Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1841)
- Article
- Jerusalem: Die Gräber u. Grabdenkmäler der Juden daselbst
- Date
- 1841-12-25
- Page
- Seite 326 (sequence 2)
- Language
- German
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326 Gottesacker der Juden. Liegt an dem westlichen Abfall des Oelbergs, nahe heim Fuße/ grade über den Gräbern Absaloms und Zachoria's. Hierhin, gegenüber ihrem alten Tempel, kommen viele Wanderer dieses merkwürdigen Volkes, um ihre Gebeine, mit denen ihrer Väter zu vermischen; da sie den großen, wie sie meinen , von ihren Propheten vorherverkündigten Tag erwarten, wo der Herr stehen wird auf dem Oelberg, und der Berg^ sich mitten entzwei spalten wird, und die Todren von Israel, welche darunter liegen, auferstehen werden, und alles äzeidenvolk. in dem Thale gerichtet und Israel gerächt werden foll. Oer Abfall des Berges ist hier reichlich mit ihren Gräbern versehen, jedes einfach mit einem flach darauf gelegten Steine bedeckt; worauf gewöhnlich eine hebräische Inschrift steht. — Grabmäter. Unter diesem Ausdruck fasse ich hier bloß die vier GrabdenkmahEer zusammen, welche in dem Thale Josaphat, an der Ostseite des Kidron und gegenüber der S.O.Ecke der Area der großen Moschee gelegen sind. Diese werden gemeiniglich die Gräber Jofaphat's, Absalom's, St. Jacobus und Zacharia's genannt. Dies, glaube ich, ist die gewöhnlichste Ordnung der Namen, wenn man von Norden anfängt; aber die Überlieferung der Mönche wie auch das Urtheit der Reisenden ist in verschiedenen Zeiten fthu abweichend gewesen; so daß'diese Namen häufig m verschiedener und sehr unbestimmter Ordnung auf die Gräber bezogen worden sind. Die, welche hier den NaMen. des Absalom und Zacharias führen, sind wirkliche Felsenmonumente; die andern zwei sind blos ausgehöhlte Grabec mit verzierten Portalen.. Die Gräber liegen in dem engsten Theil des Thales Josaphat, wo eine, vorspringende Felsenschicht sich hinunter erstreckt und in einer fast senkrechten Wand gerade über dem Bette des Kidron endigt. Das Grab des Zacharias im Süden, so genannt mir Beziehung auf den „zwischen dem Tempel und Altar" erschlagenen Mann dieses Namens^ liegt gerade unter der S.O.Ecke der Area des alten Tempels und ist ganz aus der oben erwähnten Felsenschicht ausgehauen. Es ist ein viereckiger Block von ungefähr 20 Fuß an jeder Seite; indem der Felsen 3) S-achar. 14, 3—11. Joel 3, 7- 17. 19. 25l (4, 2. 12. 14. 20. Ligtfoot Cent. cor. Matthaeo praem: c. 4Q. Opp. iS. p. 2UL ' 4) Die rtuftknanderfolge im Text ist wie sie Quaresmms angezegeven, U, 'S. 140 ff., so wie auch ein-Jahrhundert später van Egmond und Heymann, und auch Pococke. Dieselbe findet sich auf klösterliche Autorität gestützt in Catherwoo.ds Plan vou Jerusalem, 1835. Cotowyk giebt sie in seinem Text in derselben Reihenfolge; obgleich sich m seinem Kupferstich ein Jrrthum vorsindet; S. 294 ff. — Prokesch auf der au-, dern Seite legt den oben Zacharias und St. Jacobus genannten die Namen Josaphat und Zacharias bei; Reise S. 70. Vgl. Schuberts Reise1. S. 124, Änm. 5) Matth.. 28, 35. Luc. 11, 51. ringsherum so weggehauen ist, daß er eine viereckige Nische oder Area bildet, worin das Grab vereinzelt steht, während rings herum ein breiter Gang geblieben ist. Die Hauptmasse des Grabes ist etwa 18 bis 20 Fuß hoch, und allem Anscheiy nach massiv; wenigstens ist kein Gemach oder Eingang bekannt. Von den Seiten ist jede mit zwei ganzen und zwei halben Säulen vec» ziert, wovon die letztem viereckige Pfeiler cm den Ecken berühren, während an allen Kapitaler von gothischer Ordnung sind. > Um den Karmes ist eine Verzierung von Akanthusblattern ungefähr drei Fuß hoch; und der darüber befindliche Theil besteht noch aus einer abgestumpften Pyramide von zehn oder zwölf Fuß Höhe. Das ganze Monument hat mithin eine Erhebung von ungefähr dreißig Fuß; und ist, mit allen seinen Verzierungen, ganz aus dem festen Felsen gehauen. 6 Das Grab Absalom's liegt dicht bei der untern Brücke über den Kidron, ein viereckiger vereinzelter Block, welcher aus dem Felsen ringsum auf dieselbe Weise ausgehauen ist, wie das Grab des Zacharias, indem rund umher eine gleiche Area oder Nische gelassen ist. Der untere Theil dieses Grabmals hat ungefähr-24 Fuß ins Gevierte, und ist an jeder Seite mit zwei ganzen und zwei halben Säulen von ionischer Ordnung verziert, mit Pfeilern an den Ecken, wie das vorige Grab. Der Hauptbalken enthält Dreischtitze und dorische Verzierungen. Die Erhebung beträgt ungefähr 18 bis 20 Fuß bis an den vbern Theil des Hauptbalkens z und so weit ist es ganz aus dem Felsen gehauen. Aber der anliegende Felsen ist hier nicht so hoch als bei dem Grabe des Zacharias; und daher ist der obere Theil dieses Grabes; mit Mauerwerk von großen Steinen aufgebaut worden. Dieses besteht zuerst aus zwei viereckigen Lagen, von denen die obere kleiner ist, als die untere; und dann lauft eine kleine Kuppel in einen niedrigen Spitzthurm aus, welcher sich ganz oben ein wenig auseinander breitet, wie eine sich öffnende Blume. Dieses Mauerwerk ist vielleicht 20 Fuß hoch, was für das Ganze eine Erhebung von ungefähr 40 Fuß giebt. Ein kleines Gemach war in die. Felfenmaffe des Grabes ausgehohlt; in welchem schon vor mehrern Jahrhunderten durch eine der Seiten ein Loch gebrochen war. 6 7 Hinter diesem Grabe, im N.O.Winkel seiner Nische ist ,das Portal der Grabhöhle von Josaphat. Es liegt in der 6) Prokesch beschreibt dieses Grab unter dem Namen des Josaphat; s. seine Reise S. 70., Vgl. auch Turner’s Tour in the Levant, 11, p. 251. 7) S. Prokesch S. 70. Das Loch wird von Quaresmius erwähnt , II. S. 249. — Chateaubriand^ Beschreibung dieses Monuments liefert ein Beispiel seiner gewöhnlichen Uugenauigkert. Nach ihm sind dort sechs Säulen auf jeder Seite, alle von dorischer Ordnung^ während der obere Theil in Form einer dreiseitigen Pyramide aufgebaut ist! Hin er. U p. TT.-Par. 1831,