der Grund dieses Gesetzes liegt darin, daß der römische Staat religiöse Gemeinschaften überhaupt nicht als selbstständige juristische Corporationen anerkannte, weshalb sie auch nicht zur Annahme von Legaten berechtigt waren. Als politischer Körper kamen die Juden, damals noch im Besitze des vollen römischen Bürgerrechts, noch weniger in Betracht.