Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 3 (17.1.1843)
- Article
- Immanuel
- Date
- 1843-01-17
- Page
- Spalte 37-38 (sequence 3)
- Language
- German
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37 38 Immanuel. .Biograph, und literarhistorische Skizze. Von M. Sider. genannten, nicht zu rechnenden, Scherzgedicht: 1) zwei Grabschristen <die er als vor zwanzig Jahren gedichtet angibt) und eine singirte Leichenrede auf sich selbst (S. 192 ff.), wo natürlich nur von seiner ehrenvollen Stellung die Rede ist. -— 2) Epistel an Ioab, den jüngern Verfasser eines poetischen Gebers über Gottes Einheit (nnpn pDD, nvp, der Immanuel — von dem er sich geschmäht glaubte ■— durch einen herausfordernden Brief, worin er I. unter andern einen 1W2 bw nD(p "jlDD DHU nN nennt, zu einer Replik gereizt, die mit sprudelndem Uebermuth des Dichters wunde Stetten geißelt, und die eigenen Verdienste gegenüberstettt (S. 77)™). — 3) Ehrenrettung seines Gedächtnisses gegen die Prahlerei seines Schwestersohns (S. 152). 4) Die Einleitung zur- 10. Mech. — 5) Die 1. Mech., fein Z u sa Ulmen tr esssen m it dem Fürsten. — An den letzten drei., sicherlich innerhalb seiner letzten Lebensperiode geschriebenen Stellen, namentlich an der letztgenannten (M. 1.) erscheint Imm. als ein gedemülhigter Greis, der schuldlos verarmt, von Gläubigern und Feinden verfolgt, von unbärtigen Lassen, seinen eigenen Schülern und ehemaligen Clienten gehöhnt und verläumdet (S. 157. 159), cm den Thüren der mitunter geizigen und hartherzigen Neichen in der Fremde bettelt und selbst an seiner geistigen Kraft verzweifelt; den erst Andre durch Mahnung an seine früher» Verdienste wieder auszurichten, mit dem Besitze seiner geistigen Güter über den Verlust der irdischen zu trösten vermögen! Seine Klagen über den Abstand von Sonst und Jetzt kommen zu tief aus der Seele für eine bloße dichterische Fiction. Ja, er scheint aus Scheu nicht einmal die ganze Schwere seines Geschickes .aussprechen zu wollen 30); und die Zeit ist es, die er an die Spitze seiner Feinde hinstellt, die nun seiner spotten, wie er bisher ihrer! Wenn die häufig wiederkehrenden'Andeutungen, Ausrufungen und Beteuerungen sich hier'für mehr als bloße rhetorische Ausschmückung gehen, so bezeichnet eine bedeutende Katastrophe seinen Weg von Rom nach M a r k a d ' A n e o n a; so hatte er das Vertrauen seiner Gemeinde verloren, war seines Amtes entsetzt, oder durch Andre verdrängt worden; mußte bei unzureichender Hilfe eines Verwandten - flüchten oder auswandern, vielleicht nur aus Schaam, in der Fremde umherirrend Obdach und Nahrung suchen *-). In diesem Zustande 79) Vgl. Z u n z: Anal. 5. S. 50. 80) nP - nnosi -iddd anipi am-N m Ä d'T© ids5 (S. 4). dhd \-mn 'nmp *"Dr6 OIND oni ub.iD (S. 7). Dasselbe S. 9 mit dem Zusatze nnDD'N p*n ,-pnn ^di ^n iTD~i abdidhd. 