Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1841)
- Article
- Jerusalem: Die Gräber u. Grabdenkmäler der Juden daselbst
- Date
- 1841-12-25
- Page
- Seite 327 (sequence 3)
- Language
- German
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327 perpendicularen Wand der Nische^, und ist natürlich em späteres Werk als das davor befindliche Grabmal. Das Portal hat oben einen schönen Thürgiebel, welcher, wi>r ich glaube, auf vLereckigen Pfeilern ruht.. Das Grab selbst liegt ganz unter der Erde. Ich brauche hier keime W-rte zu verschwenden, um zu zeigen, daß diese Gra-, der niemals mit d«en Personen, deren Namen sie tu<u gm, etwas zu schaffen gehabt haben. Der. Stil beiv Baukunst und Verzierung könnte anzudeuten scheinen, daß sie aus einer spatern Periode stammen, als die meisten der andern unzähligen Grabmäler rings um die Stadt, welche mit wenigen Ausnahmen von architektonischem Schmuckw-erk ganz entblößt sind. Jedoch fanden die fremden Geistlichen, welche im vierten Jahrhundert schaarenweis nach Jerusalem zogen, diese Mo-, numente hier; und natürlich ward es ein Gegenstand des Interesses für sie, dieselben auf Personen, welche m - der Schrift erwähnt sind, zu beziehen. Jndeß scheint, es, als ob von dieser Zeit bis auf den heutigen Tag die Üeberlieferung in Beziehung auf die Personen, deren Nomen sie tragen sollten, nie vollständig ins Reine gebracht ist. Das Hin. Hieros. 333 n. Ehr. spricht "von den zwei monylithischen Monumenten als den Gräbern des Jesaias und Hiskia.o Adamnanus urn-das Jahr 697 erwähnt nur eins von diesen und nennt es das Grab Josaphat's; in dessen Nähe die zwei ausgehöhlten Gräber. Simeon's des Gerechten und Joseph's, des Gemahls der Maria waren. CJ; Sie Geschichtschreiber der Kreuzzüge scheinen diese Gräber nicht beachtet zu haben.. Die erste. Erwähnung von einem Grabe Absaloms findet sich bei Benjamin von Tudela, welcher dem andern den Namen des Königs/Usia beilegt; und von dieser Zeit an bis auf den heutigen Tag sind die Äe- , richte von Reisende^ abweich end und widersprechend gewesen. lo Die Vermischung der griechischen Ordnungen mit einem Anstrich von dem massiven egyptischen Geschmack, welche m diesen. Monumenten zu sehen ist, dient auch dazu zu zeigen, daß sie einer späten Periode der griechischen und römischen Kunst angehören, und speciell dem vermischten griechisch-egyptischen Stil, welcher in den orientalischen Provinzen des römischen Reichs vorherrschend wor. Der Hauptsi'tz dieses . Stils war vielleicht zu Petra, wo er noch "in den sehr merkwürdZgm Aushöhlungen von Wady Musa fast ganz in seinem ursprünglichen Charakter hervoctritt. Als. wir diese 8) ltin. Hieros. ed. Wesseling, p. 595. 9) Adamnanus 1, 14. 10) Benj. de Tudele par Baratier p. 92. Marüms Sanueus spricht nur von dem Grabe Josaphat's, III, 14, 9? Rird. von Suchem und Breydknbach nur von dem des AbHlom u. s. w. Reyrd.des h. Landes S. 846. 113. Sir John Maundevnle.erwähnt Das Grad>Jost.phat's, und weiter südt. die Gräber, von St. Jakobus uuo Zacharias, S. 96. Lon>. 1839. ' Stelle einige Wochen später besuchten, waren wir sehr betroffen, hier verschiedene vereinzelte Monumente, die Gegenstücke der monolithischen Gräber in dem Thale Josaphat, zu finden.8 9 10 11 Die architektonischen Ueberbleibsel in Petra halt man, glaube ich, nicht für alter als die christliche Aera; eben so ist kein Grund zu der Voraussetzung vorhanden, daß die besagten jüdischen Monumente aus einer frühem Zeit stammen. Wenn sie aber vor der Zerstörung Jerusalems vorhanden waren, so sind sie wahrscheinlich in die Zeiten des Hewdes und seiner Nachfolger zu setzen; welche selbst von idumäischer Abkunst waren und eine Verbindung zwischen Petra und Jerusalem unterhielten.12 * In diesem Zeitalter wandten sich auch andere vornehme Ausländer nach Jerusalem und ließen^ sich Häuser und Grabmähler errichten, n Es möchte, daher nicht schwierig sein, auf diese Weise die Aehnlichkeit zwischen diesen Monumenten und denen von Petra zu erklären. Oder wenn man das gänzliche Stillschweigen des Josephus und anderer gleichzeitiger Schriftsteller .über diese Gräber als einen Einwurf gegen diese Hypothese ansehen will, warum könnte man sie nicht in in die Zeit Hadrian's versetzen? Dieser Kaiser scheint ein Patron von Petra gewesen sein; auch baute er Jerusalem wieder auf; und diese beiden Städte erhielten seinen eignen Namen.14 ' Es möchte daher natürlich sein, daß diese Periode an beiden Orten durch Denkmale bezeichnet wurde, welchen ein ähnlicher architektonischer Charakter zu Grunde lag. Gräber. Die zahllosen Gräber, welche die Thäler im Norden, Osten und Süden von Jerusalem erschließen, geben in der Art ihrer Anlage meistentheils einen allgemeinen Typus zu erkennen. Eine Thür in der senkrechten Wand des Felsens, gewöhnlich klein und ohne Verzierung, führt an einer oder mehreren kleinen Kammern, welche aus dem Felsen ausgehöhlt sind und gemeiniglich mit der Thür in gleicher Höhe liegen. Sehr selten sind diese Gemacher niedriger als die Thüren; die Wände sind in Allgemeinen einfach gehauen; und man findet gelegentlich, wiewohl nicht immer, Nischen oder Ruhestellen für die todten Körper. Um eine senkrechte Fronte für die Thür zu erhalten, suchte man zuweilen einen frühem Steinbruch zu benutzen; oder ein Winkel wurde ln den .11) Siehe unsere Ankunft in Wady Musa unter.- dem 31. Mai. Vgl. auch Burkhar.dt's Travels in Syria. etc. pag. 422 (704,) . Von diesen Monumenten hat Laborde keine Nachricht gegeben. 12) Der Vierfürst Herodes hekrathete die Tochter des Are- ..tas, Des Königs vom peträischen Arabien; Joseph. Antiq. XV11I, 5, 1. Vgl. B. jv1, 6, 2. 13) Juseph. Anfc. XX, 4, 3. B j. V, 6, 1. V», 6, 3. 4. ' '' , 14) Münzen von Petra findet man mit der Inschrift: A8qcdcv7] Uztqcc MijTQOTtolig. Mion net V. p. 587. Eckhei Doctr. Numor. vet. Tom. II. p, 503. 52*