81) närnlich Daniels — nach den für diese Katastrophe wegen ihrer gelegentlichen Erwähnung am meisten entscheidenden "Worten (oben Anm. 52). — Vielleicht entriß ihn ein früher Tod; s. oben 21mit. 6L. 82) nPnp Pwn M (S. 5). WS1D rmynbi mirP nnyn (S. 7). ooi 'rm p n PnN n^Di (S. 156). Pm b mn ■rasy w ddin DEIN' nittNl (S. 208). — Seine Feinde nennt er p?n WM kam er dann nach Fermo, einer Gemeinde, in der es viele Reiche gab (S. 90). Bei einem der angesehensten und wohltätigsten unter ihnen, der zugleich für den Reichsten gehalten ward (das.), und Immanuel schon früher persönlich oder dem Rufe nach kennen mochte, fand der dauernswerthe Dichter, nach längerer Wanderung — wo er oft anstatt der Hilfe nur Vorwürfe erhielt (S. 154) — mit Weib und Kind (S. 129) ein Asyl. Dreß der sogenannte „Fürste, den Immanuel selbst als Juden einführt (S. 191), dessen Name vielleicht B inj am in (S. 103) 83a). Hat uns also der Dichter nicht durch Lebensfarbeu und echten Pathos getäuscht: so haben wir in der 1. Mech. die eigentliche historische Einleitung, die uns unmittelbar zu derjenigen Katastrophe leitet, welche seinen Aufenthalt zu Ferrno und hiermit die Sammlung seiner Gedichte veranlaßt. Aber der weitere Grund für diesen staunenerregenden Wechsel in Immanuels Verhältnissen selbst dürfte kaum so äußerlich und sonderbar sein, als ihn die flüchtigen, vielleicht absichtlich nur hingeworfenen Andeutungen des Dichters hinstellen. Immanuel gibt sich das Ansehen, als sei er durch Bürgschaft für Andre (!) und verschiedene nicht näher bezeichnete Zufälle um den angeerbten Reichthum seiner Väter gekommen (vgl. S. 153); habe aus Roth und Sorge fast das Dichten verlernt (S. 112. 208.); aber das Sündenregister der Anschuldigungen, das er selbst seinen Feinden in den Mund legt (S. 4.1, weist noch anders wohin. — Rabbi Iosef Karo (um 1575) belegt in seinem bekannten Rituatgesetzbuch (I, 307 §. 16) die Mechabberat mit einem Anathema,, und auch schon vor ihm fanden Immanuels Dichtungen vielfache Rügend). Sollten sie nicht schon bei sei- (S. 1.0) svgl. pn nP' S. 155]. — DV> 'ln 'ini' ^M1 (S. 5). Heißt das iiomiue« mm, oder sind es die neuen JD?n Pyp, seine Nachfolger im Amte? vgl.: 1ND HO tdPn \3iP hdd pPrm jdnj na -p nm nP t^nd pn 'Dl p'hl (S. 153). — Bei der Aufforderung Juda Sici- (iano's, wohl noch in Rom (st oben §. 6), heißt es.schon yra nriN d^idd ddn P.n, pm dPu ew-d np.pi cptw vra^] mn D'nni p.Na na vmnr> 'ai n^n2 p pE) puia a r\Dbül\ und bald darauf: ij-nayi D'nil£> IN HIP (S. 112. 113). Entschiedener weisen aus Auswanderung folgende Stellen: nhND nniT a 'di 'onDnn onDin6 'di ann nsin anu» ... (S. 5). n -1 y n ndu mybi nnra nnpy bizb ]dpn oni (S. 7. 9.). Daher Vorrede zu Anfang: npp ]D rrnil niDSD, — Von Verarmung s. ^imi, vbw pnM.1 nuni W 'WH Vlbttöl Du] '«“pNO (S. 10). 83a) -^n mhn na dn pn^Ni ‘prn aiN (S. 3). na sQ! n.ypji aN naa dtPn aiN iynn n^a cy a'ßyinb iD&y ^sa^ai nninaynu anycn *a n^/n ioy Dy naaj (S. 16). nipob Dänin didn ■»dn^d ab n^y b& n’jyd niD^nnn n^N odt nnnon D'iya pnPiT Dänin 'dnsd d odv^n (S. 154). ni^D1? b jni n^N bl dn ^on (S. 177). — Von der Mutter des Fürsten ist S. 121 die Rede. 83d) d^IN ini^DD heißt cs im Sedcrha-Dorot, welches 2tsulai (Schem Ha-Gedolim Th. 2. fol. 18, 3. Nr. 3 *